Johanna S.

THE SLOW SHOW auf Tour mit neuer EP

‚For us, success is to get people really listening.‘ Das sagt Rob Goodwin, Sänger von The Slow Show. Und wer schon einmal auf einem Konzert der Band war, weiß, dass das Quintett aus Manchester das auch wirklich schafft. Mit andächtigen Balladen und orchestralen Arrangements wird jeder Song zu einer kleinen Hymne. Im Mai waren The…

SIZARR – Neue EP Ende November

Wirklich lange ruhig wird es um dieses Trio kaum: erst dieses Jahr veröffentlichten Sizarr ihr zweites Album, nun liefern die drei Musiker Nachschub. Im Rahmen der Redbull Studio Tours ging es für Fabian, Marc und Philipp zurück aufs internationale Pakett, um an neuen Songs zu basteln. Unterstützung hatten sie dabei reichlich: in vier verschiedenen Städten…

BOY – Neues Video zu ‚We Were Here‘

Nein, das ist keine alte Nachricht. In der Tat haben Boy der ersten Single ihres zweiten Albums neues Leben eingehaucht. Auch wenn die Mädels ‚We Were Here‘ schon im Sommer veröffentlichten – samt Video voller Eindrücke ihrer letzten Jahre auf Reisen – wollten sie es im Zuge ihrer ausgedehnten Tour durch Europa nochmal wissen. Valeska…

Higher Truth

Als Solokünstler macht Chris Cornell eine Wandlung durch, die man von einem grungigen Altrocker so nicht erwarten würde. Nachdem der letzte Alleingang ‚Scream‘ die Popnummer bediente und er im Zuge der Produktion mit Allzweckwaffe Timbaland arbeitete, machte Cornell sich damit mehr Feinde als Freunde. Nun zieht es ihn auf ‚Higher Truth‘ zurück in die klassische Rockschiene – allerdings mehr sanft als hart, oder mehr lieb als böse. Er hat den Rebell gezähmt und verdeutlicht noch einmal: Den zerschlissenen Schuhen ist er schon längst entwachsen.

Es ist doch aber auch nach vier Soloplatten fast schon absurd den ehemaligen Soundgarden und Audioslave-Frontmann in sich sanft entfaltenden Akustiksongs zu hören. Weiche Melodien, Countrygitarren und stetige Drums leiten galant von einem zum anderen Song. Einzig seine Stimme begehrt auf, das Kratzen ein letztes Merkmal der etwas härteren Tage. Wenn die Mandoline in Opener ‚Nearly Forgot My Broken Heart‘ einsetzt, summt man im netten Einklang zur eingängigen Melodie und stolpert schon fast über die röhrige Whiskey-Stimme Chris Cornells, der sich eben doch nicht nur auf kuscheligen Rock reduzieren lassen will. Zusammen mit den die Songs beherrschenden Stahlseitengitarren geleitet der Sänger einen zum Lagerfeuer in der amerikanischen Provinz. Songs wie ‚Circling‘ und ‚Murderer of Blue Skies‘ bringen so nicht unbedingt das Blut in Wallung, garantieren aber einen netten Abend.

Der Rest des Albums driftet trotzdem schnell Richtung Belanglosigkeit. ‚Higher Truth‘ geht mit einer niet- und nagelfesten Produktion, die keinerlei Lücken für ein bisschen mehr rohe Seele lässt, zu sehr auf Nummer sicher. So wird das Ganze schnell zum anspruchslosen Stadionrock. Trotz akustischem Ursprung finden sich nämlich genau dort die meisten Songs wieder. Eine Note von Weltmusik soll dazu ‚Our Time In The Universe‘ versprühen. Damit findet sich Chris Cornell aber einmal mehr auf dem Holzweg und zerstört die vorige Lagerfeuer-Atmosphäre durch so etwas wie orientalische Hintergrundmusik.

Chris Cornell hat es mit seiner vorigen Musikkarriere auch schlicht und ergreifend nicht leicht. Die einen sehen ihn für immer als Grunge-Helden, die anderen kennen ihn als den, der mal den Bond-Song gesungen hat. Her wie Hin, ‚Higher Truth‘ zähmt jegliches Aufbegehren und präsentiert Chris Cornell als waschechten Country-Typ, der mit der Klampfe am Lagerfeuer seine Songs übers Leben singt.

KITTY, DAISY & LEWIS geben drei weitere Deutschlandkonzerte

Im Januar erschien das dritte Album der Londoner Geschwister. Seitdem sind Kitty, Daisy & Lewis ununterbrochen auf Tour. Immer mit dabei: Mama und Papa Durham. Wer den Familien-Clan noch nicht live erleben konnte, kann sich für die letzten drei Deutschlandkonzerte noch ein Ticket sichern. In Leipzig, Hannover und Würzburg machen Kitty, Daisy & Lewis ab…

MØ mit neuem Album Anfang 2016

Die musikalische Laufbahn der jungen Dänin Karen Marie Ørsted liest sich ungefähr so: die Spice Girls brachten sie mit sieben Jahren zur Popmusik, Nirvana, die Smashin Pumpkins und die Yeah Yeah Yeahs bestimmten ihre Jugend – sie gründete sogar eine eigene ‚krachig-trashige Elektropop-Punkband‘ mit dem Namen MOR – und ihren ersten Hit hatte sie mit…

