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FRIEDEMAN​N – Neues Album des COR-Sängers

Der Sänger der Rügener Punkband COR, Friedemann, veröffentlich am 29. Januar 2016 sein Solo-Debütalbum. ‚Wer Hören Will Muss Schweigen‘ wurde im Spätsommer 2015 im Schrathaus Greifswald und im La Grange in Bergen auf Rügen von Janko Möde aufgenommen und von Dirk Burke gemischt und gemastert. Das Artwork stammt von Conny Ochs, das Layout von Andreas…

M.I.A. – Neuer Clip geht Flüchtlingspolitik an

Wenn das mal nicht viral geht: In ihrem aktuellen Video zum Song ‚Borders‘ kritisiert die Sängerin und Produzentin Mathangi Arulpragasam bildgewaltig und unverhohlen die aktuelle Flüchtlingsproblematik sowie die anknüpfenden globalen Missstände. Regie führte M.I.A. selbst; ein Album ist derzeit gleichwohl nicht in Planung. Hier könnt Ihr Euch den Clip anschauen:

CULT OF LUNA und THE OLD WIND veröffentlichen Split-EP

Die Post-Metal-Band Cult Of Luna aus Schweden veröffentlicht nach ihrer Pause eine Split-EP mit der in Stockholm ansässigen Band The Old Wind. Diese setzt sich aus Mitgliedern von The Ocean und Breach zusammen. Die Split-EP mit dem Titel ‚Råångest‘ erscheint am 29. Januar 2016 via Pelagic Records. Einen ersten Vorgeschmack gibt es hier:

UNDERWORLD – Neues Album und Tour

Das Electronic-Duo Underworld hat ein neues Album angekündigt. ‚Barbara Barbara, We Face A Shining Future‘ ist das zehnte Studioalbum der Band und erscheint am 18. März 2015. Ein erster Track vom neuen Album ist bereits veröffentlicht. Hier könnt ihr reinhören: Für März 2016 ist außerdem eine Tour geplant. Für zwei Auftritte verschlägt es Underworld dabei…

Stelle Fisse

Aucan ist eine experimentelle Band, die über die Grenzen des klassischen Rocks schreitet und mit Keyboards, Gitarre, Bass und Schlagzeug einen untypischen Genrestil prägt. Der Sound auf der im Jahr 2010 erschienen ‚DNA‘-EP war von einer Mischung aller Instrumente geprägt. Eine erste Transformation gab es auf dem zweiten Album ‚Black Rainbow‘ indem Dubstep-Elemente eingeführt wurden, die die verschiedenen Richtungen des Breakbeats widerspiegelten. Somit gab es neben den typisch langgezogenen elektronischen Basslinien auch Songs die minimalistischer ausfielen, damit nur noch an das Genre erinnerten und einer Spielart a la Mount Kimbie nachgingen, die sich mit den Rock-Instrumenten mischte.

Eine weitere Transformation findet auf dem neuen Album ‚Stelle Fisse‘ statt. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum ist ein dominierender elektronischer Sound rauszuhören, wobei sich die beschriebenen Instrumente diesem anpassen. Selbst das Schlagzeug, orientiert sich mit monotonen Pattern an elektronischen Beats. Der Gesang, der nur noch in manchen Tracks vorkommt, ist durch Vocaltune verzerrt, erscheint dadurch tief und passt sich dem langsamen Tempo der italienischen Band an. Diese orientiert sich weiterhin an der Entwicklung des Dubsteps und erinnern an die Projekte von Hyperdub-Gründer Steve Goodman. Aber auch die frühen Arbeiten von Daniel Lopatin befinden sich im Sound und werden im Track ‚Light Sequence‘ deutlich. Dieser beginnt mit einer sich wiederholenden Melodie vom Sequencer und nimmt an Fahrt auf, wenn eine weitere Melodie mit einer anderen Laufzeit hinzugefügt wird, die mit der Hauptmelodie interferiert und dabei abweichende Töne produziert.

