Schlagwort: Modern Metal

HYPOCRISY, AMON AMARTH & ARCH ENEMY – Live-Termine im Dezember

Aktuell rollt eine schwedische Heavy-Metal-Invasion über den Kontinent. Die bärtigen Wikinger-Krieger Amon Amarth sind noch bis Mitte Dezember in unseren Breiten unterwegs – mit ihrer bisher größten und ehrgeizigsten Tournee. Neben Amon Amarth werden auch Arch Enemy und die legendäre schwedische Death-Metal-Gruppe Hypocrisy um Kult-Produzent Peter Tägtren mit dabei sein. 02.12. LUX-Esch-sur-Alzette, Rockhal 03.12. Frankfurt,…

LACUNA COIL, ELUVEITIE & INFECTED RAIN – Fotoreport aus Berlin

Die italienischen Gothic-Metaller Lacuna Coil sind Ende November 2019 gemeinsam mit den Schweizer Folk-Metallern Eluveitie und den Modern Metallern Infected Rain aus Moldawien im Berliner Club Huxley’s Neue Welt zu Gast. Wir haben den schweißtreibenden Abend mit einer Fotoreportage dokumentiert. Lacuna Coil Webseite Lacuna Coil bei Instagram Lacuna Coil bei Facebook Empty Spiral – Die…

Shaped By Fire

Viele Metalheads hätten darauf keinen Cent mehr gewettet, aber das neue Album von As I Lay Dying ist tatsächlich da! Nach der Haftentlassung von Frontmann Tim Lambesis hat die Band in einem mehrere Jahre dauernden und auch noch nicht abgeschlossenen Versöhnungsprozess wieder zusammengefunden. Laut waren die Stimmen vor allem im Netz, ob man die Band wohl jemals getrennt vom Mordversuch Lambesis an seiner Ex-Frau sehen könne und man sie nicht einfach abhaken solle.

Nun lässt sich das Innerste eines Menschen niemals ergründen, und somit ist es jedem Musikfreund freigestellt, sein persönliches, moralisches Urteil zu fällen und die Band zu vergessen. Oder man kann die auch öffentlich bekannte Reumütigkeit und Demut von Lambesis anerkennen und konstatieren, dass jeder eine zweite Chance verdient hat, der seine Strafe abgesessen hat. Auch in der Band scheinen noch lange nicht alle Wunden verheilt, aber der Blick in Zukunft steht im Vordergrund. Das musikalische Ergebnis der Versöhnung und neuen Zusammenarbeit der fünf Herren aus Kalifornien lässt jedenfalls in beinahe jeder Textzeile, aber auch im Gesamteindruck klar erkennen, was Musik für ein Katalysator für menschliche Dramen und Emotionen sein kann.

As I Lay Dying verstanden es schon immer, scheinbare Gegensätze zu verbinden. Rhythmik und Melodik, sanfte Wärme und angepisste Wut, Geschwindigkeit und Durchatmen. All das wird schön und locker variiert.

„Shaped By Fire“ steht diesen Trademarks an keiner Stelle nach und jedes Bandmitglied macht seinen Job exzellent. Lambesis übernimmt die todesmetallischen Growls und scheint sich allen Frust aus der Seele zu brüllen, Bassist Josh Gilbert steuert den melodischen Klargesang bei. Beides wechselt sich ab und ergänzt sich so gut und stimmig, wie es wohl kaum eine Metalcore-Truppe besser schafft. Das Gitarrenduo Phil Sgrosso und Nick Hipa schrammelt, schreddert, fingert und fummelt, dass es eine wahre Freude ist. Und Schlagzeuger Jordan „The Beard“ Mancino prügelt auf sein Drumkit ein, als wäre sein Instrument schuld an allem Frust und Schmerz der letzten Jahre.

