THe Lion And The Wolf

The Cardiac Hotel

  • Artist: THe Lion And The Wolf
  • Album: The Cardiac Hotel
  • Label: Grand Hotel van Cleef
  • Release: 2016-10-07
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Bereits zum zweiten Mal entführt uns Thomas George in seine Welt, in der es keine Schwerkraft zu geben scheint. Mit seinem Projekt The Lion And The Wolf ist er sich völlig im Klaren darüber, in welche Jahreszeit seine reizenden Melodien passen. Schon die Veröffentlichung seines Debüts ‚Symptoms‘ war zum Jahresende datiert, und wer bis jetzt noch keinen Gedanken an das nahende Weihnachtsfest verschwendet hat, der wird bei den ersten Klängen des neuen Albums ‚The Cardiac Hotel‘ unweigerlich daran denken müssen.

Aber ganz so dreamy und klingelig bleibt das Album diesmal nicht. Spätestens mit ‚My Father’s Eyes‘ wird deutlich, dass das zweite Werk von The Lion And The Wolf ein geerdigter Sound durchzieht. Voll instrimentiert, sind die Songs des Albums in einer größeren Bandbreite arrangiert. Das heimische Wohnzimmer wurde durch ein Studio ausgetauscht, Bläser statt Glöckchen ist die Devise. Die Einspieler von ‚Walk On The Moon‘ lockern den Song und die ganze Platte angenehm auf, ähnlich wie die originellen Drums von ‚Find The Time‘. Das erwähnte ‚My Father’s Eyes‘ ist gar tanzbar und erinnert stark an Get Well Soon, und ‚December‘ baut einen Spannungsbogen mit Gänsehaut-Garantie auf. Der etwas bodenständigere Tonfall tut dem Ganzen eindeutig gut.

Was freilich bleibt, ist George’s fragile, schwingende Stimme, die den Songs letztlich doch immer wieder zum Abheben verhelfen. Wem diese schon auf dem Debütalbum einen Ticken zu süß war, der wird sich auch auf ‚The Cardiac Hotel‘ kaum an sie gewöhnen. Man kann nur spekulieren, wie tief die Melancholie im Herzen des Thomas George sitzen muss, wenn er diese Songs in Frühlings- oder Sommertagen aufgenommen hat.

‚Well I’ve got reasons for being weak‘

, verrät er uns in ‚The Pinching Point‘, und noch direkter gesteht er in ‚Witness‘:

‚I’m a hopeless romantic‘

. Auf seinem neuen Album zeigt er uns aber nicht mehr nur die schöne, verträumte Seiten der Romantik, sondern lässt auch eine gute Portion Traurigkeit zu. Gut so, damit vervollständigt sich der Sound von The Lion And The Wolf langsam, aber sicher. Wir sind gespannt auf die nächste Phase.

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