Schlagwort: Mittelalter Metal

FEUERSCHWANZ – Coveralbum zum Jahresende

Dass die Mittelalter-Rocker von Feuerschwanz gerne Lieder anderer Bands covern ist seit den Deluxe Editions der beiden bisher letzten Studioalben kein Geheimnis mehr. Deswegen überrascht es nicht, dass sie unter dem Namen „Todsünden“ ein Coveralbum herausbringen werden. Dieses wird einige neue Songs, aber auch bereits bekannte Tracks der Deluxe Editionen von „Das elfte Gebot“ und…

METALFEST PILSEN – Es darf wieder gerockt werden! Review Part 1

Unser Redakteur Andre besucht schon seit vielen Jahren das Metalfest in Pilsen. In diesem Jahr war er zum ersten Mal für Whiskey-Soda vor Ort. Seine Eindrücke von seinem ersten Festival in diesem Jahr schildert er im zweiteiligen Review. Natürlich bangt man bis kurz vor Beginn des Festivals. Sollte es nach zwei Jahren endlich wieder stattfinden?…

Für immer frei (Unsere Zeit Edition)

Es hat schon fast Tradition, dass Saltatio Mortis ungefähr ein Jahr nach Release eines neuen Albums dasselbe in einer anderen Version veröffentlichen. Bei „Zirkus Zeitgeist“ von 2015 handelte es sich um eine Akustik-Variante und bei „Brot & Spiele“ von 2018 um Neuaufnahmen im klassischen Stil. So wundert es nicht, dass es nun ebenfalls „Für immer frei“ (Vertigo) in einer Deluxe-Edition gibt. Die Platte kam vergangenes Jahr heraus und war das vierte Studioalbum in Folge der Mittelalter-Rocker, das auf Platz 1 der deutschen Charts landete.

Die „Unsere Zeit Edition“ von „Für immer frei“ kommt im ersten Moment unspektakulär daher. Die erste CD beinhaltet das bekannte Album. Auf diesem zeigen Saltatio Mortis eine musikalische Bandbreite wie vielleicht noch nie. Dem ungewohnt poppigen „Für immer jung“ oder dem pathetisch-eingängigen „Geboren um frei zu sein“ stehen härtere Brecher wie „Palmen aus Stahl“, „Linien im Sand“ oder die Crossover-Nummer „Mittelfinger Richtung Zukunft entgegen. Gerade letztere drei sind dabei hochpolitisch und richten sich gegen Nationalismus, Umweltverschmutzung und gesellschaftliche Vorurteile. Die Mittelalterwurzeln der Band kommen dagegen bei „Loki“, „Löwenherz“ und „Factus de materia“ durch.

Für alle, die den ursprünglichen Longplayer bereits kennen, dürfte also die zweite CD deutlich interessanter sein. Hierauf befinden sich acht neue Lieder. Diese beginnen durch „Nie allein“ mit einem akustischen Party-Song, der vor allem gemeinsam mit seinem dazugehörigen Video die Fahne für gesellschaftlichen Zusammenhalt bei menschlicher Vielfalt schwenkt. „Unsere Zeit“ und „Funkenregen“ starten dagegen mit ordentlich Gitarren, Punkrock-Vibes und Dudelsack durch.

Anschließend zaubern Saltatio Mortis alldenjenigen ein Lächeln ins Gesicht, die auf mittelalterliche Klänge stehen. Das akustische „Wellerman“ sowie das rockige „My Mother Told Me“ holen die musikalischen Wurzeln der Karlsruher hervor und würzen diese mit einer starken irischen Prise.

Danach geht es jedoch in eine ganz andere Richtung. „Hypa Hypa“ ist eine Coverversion der Metalcore-Gruppe Eskimo Callboy, die mit dem gleichnamigen Track vergangenes Jahr einen kleinen Szene-Hit hatte. Die Interpretation von Saltatio Mortis macht dabei mindestens genauso viel spaß wie das Original und entstand gemeinsam mit Eskimo Callboy, da diese „Hypa Hypa“ bewusst von verschiedenen Künstlern (u.a. Sasha, The BossHoss, We Butter The Bread With Butter) haben covern lassen. Abgeschlossen wird die Bonus-CD von zwei alternativen Versionen von „Geboren um frei zu sein“ sowie „Nie allein“.

Saltio Mortis präsentieren auf der „Unsere Zeit Edition“ von „Für immer frei“ ein paar starke neue Tracks, die man sich vielleicht auch statt der ein oder anderen poppigen Nummer auf dem regulären Album gewünscht hätte. Leider muss man für diese äußerst gelungen Songs nun noch einmal kostspielig beim Longplayer zugreifen oder auf einen physischen Erwerb verzichten und sich die Lieder kostengünstiger digital zulegen.

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SALTATIO MORTIS – Neuer Song aus Deluxe-Edition des Nummer-1-Albums (Update)

Bei den Mittelalter-Rockern von Saltatio Mortis hat es in letzter Zeit Tradition, dass sie ungefähr ein Jahr nach Release eines Studioalbum die gleiche Platte als Deluxe-Editition mit neuen Tracks oder Neuinterpretation von Songs veröffentlichen. So ist es auch bei ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Nummer-1-Album „Für immer frei“. Dieses wird in der „Für immer frei…

Neuer Trailer zum FEUERTAL FESTIVAL 2019

Das Feuertal-Festival in Wuppertal haben wir euch bereits mehrfach vorgestellt und auch schon live von der Waldbühne Hardt berichtet. Dort findet einmal im Jahr das kultige Mittelalter-Fest statt, bei dem es neben vielen Szene-Bands auch immer einen spannenden Mittelalter-Markt gibt. Dieses Jahr geht es am 31.August wieder rund in Wuppertal. Das Festival findet diesmal nur…

HEY!