Heraus sticht unter den vielen guten Songs „Gatekeeper“, das extrem derbe daher kommt und neben den üblichen Breakdowns auch im Thrash- und sogar Black-Metal wildert. „The Wreckage“ und „Take What’s Left“ haben zudem die genialen Hooks, für die AILD geliebt werden. „Redefined“ mit Gast-Sänger Jake Luhrs von August Burns Red verknüpft exquisit Groove mit Hardcore-Räudigkeit und „Torn Between“ zählt mit seiner Vielseitigkeit ebenfalls zu den besseren Titeln.

Das bedeutungsschwangere Ergebnis ist „Shaped By Fire“, ein Metalcore-Album, das es tatsächlich schafft, an die alten Qualitäten des Quintetts aus Kalifornien (und die ehemals großen Tage des Genres) anzuknüpfen und – wie zwischenzeitlich feststeht, auch an den kommerziellen Erfolg. In die deutschen Albumcharts stieg „Shaped By Fire“ in der ersten Woche auf Platz 6 ein – die beste Chartplatzierung in der Bandgeschichte. Damit ist die Rehabilitation wohl geglückt und die Band kann wieder die Musik in den Mittelpunkt stellen.

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Nuclear Blast (Label)

AS I LAY DYING – Neuer Song, Making-of-Videos und Tourdaten zum neuen Album

Am kommenden Freitag erscheint das lange erwartete, neue und insgesamt siebte Studioalbum der wiedervereinigten Metalcore-Truppe As I Lay Dying. Kurz vorher haut die Band nochmal einen neuen Song raus. „Blinded“ hat alle Qualitäten, wegen der die Band noch immer eine grosse Fangemeinde hat. Neben dem neuen Video haben wir auch nochmal alle Making-of-Videos zusammengefasst. Ausserdem…

BARONESS im Herbst auf Tour mit VOLBEAT und DANKO JONES

Am kommenden Freitag, den 14.06. erscheint das neue Album „Gold & Grey“ von Baroness. Vor einiger Zeit hat die Band auch bekannt gegeben, dass sie zusammen mit Danko Jones als Support für Volbeat im Herbst an einer Stadiontour durch Europa teilnimmt. Hier nochmal die Daten: 01.11. Berlin – Mercedes -Benz Arena 03.11. Stuttgart – Hanns-Martin-Schleyer-Halle…

WALKWAYS – Alternative-Metal-Truppe aus Israel nimmt Europa ins Visier

Israel ist gar nicht so weit von Europa entfernt, wie jeder denkt. Und es gibt eine sehr aktive, lebendige Metalszene. Das sagen die Jungs von Walkways aus Tel Aviv, die gerade einen Plattenvertrag bei der deutschen Label-Grösse Nuclear Blast abgeschlossen haben. „Nach ihrem 2013er Debüt Album „Safe In Sound“ sind Walkways nun bereit, ihren zweiten…

Of Light And Shade

Zwei Cousins gründen 1993 in einer Kirche in Norwegen eine Band. Eine Band, die ihrer Zeit weit voraus ist. In den folgenden 11 Jahren kämpfen Extol mit ihrem einflußreichen Progressive Death Metal gegen alle möglichen Widerstände an. Die sind groß, denn die talentierten und ambitionierten Musiker brechen ein Tabu: Sie spielen Death Metal, sind aber bekennende Christen und machen auch in ihrer Musik keinen Hehl daraus – im Gegenteil. Mehr Rebellion geht wohl kaum in einer Szene, die überwiegend mit anti-religiösen Inhalten in Verbindung gebracht wird, wie auch Hank von Helevete (Ex-Turbonegro) in der vorliegenden Dokumentation beinahe ehrfürchtig bekennt. So kämpfen Extol von Beginn an an zwei Fronten: Gegen die beinahe instinktive Ablehnung als christliche Metalband durch einen Großteil der Metalszene, in der einzelne schon einmal ein ganzes Konzert mit ausgestreckten Mittelfingern begleiten. Viel mehr aber noch gegen engstirnige christliche Leiter, die ihre Musik verteufeln und zu Boykott, Gebetsnächten gegen die „abtrünnigen“ Musiker und sogar CD-Verbrennungen (!) aufrufen.

