Schlagwort: Avantgarde Metal

ENSLAVED – Neue Songs vom kommenden Album online (UPDATE)

Norwegens Avantgarde-Metalhelden Enslaved veröffentlichten vor einigen Tagen die Single „Homebound“ von ihrem kommenden Album „Utgard“, das im Herbst 2020 erscheinen wird (wir berichteten). Die Band zum neuen Song: „Homebound‘ handelt von der großen Belohnung des Entdeckens und den Reisen in fremde Gebiete – auf ‚Viking‘ zu gehen, wenn du so willst und am Ende doch…

Beyond Darkness

Jenseits der Dunkelheit – das würde Licht bedeuten. Doch bei Göden geht es mit Sicherheit nicht um die lichten, die schönen Momente unserer Existenz. Bereits zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Milleniums prophezeite die New Yorker Band Winter „Eternal Frost“ auf ihrem Weg „Into Darkness“ in Form von bis dahin selten in solch monotoner, öder und freudloser Art und Weise präsentierten Doom. Winter wurde zur Kultband im Underground und gilt bis heute weiterhin als bestgehütetes Geheimnis der Szene. Gitarrist Stephen Flam führt nun über 30 Jahre später das Erbe Winters mit Göden weiter, dessen Debütalbum „Beyond Darkness“ (Svart Records) epische Dunkelheit in prachtvoller und vielschichtiger Form zelebriert.

„Beyond Darkness“ reizt die gesamte Spieldauer einer CD aus, dies bedeutet 77 Minuten Avantgarde-Doom-Metal par excellence. Das Album ist eine finstere Einheit, die sich aus langsam kriechenden Kompositionen, narrativen Zwischenspielen und tiefschwarzer Atmosphäre nährt. In seinem Aufbau ist ihm eine Nähe zu den Urvätern des avantgardistischen Heavy-Metal, Celtic Frost, nicht von der Hand zu weisen. Göden gehen ebenfalls sehr strukturiert, aber auch bombastischer und ausladender zu Werke. Die Songs sind meist jenseits der sechs Minuten angesiedelt, gerne auch mal bis an die zehn Minuten reichend. In Verbindung mit den Intros und Intermezzi nährt sich das stimmungsvolle Hörerlebnis aus neunzehn Teilstücken, die „Beyond Darkness“ zu einem Hörfilm im Kopf werden lassen.

Wie ein guter Horror- oder Fantasyfilm

Elegisch und monoton führen Göden uns durch ihre Welt voller Schatten. Dabei bedienen sie sich Metal-Riffs der Alten Schule, Versatzstücken des Gothic Metals und Harmonien des Epic Dooms, die immer in Verbindung mit dezenten, aber stimmungsvollen Keyboards ihre hypnotische Macht entfalten. Sie wechseln von harschen, gequälten Vocals zu narrativen Spoken Words, Lyrik in deutscher Sprache hin zu weiblichem Gesang, sodass viele Erzählebenen entstehen, die die Vielschichtigkeit des Werkes ausmachen. Jedes Element dient dazu, den ausdrucksstarken Charakter des Albums zu steigern. Bei allen Ideen und konzeptionellen Überbau treiben es Göden nie zu weit, sie verlieren nie die Gesamtheit ihres musikalischen Ansatzes aus den Augen. Das Gesamtwerk wirkt nie aufgesetzt oder über die Maße gewollt, sondern homogen und kunstvoll arrangiert. Eingerahmt durch einen üppigen, zeitgemäßen, aber nicht seelenlosen Sound, wie ein guter Horror- oder Fantasyfilm.

Pausen, Unterbrechungen oder mangelnde Konzentration würden das expressive Erlebnis zerstören. „Beyond Darkness“ sollte man sich hingeben, sich die Zeit nehmen, es zu genießen, denn nur so entfalten die 77 Minuten ihre Macht über die eigene Fantasie und Gefühlswelt. Was der einzelne daraus macht, bleibt ihm selbst überlassen, aber Göden schaffen es, einen über die gesamte Spieldauer zu fesseln. Faszination und Gänsehaut – ein Meisterwerk!