Seit knapp 30 Jahren sind sie quasi die Speerspitze der deutschen Mittelalter-Rock-Szene (wobei es das Genre woanders ja auch gar nicht in diesem Ausmaße gibt) und legen nach fünf Jahren endlich ein neues Studioalbum vor. Subway To Sally haben in ihrer Karriere viel erreicht und unzählige treue Fans um sich gescharrt. Oft schon stand ein neues Album der Postdamer auch für den Beginn einer neuen Phase der Bandgeschichte, zum Beispiel wurden beim Vorgänger „Mitgift“ zum ersten Mal im größeren Stil elektronische Elemente eingebaut. So markiert jetzt auch „Hey!“ eine teilweise vollzogene Neuausrichtung.

Mit ins Boot haben sich Eric Fish und seine Mannen (und Frau: Ally Storch ersetzt ja seit 2016 die schmerzlich vermisste Frau Schmitt an der Violine) ein paar Gastmusiker geholt. Es kreischt schon im Opener ‚Island‘ Chris Harms von Lord Of The Lost mit, was das Zeug hält. Später gesellt sich dann Dero von Oomph! mit dazu, außerdem ist Syrah von Qntal mit dabei. Jetzt müssen die alten Fans aber tapfer sein, denn insgesamt setzt sich die schon auf „Mitgift“ begonnenen Entwicklung der Band weiter fort: Immer mehr elektronische Parts finden sich in den Arrangements, die mittelalterlichen Instrumente werden weiter in den Hintergrund gedrängt. Die schon erwähnte Frau Storch darf zwar fleißig Violine und Viola spielen, doch insgesamt bleiben die Geigenparts im Mix eher im Hintergrund. Schon im zweiten Track ‚Imperator Rex Graecorum‘ dominieren die Beats und Elektroparts. Diese Weiterentwicklung mag ein neues Kapitel der Bandgeschichte der Potsdamer aufschlagen, lässt aber doch schmerzlich Erinnerungen an die frühere Werke wie Hochzeit oder Bannkreis aufkommen, als die Mischung aus Mittelalter-Parts und harten Gitarrenriffs einfach noch besser funktioniert hat.

Die überwiegend von Bodenski geschriebenen Texte sind in typischer Subway-Manier polemisch, poetisch, streckenweise sarkastisch, kritisch, teils apokalyptisch. Alles also beim Alten? Nicht ganz, denn was hier auffällt, sind die vielfach verwendeten Chorgesänge mit so einfallsreichen Lyrics wie das titelgebende „Hey!“ (ok, kann man mal machen) oder auch „na na na na na“ und immer wieder „ohohooohooo“ (muss das jetzt wirklich sein?). So etwas passt zum Stadionrock der Toten Hosen, aber nicht unbedingt zu einer Band wie Subway To Sally. Wer’s mag, bekommt aber die volle Dröhnung zum Mitgröhlen, aber unterm Strich wirkt das einfallslos und platt.

Der Song ‚Königin der Käfer‘ wurde bereits vorab als Single ausgekoppelt und dürfte damit dem einen oder anderen bereits bekannt sein. Da haben wir auch gleich den besten Track der Scheibe: Im Grunde Subway-typische Melodien treffen auf leicht morbid-düstere Texte. Hier halten sich die elektronischen Parts dezent im Hintergrund, und die Texte erinnern wohlig an alte Bandzeiten. Das schon erwähnte erste Albumsong ‚Island‘ beginnt mit starken Fanfaren und weckt große Erwartungen, die aber mit dem folgenden Album leider nur teilweise erfüllt werden können. Chris Harms liefert als Gastsänger eine solide Arbeit ab, aber der Stil will nicht so ganz zum bisherigen Subway-Output passen. Nun sind Veränderung und Experimentierfreude ja nicht per se schlecht, und garantiert wird auch dieses Album seine Anhänger finden und sich gut verkaufen, aber man weiß einfach, dass die Potsdamer mehr können, wenn sie denn dann wollen.

Es gibt zum Glück aber auch ein paar wirkliche Highlights, und in diesen Momenten spürt man, wie die ganze Platte ohne die belanglosen Chöre und teils platten Texte hätte werden können. So weiß die emotionale Nummer ‚Am Tiefen See‘, die als Fortsetzung zur ‚Rose im Wasser‘ gedacht ist, durch ihre Stimmung und Atmosphäre zu gefallen und bietet eine interessante Abwechslung zwischen Syrahs Stimme und den folkloristischen Ansätzen der Musik. ‚Aufgewacht‘ ist eine gut tanzbare Nummer, die gut nach vorne geht. Der Titeltrack besteht dann leider wieder nur (!) aus „Na na na“-Lyrics mit dem „Subway To Sally Fanchor“. Das mag dem einen oder anderen gefallen und Spaß machen, vielleicht auch live für Spaß und Stimmung sorgen, aber für eine Band, die mit lyrischer Poesie und einem ausgefeilten Mix aus Metal, Folk und Mittelalter bekannt geworden ist, wird hier einfach zu wenig vorgelegt. Dazu kommt der hohe Elektroanteil, den man mögen muss, um an „Hey!“ irgendwie seinen Spaß zu finden.

Das 13. Studioalbum ist sicher keine schlechte Scheibe geworden und wird seine Fans finden, und gerade auch als die hervorragende Liveband, die Subway To Sally schon immer gewesen ist, wird die Truppe auf den nächsten Festivals gute Stimmung damit machen. Dennoch: Für Subway To Sally ist „Hey!“ nach den makabren Mitgift-Geschichten ein formaler Rückschritt, ein nur teilweise gelungenes Experiment mit starken Höhen, aber leider eben auch viel zu vielen (Un)tiefen.