Dayseeker

Dreaming Is Sinking /// Waking Is Rising

  • Artist: Dayseeker
  • Album: Dreaming Is Sinking /// Waking Is Rising
  • Label: Spinefarm
  • Release: 2017-07-14
  • Medium:
  • Bewertung:2-

Mit Orange County verbindet man allgemeinhin Sonne, Strand und die musikalische Heimat von Bands wie Ignite, Stick To Your Guns, Atreyu oder Thrice. Die beiden letztgenannten könnten auch Pate gestanden haben für den emotionsgeladenen Metalcore/Post-Hardcore von Dayseeker. War das kalifornische Quintett bisher mehr ein Geheimtipp, so suchen sie jetzt mit ihrem dritten Album „Dreaming Is Sinking /// Waking Is Rising“ das Licht einer größeren Öffentlichkeit. Dabei tritt ein solider Sound zutage: Zwei Gitarren, häufige Wechsel zwischen kraftvollem Brett und melodischen Parts und die Breakdowns im richtigen Moment. Doch reicht das, um sich von der Masse an Bands in diesem Genre abzuheben?

Textlich werden die dunklen Seiten des Lebens ausgeleuchtet. Sänger Rory Rodriguez hat auf den vorangegangenen Alben bereits viel aus seinem Leben aufgearbeitet, nun vermischen sich Erlebtes und Fiktion. Verpackt wird das Ganze deshalb in eine schleierhafte Story um einen erwachenden Komapatienten.

Das Alleinstellungsmerkmal von Dayseeker ist aber die Stimme von Rodriguez, der mit einer beeindruckenden Bandbreite von Screams bis zu cleanem Gesang in anspruchsvoller Höhe aufwartet. Er würde auch einen verdammt guten Popsänger abgeben und dessen scheint sich die Band durchaus bewusst. Der Pop-Appeal ist jedenfalls omnipräsent auf dem Album. In der Vergangenheit coverten Dayseeker bereits Adele oder Nick Jonas. Das kann man jetzt mögen oder auch nicht, aber man muss neidlos anerkennen, dass sie es richtig gut machen. Eine weitere Abwechslung im Sound bietet zudem der erneute Aufritt von Silent-Planet-Frontmann Garrett Russell mit seinen aggressiveren Shouts auf ‚Sleep in the Sea pt. II‘.

„Dreaming Is Sinking /// Waking Is Rising“ ist insgesamt so makellos und dabei abgründig wie das Lächeln von Denzel Washington im Film „Training Day“. Einzig etwas „Dreck an den Fingern“ vermisst man hier.

(geschrieben von Thomas Schmidt-Fandrey)

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