Schlagwort: Power Metal

Ein gutes Jahr!? – Dominiks Jahresrückblick

An gleicher Stelle vor genau einem Jahr schrieb ich, dass es trotz Corona ein gutes Jahr war, da es musikalisch wahnsinnig viel Freude bereitet hat. Diesmal bin ich mir nicht so sicher. Die Konzerte waren quasi nicht existent und in quantitativer Hinsicht gab es wenige Platten, die langanhaltend überzeugt haben. Dennoch ist es nicht schwierig…

POWERWOLF – Erstes Streaming-Event der Bandgeschichte

Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt, so könnte Powerwolf auf dieses Jahr zurückblicken. Am 16. Juli 2021 erschien mit „Call Of The Wild“ das achte Studioalbum der Powermetal-Band, welches 16 Wochen lang die deutschen Charts aufmischte. Auch die Co-Single „Dancing With The Dead“ wurde mit Platin ausgezeichnet. Die geplante Tour musste jedoch aus bekannten Gründen…

Embers of War

Vor gut fünf Jahren erschien mit „The Fire Within“ das exzellente Debüt-Album der Progressive-Speed-Power-Metaller Eternity’s End. Nach mehreren Solo-Alben hatte Gitarren-Maestro Christian Münzner (u.a. Alkaloid, Obscura, Paradox, ex-Necrophagist) sich endlich den Wunsch von seiner „eigenen Power-Metal-Band“ erfüllt. Nach Pech mit dem Label und diversen Besetzungswechseln besteht beim nun erscheinenden Drittwerk „Embers of War“ erstmals ein festes Lineup und mit Prosthetic Records hat man ein potentes Metal-Label für den Release gefunden. Daß Besetzung, Chemie und Rahmenbedinungen erstmals wirklich stimmen, merkt man dem neuen Werk nach dem etwas schwächeren Zweitwerk „Unyielding“ (2019) sehr an.

Stilistisch bleiben sich Eternity’s End treu, mehr noch: Der Power Metal progressiv-neoklassischer Ausprägung findet mit dem Zugang von Justin Hombach als festem Gitarrist seine Bestimmung. Den bereits zuvor gitarrenlastigen Stil kann Münzner jetzt mit seinem kongenialen Partner in Crime auf eine neue Stufe heben, auch wenn Keyboarder Jimmy Pitts nicht mehr an Bord ist. Es macht einfach Laune, Münzner und Hombach sich die Bälle in Form von Over-the-Top Hochgeschwindigkeits-Soli zuspielen zu hören. Damit erinnern die beiden Speed-Shredder an Bands wie Racer X oder Dragonforce, bei den Refrains und Melodien an Blind Guardian oder Iron Savior. Von letzteren hat man Piet Sielck und Jan-Sören Eckert für die Background-Vocals als Gastmusiker engagiert.

Das Album beginnt mit „Dreadnought (The Voyage of the Damned)“ zunächst im Midtempo-Bereich, aber bereits nach 30 Sekunden jagt Trommler Hannes Grossmann ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auf und davon. Hombach und Münzner erreichen bereits nach drei Minuten atemberaubendes Niveau mit ihren Trade-Offs. Hier muss einfach jeder E-Gitarren-Fan mit einem letzten Funken Energie begeistert Luftgitarre spielen. „Bane of the Blacksword“ zeigt die hochpotente Klasse von Sänger Iuri Samson, der bereits beim Vorgänger „Unyielding“ an Bord gekommen war. Den Lovecraft’schen „Hounds of Tindalos“ wurden in einem futuristisch-düsterern Musikvideo ein Denkmal gesetzt, verziert mit Running-Wild-Riffs. Und gleichzeitig den komplexen und doch eingängigen sowie technisch brillianten Kompositionen von Eternity’s End. Es gibt so viel zu entdecken an Riffs, an Rhythmus, an charmanten, kleinen Verbeugungen an Genre-Vorbilder der Herren, daß es eine wahre Freude ist. Bei „Call of the Valkyries“ scheint allen Power-Metal-Pitches von Samson zum Trotz deutlich die große Verehrung gegenüber Klassik und Barock durch.

„Arcturus Prime“ hat die beeindruckendsten Gitarren-Duelle auf einem Album reich an Beeindruckendem zu bieten. Zu bestaunen im Guitar-Play-Through-Video zum Song, der als erste Single des Albums präsentiert wurde. „Shaded Heart“ sorgt mit tiefer gestimmteren Gitarren und entsprechend angepasster Tonlage beim Gesang für düstere Stimmung – Nomen est Omen. Beim vorletzten Track „Deathrider“ ist es allerdings schon wieder vorbei mit dem Durchatmen. Tonnenweise Gitarren, mehrstimmiger Gesang und eine ohrwurmige Hookline im Chorus – fertig ist der Instant-Power-Metal-Klassiker! Der Titeltrack „Embers of War“ mit gut neun Minuten sitzt am Ende und ist nicht nur in Bezug auf die Länge ein echter Brocken. In diese Komposition in mehreren „Akten“ packen Münzner und seine Mitstreiter komprimiert und gleichzeitig ausgedehnt nochmal alle Trademarks ihrer Band – das ist in bestem Sinne üppig, muss aber erst einmal „verdaut“ werden.

