Schlagwort: Folk

Don’t Look Back in Anger – Wolfgangs musikalischer Jahresrückblick 2020

Wenige Wochen vor Ende des Jahres stolperte ich auf dieser Seite über den Aufruf, sich bei Whiskey-Soda als Redakteur zu bewerben, inzwischen bin Redakteursanwärter. Als der schreibe ich meinen musikalischen Jahresrückblick, nach diesem extrem denkwürdigen Jahr. Das Jahr 2020 sollte gut starten. Kurz vor Weihnachten 2019 war ich einer der Glücklichen, der Tickets für Die…

Thank you for the music! – Christinas 2020, musikalisch betrachet

Da geht’s dahin, das Corona-Jahr. Vieles war und ist mega ätzend. Aber es gab auch kleine Lichtblicke und Highlights. Ich habe an dieser Stelle mal die Top 5 zusammengetragen, die mein kleines Universum aufgehellt haben.Brian Fallon: November 2021. Itchy: Dezember 2021. Die Ärzte: Dezember 2021. – Und das sind nur drei der verschobenen Konzerte, auf…

KRAYENZEIT – Singleauskopplung „Unsterblich“

Und aus dem Meer Wie ein Phönix aus der Asche Steigen wir in Staub gehüllt hervor Wer Staub frisst, wird Gold ernten. Ziemlich plakative und dennoch treffende Zusammenfassung für das jüngste Krayenzeit-Album „Staub und Tränen“. Sie sind durch die Hölle gegangen, waren mehr als einmal ganz am Boden, haben sich aufgerafft, gegenseitig aufgeholfen, sind weitergegangen.…

THE CHANT OF TREES – Crowdfunding für ein psychedelisches Folk Metal – Album

THE CHANT OF TREES wurde in den Tiefen des Waldes geboren, wo sich der Geist mit Bäumen und Wasserfällen verbindet. Gesänge erheben sich und verschmelzen abwechselnd mit den Gitarren sowie den Geräuschen des Waldes zu verschiedenen Gemälden. Eine beruhigende Reise in unser inneres Unendlich. Das Crowdfunding wird dazu beitragen, ein exquisites A5-CD-Digipack herzustellen und T-Shirts…

FIDDLER’S GREEN – Online-Anniversary-Show und Crowdfundingaktion

Fiddler’s Green sind wohl die Speedfolk-Band überhaupt. Immerhin frönen sie dieser Musik nun schon seit 30 Jahren. Anlässlich des Jubiläums steigt am 04. Dezember 2020 auf ihrem Youtube-Kanal eine Online-Jubiläumssause mit vielen Gästen. Der Eintritt dazu ist frei. Es darf jedoch gerne gespendet werden. Hier geht es zur Show: https://www.youtube.com/channel/UCg6DF6Bl17sIc9hDvXrw24A Passend zum Konzert wird am…

LAURA JANE GRACE – Zeit zu überleben

Laura Jane Grace hat uns alle mit ihrem Solo-Album überrascht. Überrascht deshalb, weil es ohne jegliche Vorankündigung einfach so veröffentlicht wurde. Wir haben uns mit Laura Jane Grace darüber unterhalten was aus der Extra-Zeit des Lockdowns, bzw. des Nicht-Auftreten-Könnens so entstehen kann. Außerdem warum überleben alles ist und ein Denken in schwarz und weiß auch…

Stay Alive

Mit Stay Alive (Polyvinyl Records) ist es da. Einfach da. Das überraschende Soloalbum von Laura Jane Grace, welches noch nicht einmal einer Vorankündigung bedurfte. Keine Devouring Mothers, kein Against Me!, reduziert bis ultimo. Gitarre und Stimme. Mehr braucht es manchmal gar nicht. Sogar die Aufnahmeart (zusammen mit Produzent Steve Albini) unterstreicht das noch, eine rein analoge Aufnahme, nicht bearbeitet, zwei Tage lang, fertig.

Der Opener „The Swimming Pool Song“ zeigt mit jedem Seitenanschlag dass ein Song vor Kraft nur so strotzen kann. Mitunter gibt es eine dezent eingesetzte Drum-Machine oder leichte Rhythmusunterstützung. „Supernatural Posession“ holt dann sämtliche Against Me!-Jünger in fäustereckender Glückseligkeit ab, doch eigentlich ist es nicht wichtig, zu welchem Projekt man die Songs eventuell zuordnen könnte. Die Platte wird von der schieren Intensität, ihrer Direktheit und Kraft getragen – offenes Visier eben.