Mit der Hinzunahme von Elementen des Trancesteps kommt es zu einer weiteren Transformation des Sounds von Aucan. Als Ableitung vom Dubstep wird auf die Basslinie verzichtet, so dass die hymdenhafte Melodie des Trance übrigbleibt. Hier sticht ‚Errors‘ raus, dessen Hauptmelodie den Bass ersetzt, womit die im Vordergrund spielende Keyboardmelodie den Track dominiert, gleichzeitig aber protzig wirkt. Dennoch ist ‚Stelle Fisse‘ ein interessantes Album, das mit der Verbindung von Rock (auch wenn dieser kaum rauszuhören ist) sich weiterhin am Dubstep orientiert, gleichzeitig dunkle Soundeigenschaften aufweist, wenn auf atmosphärischen Sound verwiesen wird. Dies ist die Stärke von Aucan, die sich deutlich weiterentwickelt haben.

THE JEZABELS – Neues Album und Tourdaten

Die australische Indie-Rock-Band The Jezabels kündigt für den 12.02.2016 ein zweites Album an. In Zusammenarbeit mit Produzent ‚Prisoner‘ Lachlan Mitchell wollen The Jezabels ihre musikalischen und strukturellen Grenzen auf ‚Synthia‘ neu definieren. ‚Heather had a couple of new synthesisers, so a lot of ideas were coming from her and then we’d build the songs around…

EDITH PIAF – 20-CD-Deluxe-Boxset zum 100. Geburtstag

In diesem Jahr würde Edith Piaf am 19. Dezember ihren 100. Geburtstag feiern. Dieses Jubiläum hat sich Warner Music Frankreich zum Anlass genommen, das Vermächtnis des ‚Spatzen von Paris‘ gebührend zu feiern: Am 27. November 2015 erscheinen diverse Re-Issues auf Vinyl, eine neue ‚Best Of‘ sowie eine Picture LP. Das Highlight dieser Kampagne bildet ein…

Zulus II

Bands, die mit Musik und Texten provozierten und rebellierten, sind selten geworden. Der Grund liegt in einer versiegenden Quelle, da die Bands Ausdruck einer Jugendkultur waren, die auf einen gesellschaftlichen und politischen Druck reagierten und sich durch Musik und Attitüde ein Ablassventil schafften. Die Vereinnahmung dieser Bands durch die kommerzielle Instanz der Popmusik hat dazu geführt, dass sich Jugendkulturen als Gegenentwurf immer mehr aufgelöst haben. Was übriggeblieben ist, formiert sich in eine fraktionierte Subkultur, dessen Teile aus den bisher existierenden Jugendkulturen entspringen, aber eine Minorität zur Popmusik bilden, wobei der Übergang zwischen den Fraktionen der Subgenres untereinander, wie auch zur Popmusik fließend ist. So setzt sich die Musik der Band Zulus aus Elementen des Punk und Noise Rock zusammen, wobei letzteres sich bereits aus einer Kollage ineinanderfließender Stile ableitet.

Beide Subgenres werden durch schnell gespielte und disharmonische Punkrockriffs von der Gitarre verbunden. Die Riffs, die nur aus ein paar Tönen bestehen, wiederholen sich bis zu einer Pause, wobei ein Song aus mehreren dieser so entstehenden Parts aufgebaut ist. Die Harmonie, die die Stücke nicht zur Kakophonie macht, kommt durch den Wechsel zu einer harmonisch, sich wiederholender Abfolge von Tönen kurz vor Ende eines Songs. Das Spiel mit diesem Gegensatz ist neben den disharmonischen Riffs ein Element des Noise Rocks. Zusätzlich werden die Riffs mit verzerrten und hallenden Effekten unterlegt und passen sich dem Gesang an. Dieser wird in der Tradition des Hardcores mehr brüllend als singend wiedergegeben und erinnert in manchen Songs an eine hallende Version Johnny Rottens.

