Hooded Menace

Ossuarium Silhouettes Unhallowed

  • Artist: Hooded Menace
  • Album: Ossuarium Silhouettes Unhallowed
  • Label: Season Of Mist
  • Release: 2018-01-26
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Nach der heftigen Dosis Adrenalin-Gebolze der letzten Monate aus Finnland schalten Hooded Menace zurück in den ersten Gang, um genüsslich die Dunkelheit zu zelebrieren. Mit ihrer fünften Schwarzrille „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“ verweisen die Finnen mal eben sämtliche Kollegen auf die Plätze und präsentieren vielleicht schon im ersten Monat des neuen Jahres die Doom-Metal-Scheibe dieses Jahres.

Die sechs neuen Kompositionen sind dermaßen dicht und stimmungsvoll, wie es in diesem Genre kaum ein zweites Album gibt, dass ohne Hänger und Tiefen auskommt. „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“ ist ein 42-minütiger Trip durch die unendliche Welt des Dunklen und Morbiden, schleppend langsam, düster, stilvoll und trotzdem voller Spannung. Die Songs sind mit sieben bis zehneinhalb Minuten zwar in typischer Doom-Länge gehalten, erscheinen aber nicht so, da viel passiert. In das schwermetallische Grundgerüst lassen Hooded Menace immer wieder stilfremde Elemente einfließen wie avantgardistischen Frauengesang, bombastisch postmetallische Passagen, wehmütig-melodische Solos, bluttriefende Death-Metal-Growls und einem Hall, wie er nur in der Hölle zu vernehmen ist. Diese zwar bekannten Versatzstücke sind aber nie Selbstzweck, sondern stehen immer im Dienste der Songs. Der Heavy Metal steht in jeder Sekunde im Vordergrund. Das ist auch ein effektives Stilmittel, das Spiel mit den Ebenen, vieles passiert im Hintergrund und wird einem erst gewahr, wenn der Lautstärkeregler auf elf steht. Erst dann entfaltet „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“ seine ganze schwarze Präsenz, die sich auch im düster-nebeligen Artwork widerspiegelt, was aber nicht an die minimalistisch-geniale Einfachheit des Vorgänger heranreicht.

Einziges Manko, das sich Hooded Menace leisten, ist die dürftige Spiellänge von 42 Minuten. Die volle Stunde hätten die Finnen gerne voll machen können. Oder sogar noch mehr, bei solch monumentalem Breitwand-Doom. Da wünscht man sich recht viele dunkle Wintertage herbei, die Kerzenlicht und lauten Doom Metal verbracht werden können.

(geschrieben von Kristian Habermann)

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