Obwohl die Songs von Krise und Pandemie umgeben waren, ist es dennoch keine düstere Platte geworden. Das Gespür für eingängige Hooklines bringt Grace auch in der Isolation aufs Papier. Doch diese Platte ist mehr als Selbsttherapie und Zeitdokument wie die Sängerin erzählt:

„Jetzt Songs zu veröffentlichen bedeutet, dass das Label arbeiten kann, das Fotos und Artwork gemacht werden müssen, dass Merchandise produziert wird – Die Songs helfen dabei, diese Gewerke am Leben zu halten. Jeden Tag hören wir von Menschen, die ihre Jobs verlieren, von Läden, die schließen müssen, davon, dass alles zusammenbricht. Das Einzige, was ich dagegen tun kann, ist zu arbeiten.“

Laura Jane Grace

Damit „Stay Alive“ aber nicht in der aktuellen Streamingflut untergeht, erscheint es am 11.12.20 regulär auf CD und LP.

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Breach

Fenne Lilly hat ganz besondere Fähigkeiten. Zum Beispiel kann sie mitten in Berlin Ruhe und Besonnenheit finden. Jawohl, die junge Frau hat sich aus dem beschaulichen Bristol in die quirlige deutsche Hauptstadt zurückgezogen (!), um für sich zu sein. Und kam hier über die Einsamkeit nach einer Trennung hinweg.

Dieser Zustand bringt bekanntlich die besten Popsongs hervor. Und damit sind wir bei den anderen Fähigkeiten, wegen denen wir uns aber überhaupt mit der Sängerin und Songwriterin beschäftigen. Selbige finden sich in dem sehr entspannten Song zu besagter Stadt und Katharsis. Und in allen anderen elf Stücken auf „Breach“ (Dead Oceans). Jedes einzelne ist Grund genug, warum Fenne Lily eine ganz besondere Vertreterin ihrer Zunft zu nennen ist.

I’m a ghost sometimes“ singt sie in dem Song mit dem Phantasietitel „Alapathy“. Durchaus hat ihre Musik etwas Schwebend-Durchlässiges. Lilys Stimme ist filigran, oft nur ein Hauchen. Und „Breach“ ist im Ganzen so introvertiert wie eine einsame Seele, die melancholisch, aber frei durch die Welt wandelt.

Es mag an einer gewissen Altklugheit liegen, oder an der neugierigen Erwartungshaltung, die Menschen mit Anfang Zwanzig zu eigen ist. Jedenfalls fühlt man sich unglaublich gut aufgehoben in der Musik von Fenne Lily. Sie geht mit großer Vorsicht mit ihren Songs um und erschafft so zerbrechliche Strukturen wie die von „Elliott“, „Birthday“ oder dem zarten „Someones Else’s Trees“. Obwohl hier viel geträumt werden darf und auch auf Streicher nicht verzichtet wird („Laundry and Jetlag“), geht es niemals kitschig zu.

Fenne Lily ist sehr stark, ohne jeglichen Druck auszuüben. Das Geheimnis liegt in ihrer Ehrlichkeit und Selbstreflexion. Im Video zu „Solipsism“ etwa hat sie den „erschreckenden Gedanken“ verarbeitet, „dass ich mein ganzes Leben mit mir selbst verbringen muss“. „Breach“ präsentiert herrliche zwölf Songs, von denen jeder einzelne die wunderbare Gabe hat, sich ein wenig besser zu fühlen.

 

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Cargo Records

OLD KERRY McKEE – Blues trifft Folk trifft Black Metal

Wie klingt wohl die Mucke, die ein ehemaliger Death-Metal-Musiker aus dem ländlichen Schweden liefert, wenn er die restlichen Bandmitglieder mit einer Akustik-Gitarre, einem simplen Schlagzeug und einem alten Kassettenrecorder ersetzt? Irgenwas zwischen Old Folk, Blues und Black Metal. Man könnte auch sagen: Dark Country mit jeder Menge roher Energie und absolut minimalistischer Technik. Das Album…

ISENGARD – Verloren geglaubtes Solo-Album von DARKTHRONES Fenriz kommt

Für alle Fans der Black-Metal-Veteranen Darkthrone und deren Drummer Fenriz gibt es aufregende Neuigkeiten. Unter dem Namen Isengard veröffentlichte dieser in den frühen Neunzigern zwei Solo-Alben mit den Titeln „Vinterskugge“ und „Høstmørke“. Stilistisch zwischen Doom-, Death-, Black-, Folk- und Viking-Metal verortet, hätten diese nicht zu Darkthrone gepasst, darum veröffentlichte der Darkthrone Drummer sie Solo. Nun…