Es werden noch weitere Elemente beider Subgenres deutlich: Im Song ‚Medications‘ geht es um die Einnahme von Medikamenten, wobei nicht der Drogenkonsum gegen Langeweile gemeint ist, sondern dazu dient, die Konzentration zu steigern, um dem gesellschaftliche Leistungsdruck nachzukommen. Neben diesem sticht noch ein weiterer Song (Set Fire) mit Tempo und kritischem Text aus dem Album hervor. Den anderen Stücken hingegen fehlt es aufgrund des langsamen Tempos an Biss. Diese Songs sind schleppend, spiegeln aber ebenfals eine Spielweise des Noise Rocks wieder. Dagegen steht wiederum der Hit des Albums ‚The City‘s Vein‘, der zum Rest der Platte durchweg melodisch ist. Damit offenbaren Zulus mit ‚Zulus II‘ ein interessantes Album, das verdeutlicht, wie Gegensätze und Elemente unterschiedlicher Subkulturen zusammengefasst werden können. Der Versuch zu provozieren geht trotz kritischer Texte und disharmonischer Musik ins Leere.

Hear You

Die Genrebezeichnung ‚Post Rock‘ wird verwendet, wenn die Muster des Rocks nicht mehr greifen. Zu beobachten beim instrumentalen Rock, bei dem in den Neunzigerjahren Indierockbands auf Gesang verzichten und damit aus dem Raster der klassischen Rockmusik fallen. Im Aufbau der Songs entsteht durch den fehlenden Gesang eine Lücke, die mit längeren Riffs oder zusätzlichen Keyboardmelodien gefüllt wird, die bestehende Genreschublade passen nicht mehr und neue Genrebezeichnungen werden gebildet. Verwirrend wird es, wenn Bands, die vorher instrumentale Stücke gespielt haben, wieder auf Gesang zurückgreifen oder experimentelle Elemente einfließen lassen. Deswegen passt die Bezeichnung ‚Instrumental Rock‘ nicht, sondern ‚Post Rock‘, unter dessen Mantel hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Menge Bands gesammelt.

Unter ihnen: Toe aus Japan, deren Post-Rock-Eigenschaften in den Songs aus der Verwendung von nicht verzerrten Gitarrenriffs, jazzigem Schlagzeug und repetitive Melodien bemerkbar werden. Durch die Abweichung einzelner Töne in einer Wiederholung der Melodie wird vermittelt, dass die Band nicht auf künstliche Loops setzt. Dennoch werden Keyboards, Samples und Beats benutzt, die die künstliche Tonerzeugung unterstreichen. Damit entsteht ein Spiel von Natürlich- versus Künstlichkeit, das ebenfalls bei der Instrumentenwahl gespielt wird. Wurde auf den Vorgängeralben meistens die E-Gitarre in den Songs verwendet, wird auf dem dritten Album mehr zur Akustikgitarre gegriffen, deren Seiten gezupft und selten geschrammelt werden. Der Wechsel findet ebenfalls bei den Tasteninstrumenten statt, da sich Keyboard (mit künstlichen Tönen) und ein Klavier abwechseln. Hinzu kommen Soundelemente, die durch einmalig auftretende Samples verstärkt werden.

Auf dem Album befindet sich eine Minderheit von Songs mit Gesang. Dieser ist mal mit einer weiblichen und einer männlichen Stimme besetzt und gibt durch seine ruhigen Art den Stücken einen Hauch des Dream Pops – eine weitere Facette der Band. Im Song ‚Time Goes‘ wird auf den Sound eine elektrischen Orgel gerappt, während Beats fehlen. Die Beats kommen erst im darauffolgenden Song, der das musikalische Thema des Vorgängerstücks fortführt, anstatt des Sprechgesangs wird in dem Stück gesungen. Damit zeigt sich ein weiteres mal, dass Toe mit Widersprüchen spielen und dabei experimentelle Wege gehen. Diese fallen im Gesamtkonzept nicht auf, da ‚Hear You‘ auf Betrachtungsabstand melodisch Songs mit einer zu ruhigen Art tendierenden Songs offenbart.