SOPHIE AUSTER kommt für ein Konzert nach Berlin

Im August erschien das zweite Album der jungen New Yorkerin. Mit ‚Dogs and Men‘ beweist Sophie Auster einmal mehr, wie viel Jazz in ihr steckt und überrascht mit etwas poppigeren Tönen. Nun kommt die Tochter des renommierten Schriftstellerpaares Paul Auster und Siri Hustvedt für einige Shows nach Europa und bringt die neuen Songs auf die…

SUFJAN STEVENS remixt sich selbst

Sein letztes Album ‚Carrie and Lowell‘ wird mit Sicherheit auf den Best Of-Listen von 2015 nicht fehlen. Mit einfachen akustischen Songs hat es Sufjan Stevens geschafft, sich wieder in aller Munde zu bringen. Kurz nachdem er auf ausgiebiger Europa-Tour war, teilt der Singer-Songwriter nun einen Remix seines Songs ‚Blue Bucket Of Gold‘, den er und…

HOT CHIP covern Bruce Springsteen auf neuer EP

Sie können es dieses Jahr wohl nicht lassen. Nachdem Hot Chip im Mai schon ihr siebtes Studioalbum ‚Why Make Sense?‘ veröffentlicht haben, legen sie nun noch eine EP oben drauf. Brandaktuelles Material der Band hört man darauf allerdings weniger. Dafür gibt es – man höre und staune! – ein Bruce Springsteen Cover auf die Ohren.…

The Grenadines

Glaubt man zahlreichen Studien, sind die Dänen das glücklichste Volk der Welt. Sie sind freundlich und zuvorkommend, Übellaunigkeit ist praktisch nicht existent. Kein Winterblues, keine Miesepeter – der Däne ist dann wohl die lächelnde Nordtanne, die in allem das Gute sieht. Das Gefühl bestätigt sich einmal mehr, wenn man über The Grenadines stolpert. Diese vier jungen Herren, deren Wege sich auf eigenartige Weise kreuzten, versprühen mit ihrem selbstbetitelten Debüt Wärme und Zufriedenheit. The Grenadines machen also Wohlfühl-Pop, schreiben süße zarte Melodien und wiegen ihre Stimmen im harmonischen Einklang. Dabei kommt es fast einem Zufall gleich, dass sich nun so viel positive Energie auf eine Disk gepresst findet. Denn die vier Jungs spielten schon zuvor im Bands, folgten allerdings dem Ruf Kaspar Ejlerskov, der alle für einen kleinen Trip in ein schwedisches Landhaus zusammentrommelte. Dort wurde musiziert, sich beschnuppert und eben mal ein Album geschrieben. Großes Vorbild: The Beatles. Der Aufnahmeprozess zum legendären ‚Abbey Road‘ fand man im Grenadines-Camp nämlich so inspirierend, dass er sie in eigener Sache mächtig nach vorne brachte. Klassische Melodien, reduziertere Instrumentation und das direkte Aufnehmen der frisch gebastelten Songs sollten das Debüt beherrschen.

Tatsächlich ist dieser Erstling ein erfrischendes Produkt und verzichtet auf den Einsatz jeglicher Synthies und Drum-Machines – eine Seltenheit auf dem heutigen Markt. Es dominiert die Akustikgitarre. Zumeist sind es einfache Melodiebögen und sachte Pickings, die die Songs bestimmen. Ab und zu versteckt sich ein Klavier dazwischen, dann vermengen sich Stahlsaitengitarren mit einer Mundharmonika. Von beschwingenden Songs bis hin zu den kitschigsten Balladen ist alles dabei. The Grenadines zeigen hier eindrucksvoll die Vielfalt gut gemachter Popmusik. Blumige Lyrics, die mal nach Frühlingsgedicht (‚Seasons‘) und dann wieder nach jugendlichem Liebesbrief (‚For Evelyn‘) klingen, geben den perfekten Kontrast zu den ernsteren Selbstfindungsversuchen.

‚I could easily be a thundercloud raining down on you / but I’d rather take responsibility for the sunshine, too / I know the world is nothing but what I make of it‘

(When I’m Old).

Eines sitzt dabei immer fabelhaft: ihre positive Ausstrahlung. Selbst der melancholischste Sound kann unmöglich im Kummer versinken oder sich der bitteren Realität stellen, denn die wird mit aufbauenden Melodien oder einer gehörigen Portion Selbstironie zunichtegemacht. Das wird dann nur schnell doch zum Ramschkitsch, wenn der feste Harmoniegesang wehleidigen und pathetischen Popstar-Allüren Platz macht. Song ‚Patience‘ grenzt vom Schnulzigkeitsgrad doch eher an Take That und klingt wie der letzte Song auf dem Highschool-Abschlussball. Die kleinen Schnitzer lächeln die vier sympathischen Dänen aber schnell weg und vertreiben mit ihrem anmutigen Harmoniegesang die klebrigen Überreste. Dass sich The Grenadines auch am Mikrofon abwechseln, macht die Songs ebenfalls interessanter. Der Falsett-Gesang in ‚Woods‘ oder der beruhigende Bass in ‚When I’m Old‘ bieten die perfekte Abwechslung zum sanften Hauchen.

The Grenadines‚ ist ein schönes Stück Pop, ein ehrliches Bisschen Musik, hinter dem eine authentische Truppe steckt. The Grenadines beflügeln mit diesem Einstand auf Anhieb und teilen viel positive Energie. Schließlich bringt der Herbst auch nicht nur Regen und Kälte, sondern auch bunte Blätter und goldenes Licht. So würden das jedenfalls die Dänen mit Sicherheit sehen.