Schlagwort: Meloprog

Birth

Alternative Metal ist so Neunziger, daß man einen bestimmten Sound erwartet, wenn man den Begriff heutzutage liest. Irgendwie Nu Metal, irgendwie Grunge, vielleicht ein bißchen Elektro und das Ganze irgendwo zwischen nostalgisch-herzerwärmend und peinlich zum Fremdschämen. Und dann landet ein Debütalbum einer bulgarischen Band im Redaktionsbriefkasten, daß es tatsächlich schafft, den Genre-Begriff von diesen Klischees zu befreien. Hinter Nameless Day Ritual verbergen sich einige der erfahrensten Rockmusiker Bulgariens, das auf der virtuellen Landkarte hipper Musik-Neuentdeckungen ziemlich abgeschlagen liegen dürfte. Zumindest bisher. Streng genommen ist „Birth“ eine EP mit „nur“ sechs Songs und einer Spielzeit von rund 35 Minuten. Doch das ist kein Makel, denn das Debüt ist eine runde, stimmige Sache und die sechs Songs bieten viel.

Los geht’s mit orientalisch anmutenden Gitarren zu ‚Far Out‘, das sich zwei Minuten beeindruckend auf einen ersten Höhepunkt hin zum härtesten Song des Albums steigert. Der ist erreicht, wenn sich Sängerin Asya Katrandzhieva mit elektronisch verfremdeten Screams die Stimmbänder wund röhrt. In diesen Momenten klingen Nameless Day Ritual wie eine atmosphärische Voll-auf-die-Zwölf-Metalcore-Band. Beim Titeltrack lässt dagegen nur die Rhythmusgitarre erahnen, dass es sich hier um Rockmusik handelt. Die Leadgitarre klimpert sphärisch-melodiös ein unscheinbares und gemächliches Ambient-Thema vor sich hin und Katrandzhieva säuselt dazu die Strophen. Wenigstens bis zum derbe-beeindruckenden Screamo-Refrain. Ein spannender Auftakt.

Bei „I“ setzen die Südosteuropäer auf die gleiche Rezeptur aus (dieses Mal rhythmisch anspruchsvollen) Riffs, wechselnd sanftem Singen und schmerzerfüllten Screams und einen melodischen Gegenpart mit Hilfe der Leadgitarre. ‚Chiming Through‘, bei dem Nameless Day Ritual gänzlich auf Screams ihrer Frontfrau verzichten, erinnern von Sound und Atmosphäre an die neueren Stücke von Anathema. Hier umschmeichelt die warme, dynamische Stimme von Katrandzhieva die Melodie oftmals in der Manier einer talentierten Pop-Sängerin. Aber natürlich hat der aufmerksame Zuhörer von Beginn an bemerkt: Sanft alleine ist nicht das Ding der Bulgaren, und sollten die wunderschönen Melodien noch so sehr danach verlangen.

Die immer dynamische Hochzeit von seidig-sanften Melodien und komplexen, harten Rhythmen, von Screams und schaurig-schönem Klargesang machen aus jedem Titel auf „Birth“ ein aufregendes Stück Musik. Was die vier musikalisch potenten Herren um Frontröhre Asya Katrandzhieva mit „Birth“ abliefern, hat das Potential, zu einem der „next big things“ zu werden. Nicht im Metal-Mainstream vielleicht, aber in der Nische für experimentierfreudig-anspruchsvolle Musikkonsumenten irgendwo zwischen Metalcore, Progressive-Metal, Ambient und Industrial.

AVANTASIA entern Platz 2 der deutschen Verkaufscharts

Das am 29. Januar veröffentlichte Album „Ghostlights“ des Tobias-Sammet-Projektes Avantasia hat erwartungsgemäß einen sehr guten Einstieg in die Charts geschafft und ist in Deutschland auf Platz 2 gelandet. In insgesamt 17 Ländern und auf 3 Kontinenten konnte sich „Ghostlights“ in den Verkaufscharts platzieren, so zum Beispiel auf Platz 2 in Tschechien oder auf dem dritten…

Neues Album von CIRCUS MAXIMUS

Nein, der Circus Maximus steht nicht in Rom, sondern in Oslo, Norwegen. Von dort kommt nämlich die gleichnamige Metalband mit Prog-Einschlag. Das italienische Label Frontiers Records (hm, also doch Italien?) hat nun für den 18. März das vierte Studioalbum der Band mit dem Titel „Havoc“ angekündigt. Bisher hat die Band die Songs ‚The Weight‘ und…

MAGNUM veröffentlichen neues Video zu ‚Crazy Old Mothers‘

Die britische Melodic Rock-Legende MAGNUM hat ein Video zum neuen Song „Crazy Old Mothers“ aus dem kommenden Studioalbum Sacred Blood „Divine“ Lies veröffentlicht. Tony Clarkin sagt über den Song: „The song is about working in a job you hate, when you had such big plans for yourself but you were to scared to take a…