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Apocalyptic Raids

Die Beatles, die Stones, Zeppelin, Sabbath, Hellhammer – zur Zeiten ihrer ersten Gehversuche hat niemand an sie geglaubt, sie wurden niedergemacht. Und jetzt? „Apocalyptic Raids“ (Noise Records) gehört zu DEN Klassikern im Heavy Metal, die ekelhafte Ursuppe des Black Metals, die erste wirklich dunkle Veröffentlichung in diesen noch jungen, aber doch so gehassten Genre. Die drei Schweizer Quälgeister wollten die Welt erobern, konnten aber nicht so richtig, weil ihnen das Equipment und das Können fehlte, aber jetzt – 36 Jahre später – sind die vier Songs von 1984 nicht von der Landkarte des Metals hinfort zu wischen.

Hellhammer haben nicht nur zwei Demos und sechs ordentlich produzierte Songs der Welt geschenkt, sondern standen jeglichen dunklen Tönen ab den 80ern Pate. Karl Walterbach hatte den richtigen Riecher, nicht nur mit Kreator, Tankard und Helloween, sondern auch mit dem Schweizer Trio, das später mit Celtic Frost unsterblich wird. Aber genug der Verneigung. Thomas Gabriel Fischer und Martin Eric Ain (R.I.P.) haben lange an ihren Songs gefeilt, teilweise bis heute, und wer sich nicht von dem erdig muffigen Sound blenden lässt, wird dies erkennen und anerkennen.

Der Opener ,The Third Of The Storm (Evoked Damnation)‘ ist ein räudiger Bastard aus der Energie des Punks, die kaum in Bahnen des Metals gelenkt werden kann. Das knapp zehn minütige ,Triumph Of Death‘ gilt als dunkelster aller Doom Metal-Kompositionen mit seiner vielschichtigen Erzählweise. Hier ist bereits zu erkennen, was uns „Into The Pandemonium“ Jahre später bescheren wird. ,Horus/Aggressor‘ und ,Massacra‘ sind schnelle Black Metal-Songs, an denen sich bis heute Generationen an Bands die Zähne ausbeißen. Die einfältige Kraft dieser Songs bleibt unerreicht. Die beiden Sampler-Beiträge ,Revelations Of Doom‘ und ,Messiah‘ sind Midtempo-Stampfer, die dreckiger kaum sein können. Durch alle Phasen von Celtic Frost lassen sich die Ideen von 1984 wiedererkennen. Diese Songs sind das Fundament, das uns bis heute als Triptykon so zuverlässig und tiefschwarz begleitet.

Mit „Apocalyptic Raids 1990 A.D.“ gab es bisher nur eine einzige Veröffentlichung von Hellhammers Vermächtnis. Wie schon 1990 fehlt leider ,Crucifixion‘, den polternden Dreiminüter, der 1984 auf dem „Metal Massacre V“-Sampler verewigt wurde. Es gibt zwar eine offizielle Version der ersten beiden Demos, aber erst jetzt das lang ersehnte Rerelease von „Apocalyptic Raids“. Es ist vorsichtig poliert worden. Der raue Charme ist dabei nicht verloren gegangen. Zwar sind die Gitarren ein wenig geglättet worden, den Drums mehr Hall gegeben worden, dem Drang tiefer einzugreifen ist widerstanden worden. Die sechs Klassiker sind nicht runderneuert und modernisiert worden, sondern stehen wie ein Monolith in der Historie des Heavy Metals.

Homepage von Hellhammer

Homepage von Celtic Frost

ENSLAVED – Verschieben Album-Release wegen Corona-Krise

Die norwegischen Avantgarde-Black-Metaller Enslaved geben bekannt, dass die Veröffentlichung ihres fünfzehnten Albums „Utgard“ wegen der andauernden Corona-Krise auf den Herbst verschoben wird. Gleichzeitig enthüllt die Band das Cover-Artwork und kündigt für Ende Mai die erste Musik vom neuen Album an. „Aufgrund der aktuellen Lage haben wir uns zusammen mit unserem Label Nuclear Blast dazu entschlossen,…