Die Songs auf „Embers Of War“ erzählen Fantasy-, Sword-and-Sorcery-, Horror- und Science-Fiction-Geschichten. Die Lyrics sind inspiriert von Autoren wie Michael Moorcock, Robert E. Howard („Conan der Barbar“) oder Dan Simmons („Die Hyperion Gesänge“), aber auch von tatsächlichen historischen Begebenheiten. Die Verknüpfung von Fantasy und Science-Fiction findet seinen Ausdruck auch im schrulligen 80er-Jahre-Cover-Artwork des bulgarischen Dimitar Nikolov. Metal-Nerds aller Länder, vereinigt Euch! Und besorgt euch „Embers of War“. Ihr werdet das Album lieben!

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Eternal Flame

Gut zwei Jahre nach dem potenten Debüt „Welcome to Paradise“ legt die internationale Power-Metal-Truppe Northtale um den brasilianisch-amerikanischen Gitarristen Bill Hudson (Ex-Dirkschneider) den Nachfolger „Eternal Flame“ (Nuclear Blast) vor. Sänger ist neu der Brasilaner Guilherme Hirose, der Christian Eriksson ersetzt. So viel sei voraus geschickt: Gesangstechnisch sind die beiden Vokalisten gleichwertig, bei Eriksson war die Stimmfarbe etwas dunkler. Außerdem brachte sich Hirose beim Songwriting mit Texten und traditioneller brasilianischer Folklore ein.

Stilistisch bleibt sich das internationale Quintett treu. Man spielt eingängigen, melodischen Power Metal mit orchestralen, progressiven und thrashigen Elementen. Der Stil ist deutlich geprägt von frühen Stratovarius und Helloween, Angra, aber auch dem Wirken Hudsons in dessen bisherigen Bands (u.a. Transsiberian Orchestra, Cellador und David Vincents I am Morbid).

Der Uptempo-Opener „Only Human“ hat gleich alles, was man von einem schicken Metal-Song erwartet: Flinke Gitarren und typischen Power-Metal-Gesang. „Wings of Salvation“ entwickelt sich nach einem ruhigen Start in eine Midtempo-Power-Ballade mit Streicher-Samples und Duett-Gesang. Bei „Future Calls“ sind Tempo und Riffs wieder eine Nummer heftiger, fast thrashig. Zumindest, wenn die Streicher nicht wären. Als Gastsänger sind Helloween-Sänger Kai Hansen und dessen Sohn Tim mit von der Partie. „Eternal Flame – The Land of Mystic Rites“ ist eine dicke Überraschung. Mit südamerikanischen Rhythmen und teils portugiesischen Lyrics – und einer tiefen Verbeugung in Richtung der sehr verehrten Angra, fällt der Sechseinhalb-Minuten-Song aus der Reihe.

Die Vorab-Single „Midnight Bells“ bietet einmal mehr richtig gute Gitarren-Soli. „Eternal Flame“ und „In the Name of God“, sind eher klassisch-geradlinig, dafür hat „Ride the Storm“ den 1-Million-Euro-Refrain. Zwei fette Ausrufezeichen folgen zum Album-Abschluss. Zunächst mit dem 11-Minuten-Kracher „Nature’s Revenge“, der zwischen Pathos und epischer Prog-Power-Metal-Nummer oszilliert. „Ivy“ ist ein instrumentales Orchester-Stück, klassische Film-Soundtrack-Mucke mit Bläsern und Streichern. Mr. Hudson kann und will seine Herkunft vom Transsiberian Orchestra nicht verstecken – und als bombastischer Abschluss nach jeder Menge Gitarren ist das Stück überraschend passend.

Northtale legen mit ihrer Nummer Zwei ein richtig gutes, melodisches Metal-Album vor. Im direkten Vergleich zum Vorgänger fällt es eine Spur zurück, verdient sich aber immer noch für jedem Powermetal-Fan eine dicke Empfehlung!

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SABATON – Limitierte Doppel-Live-DVD kurzfristig angekündigt

Die Power-Metaller von Sabaton sind für ihre fulminanten Shows berühmt. Zwei ihrer große Auftritte der letzten Jahre wollen sie nun ins heimische Wohnzimmer bringen. Bereits am 19. November 2021 werden die Schweden eine neue limitierte Doppel-Live-DVD/Bluy-Ray veröffentlichen. Das erste Konzert mit dem Titel „The 20th Anniversary Show“ wurde am 1. August 2019 auf dem Wacken…

ETERNITY’S END – Drittes Album der Progressive-Power-Metaller (UPDATE)

Die Progressive-Power-Metaller Eternity’s End um den Gitarristen Christian Münzner haben nach Label-Pech in der Vergangenheit endlich den lange verdienten Plattenvertrag eines etablierten Labels an Land gezogen. Das dritte Album der potenten Truppe wird am 26. November beim US-Label Prosthetic Records erscheinen und den Titel „Embers of War“ tragen. Seit dem Vorgänger „Unyielding“ sind keine drei…