In Sequence

Bereits 1997 von Gitarrist Ben Varon und Schlagzeuger Juhana Karlsson als Cover-Band im zarten Jugendalter gegründet, haben Amoral aus Helsinki spätestens seit ihrem letzten, sechsten Album „Fallen Leaves & Dead Sparrows“ eine wachsende Fangemeinde zu verzeichnen. Das vielseitige Metal-Album mit der wunderschönen Coverabbildung einer jungen und einer alten Frau wurde mit Lob geradezu überschüttet. Opus Nummer Sieben mit dem Titel „In Sequence“ erscheint nicht einmal zwei Jahren nach seinem Vorgänger und macht die Band zu einem Sextett. Der 2008 ausgestiegene und vom finnischen Casting-Show-Gewinner Ari Koivunen ersetzte Sänger Niko Kalliojärvi ist zurück. So hat die Band nun drei Gitarristen und zwei Sänger. Eine Tatsache, die den jüngsten Stilentwicklungen der Band hervorragend entgegen kommt und auf „In Sequence“ auch umgehend genutzt wird: Die Vielseitigkeit der Band hat sich tatsächlich noch einmal vergrößert – Amoral schaffen es, die einfache Schubladisierung als Metal-Band hinter sich zu lassen, so zahlreich sind Stimmungen, Idee und Einflüsse.

Der das Album eröffnende, musikalische Epilog stellt die stimmungsvolle Seite von Amoral heraus. Ambient-Post-Metal kommt einem in den Sinn, und auch der zur Hälfte des Liedes einsetzende Gesang von Koivunen mit seiner hohen Stimmlage setzt genau auf diesen wohlig-düsteren Effekt. Bei ‚Rude Awakening‘ hört man das erste Mal die gefällige Kombination von Koivunens Stimme mit den Growls von Kalliojärvi, wie man sie natürlich auch schon von anderen Bands kennt. Man muss aber neidlos anerkennen, daß die Mixtur wunderbar zum Sound von Amoral passt.

‚The Betrayal‘ bietet orientalischen Gesang und Trommeln zu Beginn, dann derbes Black-Metal-Drum-Stakkato. Die eigentümlichen Gesangslinien der beiden Sänger überlagern sich, die Gesamtwirkung ist: Das hier ist keinesfalls so leicht verdaulich wie die liebliche Stimme von Koivunen eine erwarten lässt. Im Gegenteil spielen Amoral mit den Erwartungen der Hörer und machen Lust auf mehr. ‚Sounds of Home‘ klingt wie ein folkig-düsterer Singer-Songwriter-Titel, eine wundervolle Ballade mit Saxophon. Logisch, daß nach so einem Song ordentlich Gas gegeben wird. Aber ohne Klischees bitte. So eröffnet ‚The Next One To Go‘ zwar mit einem sehr dynamischen Schlagzeug, der dann aber gerade NICHT von den erwarteten Growls potenziert wird. Das hier ist ein astreiner Progressive-Rock-Titel, mit Emotion, abgefahrenen Taktarten und einer ganz eigenen Melodik!

In eine ganz ähnliche Richtung geht auch ‚Helping Hands‘: anspruchsvolle Struktur und emotional aufgeladener Gesang stellen sich in den Dienst einer wundervollen Melodik. Mit dem 11-Minuten-Opus ‚From The Beginning‘ endet „In Sequence“ opulent und bietet nochmals das Meiste von dem komprimiert auf, was das Album als Ganzes ausmacht: Schwere Riffs werden zu verspielten Akustik-Tönen, Koivunen gibt den Hohenpriester der Melancholie, Gitarren- und Keyboardsoli werten das progressiv-melodische Meisterwerk zusätzlich auf und zum Höhepunkt wird’s gar noch symphonisch.

Amoral haben sich nochmals weiter entwickelt. „In Sequence“ ist abwechslungsreicher und vielseitiger als der direkte Vorgänger, der wiederum etwas mehr aus einem Guss aber ebenso emotional ansprechend ist. Der doppelt besetzte Sänger-Posten ist sicherlich ebenfalls eine große Neuerung, doch trotz der Growls kommt Amoral kaum je wie eine Melodic Death Band rüber. Die Schublade „Progressive Metal“ mag undankbar scheinen, dennoch passt sie am besten. Amoral scheren sich nicht um die Gesamtwirkung ihrer einzelnen Einflüsse, stattdessen werden sie zur bestmöglichen Essenz aus der Sicht der Band verdichtet: Melodischer, melancholischer Metal, der sich nicht schon nach dem zweiten Mal anhören abgenutzt hat. Für den ist Finnland ja berühmt. Auch wegen Amoral.

