Laura Meade

Remedium

Laura Meade ist eine der Sängerinnen der amerikanischen Sympho-Progger IZZ, und für ihr Solodebüt hat sie sich gleich die komplette Band als Gastmusiker eingeladen. Trotzdem hat das auf „Remedium“ Dargebotene nur wenig mit dem Material der Hauptband zu tun – warum auch ein Soloalbum machen, wenn man darauf genauso klingt wie die Hauptband?

Statt des gitarrenorientierten IZZ-Sounds bietet das Album eher keyboardlastige Songs, die die Stimme von Laura in den Vordergrund stellen. Klar, John Galganos Monster-Bass hört man dennoch heraus, aber ansonsten schwimmt Laura mit ihrem Album eher in ruhigeren Gewässern. Mal fühlt man sich an Peter Gabriel zu „US“- und „UP“-Zeiten erinnert, ebenso an die „Between Darkness And Wonder“-Phase von Lamb, auch die ruhigeren Momente von Steve Hogarths erstem Alleingang „Ice Cream Genius“ können durchaus als Vergleich herangezogen werden. Sprich, hauptsächlich gibt’s atmosphärische, reduzierte Songs mit (geglätteten) Trip-Hop- und New-Wave-Sounds wie das schöne ‚Never Remember‘, gelegentlich darf auch ein folkiger Einfluss durchscheinen wie in den Akustikstücken ‚Home Movies‘ und ‚Your Way‘, die auch auf einem frühen Heart-Album nicht unangenehm aufgefallen wären. Typische Prog-Vertracktheit findet man hier überhaupt nicht, selbst die zahlreichen Rhythmuswechsel im elfminütigen ‚Dragons‘ werden umgesetzt mit elektronischen Sounds aus Triphop und Synthpop. Dafür hat Jason Hart aka I & Thou deutlich hörbar den Abschlusstrack ‚Irradiation‘ arrangiert und mit seiner persönlichen Handschrift versehen. Nur in ‚Every Step‘ versucht Laura ein wenig zu sehr, die frühe Tori Amos zu kopieren, was dem Album den einzigen wirklichen Ausfall beschert – derartige Musik braucht eben auch das songwriterische Genie und die Abgründe, die Frau Amos so besonders machen, und da kann Laura Meade eben – wenig überraschend – noch nicht ganz mitziehen.

Schade nur, dass „Remedium“ von John Galgano produziert wurde – denn der hat dem Album leider den selben ziemlich dumpfen und undynamischen Sound verpasst wie den letzten IZZ-Scheiben. Wer aber generell dem entsprechenden Musikstil nicht abgeneigt ist, sollte sich zumindest einmal eine Hörprobe gönnen – schließlich gibt es genug IZZ-Fans, die sich an diesem durchaus eigenwilligen Sound nicht stören, und die Qualität der Songs beeinträchtigt das Ganze auch nicht allzu sehr, da ja hier eh keine hochkomplexen Klangegebilde errichtet werden. Zu beziehen ist das Album über den Webshop von Just For Kicks .

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