RAGE – neue Single und neue Tourdaten

Die deutsche Power-Metal-Band Rage hat vor wenigen Wochen mit „Resurrection Day“ ihr neues Studioalbum über SPV/Steamhammer veröffentlicht. Nun wurde „Arrogance And Ignorance“ als dritte Single mit einem Lyric-Video herausgegeben. Rage hat zwar die geplante „Live Resurrection“-Tour abgesagt, dennoch haben Fans die Gelegenheit, die Band in diesem Jahr noch auf einigen Bühnen zu sehen. „Wie ihr…

SONATA ARCTICA – Akustik-Album samt Tour verschoben (Update)

Immer mal wieder haben die Power-/Melodic-Metaller von Sonata Arctica Akustik-Versionen ihrer elektronischen Songs veröffentlicht. Unter dem Titel „Acoustic Adventures – Volume One“ packen sie dies nun ins Albumformat. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um den ersten Teil, der im Oktober herauskommen soll. Der Nachfolger ist jedoch bereits für 2022 geplant. Sänger…

KNOCK OUT FESTIVAL 2021- Powerwolf als Headliner bestätigt

Der Herbst naht, die Tage werden kürzer und in den Redaktionen überschlagen sich die Ereignisse. Nahezu täglich erhalten wir Informationen zu Konzerten oder gar Festivals, die noch in diesem Jahr stattfinden sollen. Dank einiger Lockerungen aus der Politik und unermüdlicher Kraftanstregnungen seitens des Veranstalters könnt Ihr am 11. Dezember 2021 die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe rocken.…

Resurrection Day

Rage gehören wohl mittlerweile zu diesen sagenumwobenen Bands, die einfach immer da sind. Selbst wenn sie mal eine Zeit lang aus den Augen verloren werden oder das ein oder andere Album verpasst wird, kriegen sie einen irgendwann doch wieder. Momentan scheint wieder so eine Phase zu sein, während der kein Weg an ihnen vorbeiführt. Bereits letztes Jahr veröffentlichten sie mit „Wings of Rage“ eine Platte, die nach drei Jahren Pause für große Aufmerksamkeit sorgte und zu guten Kritiken führten. Ein Jahr später legen die Mannen um Mastermind Peavy Wagner mit „Resurrection Day“ (SPV/Steamhammer) nun nach.

Doch im Vergleich zum Vorgänger gibt es einen gewaltigen Unterschied. Das Bandgefüge hat sich – und hier muss wohl gesagt werden: mal wieder – geändert. Gitarrist Marcos Rodriguez verließ die Gruppe. Ersatz wurde gleich in doppelter Weise gefunden: Stefan Weber (Ex-Axxis) und Jean Bormann (Angel Inc, Rage & Ruins) sind jetzt mit dabei. Damit besitzen Rage das erste Mal seit Mitte/Ende der 1990er Jahre zwei Gitarristen.

Dass trotz dieser kurzen Zeit mit „Resurrection Day“ eine neue Platte entstanden ist, ist beachtlich. Noch verwunderlicher ist, dass das Quartett direkt wunderbar zusammen musizieren kann. Songs wie „A New Land“, „Arrogance and Ignorance“, „The Age of Reason“ oder der Titeltrack sind im besten Sinn schlicht und ergreifend typische Rage-Lieder. Tolle Melodien („A New Land“!!) paaren sich mit einer wunderbaren Mischung aus MidTempo und Geschwindigkeit. Dabei harmonieren Stefan Weber und Jean Bormann bestens miteinander, legen starke Soli hin und zeigen, dass sie ihre Instrumente nicht nur beherrschen, sondern perfekt aufeinander abgestimmt sind. Vor allem die Ausbrüche in höhere Temporegionen wie in „The Age of Reason“, „Man in Chains“ oder „Extinction Overkill“ machen richtig Spaß und sorgen für Abwechslung.

Zu dieser trägt ebenfalls die Ballade „Black Room“ bei. Vor allem die Streicher schaffen dabei eine schöne Atmosphäre. Die mit Bogen gespielten Saiteninstrumente gehören sowieso spätestens seit der ersten Zusammenarbeit mit dem Lingua-Mortis-Orchester zur Band-DNA. Dies wird ebenso an anderen Liedern deutlich. Immer wieder werden sie nuanciert und pointiert in Szene gesetzt oder ermöglichen bei Songs wie „Resurrection Day“, „The Age of Reason“ und „Travelling Through Time“ stimmungsvolle Einleitungen oder Mittelteile.

Rage zeigen, wie toll es ist, dass sie nach über 37 immer wieder einfach da sind. Sie liefern zwar keine Überraschungen, aber solange sie ihre Stärken so gekonnt ausspielen, müssen sie das auch nicht. Riffs, Songaufbauten und Melodien sind einfach genauso, wie man es sich von der Band wünscht. Von vorne bis hinten ist „Resurrection Day“ eine Runde Platte!

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