AXEL RUDI PELL – Chart-Einstiege für ‚Game Of Sins‘

Das neue Album „Game Of Sins“ von AXEL RUDI PELL ist in die offiziellen deutschen Media Control Album Charts auf Platz 11 eingestiegen. In den Media Markt / Saturn Charts auf Platz 9 und in den MegaCharts auf Platz 12. In der Schweiz ist das Album in die offiziellen Album Charts sogar noch einen Platz…

Game Of Sins

Axel Rudi Pell ist ein Uhrwerk: Alle zwei Jahre erscheint ein Album, dass absolut hochklassig ist, von dem man weiß, was man bekommt, ohne aber komplett den künstlerischen Stillstand zu bekommen. Es liegt manchmal im Detail…

So auch wieder bei „Game Of Sins“, das mit eigenwilligem, aber atmosphärischem Live-Intro in die Platte startet und mit „Fire“ eine klassische Axel Rudi Pell-Nummer nachschiebt, die mit für Bandverhältnisse aggressiver (Gitarren-)Produktion aufwartet und mit Polizeisirenen-Sample überrascht. Genau das sind die kleinen Facetten, die seit jeher alle Alben der Band mit marginalen Überraschungen ausstatten.

Klassisch geht es mit „Sons in the Night“ auf dem 17. Album des Bochumers weiter, der mit der flotten Hard Rock-Nummer den nächsten Song dem überragenden Johnny Gioeli auf den Leib geschrieben hat. Auch hier kommt die Riffgewalt aggressiv und wuchtig daher, wodurch die Songs allgemein mehr Richtung klassischem Metal denn traditionellem Hard Rock tendieren. Dazu ein weiteres grandioses Solo vom Chef und schon hat der Fan den nächsten Volltreffer.

Düster und episch beginnt der Titeltrack, der sich zu einer weiteren Hymne entwickelt und von flächigen Keyboards getragen wird. Sehr atmosphärisch! Deutlich flotter marschiert „Falling Star“ voran und nistet sich durch den Ohrwurmrefrain im Hörorgan ein, ohne den Anschein zu machen, dort jemals wieder zu verschwinden.

„Lost in Love“ ist die obligatorische Ballade, die gefühlt von „The King of Fools“ und seinem präsenten Riff zerbröselt wird. Nach weiteren hochklassigen Nummern beschließt das bombastische „Forever Free“ ein Album, das vor allem durch seine Produktion überrascht und mit erneut bärenstarken Songs durchweg überzeugt.

Innovation und radikale Neuerungen sucht man auf „Game Of Sins“ vergeblich, aber genau das erwarten die Fans vom Bochumer Gitarrengott. Es gäbe wohl nichts schlimmeres, als wenn Axel Rudi Pell von der Marschroute abweichen würde.

Heaven’s Gate

Eternal (of Sweden) kommen, klar, aus Schweden und haben sich dem guten alten Schwedenstahl verschrieben. Doch halt, altbacken klingen die Mannen um Sänger Christer Gärds nicht, sondern bieten traditionellen, melodischen Metal mit moderner Schlagseite, viel Bombast und ein Brett von Sound (opulent von Peter Tätgren kreiert), der die Stärken der Band sehr gut in Szene setzt.

Der Opener „Ruins“ erinnert an Dream Evil, bis durch den kernigen Gesang und den mehrstimmigen Chorus der Vergleich wieder etwas verwässert und der Song mit seinen ruhigen Keyboardpassagen im Gegensatz zu den wuchtigen Parts zu einem feinen, düsteren Ohrwurm avanciert.

Flotte Nummern gibt es mit „Surrounded By Shadows“ und „The Purity Inside“, eine tolle Halbballade und weiblichem Stimmgegenpart mit „Angel“ sowie wuchtige Midtempo-Stampfer der Marke „Eternal Fire“. Schwere Riffs, hymnenhafte Melodien und Keyboardteppiche mit rauem Gesang made in Sweden funktioniert hervorragend seit den 2000ern und auch auf dem Zweitling von Eternal (of Sweden).

Die Songs gehen allesamt schnell ins Ohr und punkten durch angenehm zurückgehaltenen Kitsch, der in der Szene ja gern mal zum Einsatz kommt. Stattdessen setzt die Band auf eine dunklere Grundfarbe und abwechslungsreiche Songs. Genau so muss es sein, auch wenn Songtitel und Lyrics nicht unbedingt innovativ sind, positiv formuliert aber stilistisch passend.

Freunde des modernen Schwedenstahls der Marke Nocturnal Ritels, Tad Morose oder auch Dream Evil finden bei Eternal (of Sweden) definitiv ein akustisches Zuhause.

SINBREED – Lyric Video zu ‚Creation Of Reality“

Die deutschen Melodic Speed Metaller SINBREED sind am 26. Februar mit ihrem dritten Album „Master Creator“ am Start, das als Digipak und auf 500 Einheiten limitierte Gold-Vinyl-Edition erhältlich sein wird. Das Video zu „Creation Of Reality“ gibt einen guten Vorgeschmack: Kompromisslos, rasant, dabei aber melodisch und rau – das alles ist seit jeher typisch für…