Doch die jungen Künstler halten an ihrem Traum fest, mit ihrer Musik Menschen ein anderes Bild vom christlichen Glauben zu vermitteln. Der Idealismus wird belohnt, die Bekanntheit steigt, Kritiker und bekannte Musiker zeigen Bewunderung, die Fangemeinde wächst. 2004 kommt es dennoch zu einem ersten Bruch: Zwei Gründungsmitglieder verlassen die Band um sich ihren jungen Familien zu widmen. Die verbliebenen Bandmitglieder müssen beinahe bei Null beginnen, schaffen es aber nach eigener Aussage durch ein Wunder (Gottes) im darauffolgenden Jahr, das vierte Album „The Blueprint Dives“ zu veröffentlichen. Das Werk zeichnet sich durch einen signifikanten Stilwechsel aus und kostet die Band Fans der ersten Stunde, wird aber für den norwegischen Grammy nominiert. Es folgen Touren mit Mastodon und Opeth, der mehr als verdiente Durchbruch liegt spürbar in der Luft. Dann der Schock: Sänger und Bandleader Peter Espevoll erkrankt an einem Tinitus und Panikattacken – und steigt als Folge 2007 aus der Band aus. Die Freunde in der Band sind fassungslos, die Fans nehmen ohne größere Erklärungen und daher mit vielen Fragezeichen zur Kenntnis, daß die Band auf Eis liegt.

Fünf Jahre später beginnt die erfolgreiche auf Filmfestivals und im norwegischen Fernsehen aufgeführte Dokumentation mit einem intimen Einblick in den Alltag von Peter Espevoll, der sich von Frau und Kind verabschiedet, um mit seinen Freunden Ole Borud und David Husvik ein neues Extol-Album auzunehmen. Der Film begeitet während 70 Minuten die Band beim ersten Treffen seit langem von Songwriting-Sessions in Boruds Wohnzimmer und ersten Proben über die Produktion des Albums, beim Shooting von Pressefotos und dem Mix in Jens Bogrens bekannten Fascination Studios bis zur Album-Release-Party von Album Nummer fünf, schlicht aber tiefgründig „Extol“ betitelt. Dazwischen kommen musikalische und geistliche Bewunderer und Wegbegleiter genauso zu Wort wie ehemalige und aktuelle Bandmitglieder. Vor allem letzteren merkt man bei ihren ehrlichen und nicht immer einfachen Einblicken in die Geschichte der Band mit ihren Höhen und (vor allen Dingen) Tiefen an, daß Extol über eine „begeisterte Band aus Jugendfreunden“ weit hinausgeht.

Der Film ist nicht etwa deshalb stark, weil er die Geschichte einer Pionierband nachzeichnet, sondern weil er unverfälscht und beeindruckend die Persönlichkeiten hinter der Band porträtiert: Espevoll, Borud und Husvik sind Menschen wie Du und Ich. Metalheads, Väter und Ehemänner, die wie wir alle mit Lebenskrisen zu kämpfen haben, aber ihre eigene Art haben, mit diesen umzugehen. Nicht die Freundschaft, nicht der Humor und auch nicht das gemeinsame Musizieren sind das Fundament von Extol, sondern ihr authentischer Glaube an den christlichen Gott, der besonders in den verletzlichen Momenten der Interviews überdeutlich als tiefe, gelebte Überzeugung erkennbar wird. Auch wenn die Zukunft der Band und vor allem Live-Auftritte aufgrund Espevolls anhaltender Krankheit ungewiss sind – die Jungs von Extol werden ihren Weg gehen. Mit der Hilfe ihres Gottes. Fans innovativer Metalklänge dürfen hoffen oder beten, daß es als Band geschehen wird. Gereifte Persönlichkeiten, die ihre Überzeugungen in diese kaputte Welt tragen, braucht es mehr denn je.