Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O.

BLACK INHALE – Neues Album kommt im Mai

Die österreichischen Modern-Thrash-Metaller Black Inhale haben ihr neues Album für den 29.05.2020 angekündigt. Es wird den Titel „Resilience“ tragen und das erste Werk mit den beiden neuen Bandmitgliedern Andrés Cuenca (Gitarre) und Mauro Putzer (Bass) sein. Mit der Single „Final Sorrow“ ist ein musikalischer Vorbote ihres dritten Longplayers erschienen. BandhomepageBlach Inhale bei Facebook Fotocredit: Jörg…

Revolution Spring

Der Winter ist vorbei und der Frühling lässt sich mit den ersten warmen Tagen gut an. Allgegenwärtig wird der Wunsch nach Sonne und guter Laune spürbar. Den Zeitpunkt für die Veröffentlichung eines potenziellen Sommeralbums haben The Suicide Machines also gut gewählt. Immerhin handelt es sich bei „Revolution Spring“ (Fat Wreck) um ihr erstes Werk seit 15 Jahren. Damit reihen sich die Detroiter in das Phänomen ein, dass viele Melodycore und Ska-Punk-Bands der 1990er Jahre wie Goldfinger, Satanic Surfers, No Fun At All oder Mad Caddies plötzlich aus dem Nichts wieder auftauchen und es noch einmal wissen wollen. Passend hierzu haben sie sich ein neues Label gesucht und entsprechend ihrer musikalischen Ausrichtung bei Fat Wreck gesigned.

In bester Skatepunk-Manier geben die vier Jungs mit dem Opener „Bully In Blue“ gleich mächtig Gas, um dann für die nächsten Songs mit tanzbarem Off-Beat in den Ska-Punk abzubiegen. Dafür, dass das Genre angeblich als tot gilt, wirken The Suicide Machines an dieser Stelle überraschend lebendig. Es wird gute Laune versprüht bis mit „Detroit Is The New Miami“ ein an den Hardcore angelehnter Skacore-Kracher folgt. Dessen destruktive Wut und Energie sucht auf dem Album seinesgleichen und bietet eine erfrischende Abwechslung. Nach diesem kleinen Höhepunkt fallen The Suicide Machines jedoch in ein Loch.

Der zweite Teil von „Revolution Spring“ schwankt zwar nach wie vor zwischen Skate- und Ska-Punk, allerdings wirken die Songs deutlich uninspirierter. Es setzt fast schon ein leichtes Gefühl von Ermüdung – oder sollte man besser Leichenstarre sagen? – ein. Ob es an der kurzen Studiozeit von lediglich zwölf Tagen liegt, dass die Kreativität nachgelassen hat und wenig von diesen Songs hängen bleibt, kann nur vermutet werden.

Grundsätzlich sind die Lieder mit einer Länge von 01:30 und 02:30 Minuten kurz gehalten. Mit „Simple“ findet sich gegen Ende dann doch noch ein Track, der die Drei-Minuten-Marke knackt. Mit seiner schönen und eingängigen Melodie kann er sogar nochmals voll überzeugen. Auch die anschließenden „Anarchist Wedding“ und „Cheers To Ya“ schaffen es, Spielfreude rüberzubringen. So schließt der Longplayer nach einem schwachen Mittelteil versöhnlich ab.

The Suicide Machines gelingt ein ordentliches Comeback. Dennoch muss festgehalten werden, dass im Ska-Punk mittlerweile Bands wie The Interrupters oder The Prosecution den Ton angeben und ein deutlich höheres Maß an Kreativität bieten. Trotzdem sind auf „Revolution Spring“ ein paar gute Momente enthalten, die für schöne Erinnerungen an die große Zeit der Fat-Wreck-Bands der 1990er Jahre sorgen und zumindest etwas Leichtigkeit und Fröhlichkeit in die aktuelle Zeit bringen.

The Suicide Machines bei Facebook
The Suicide Machines bei Fat Wreck

Titans of Creation

Irgendwo da draußen muss es eine Art Thrash-Metal-Jungbrunnen geben. Es ist schon erstaunlich mit welcher Konstanz ausgerechnet die alten Hasen wie Testament, Kreator oder Destruction in diesem Jahrtausend in regelmäßigen Abständen hervorragende Alben veröffentlichen. So langsam stellt sich jedoch die Frage, wer als erstes wohl das Niveau nicht mehr halten kann. Um die Antwort schon einmal vorwegzunehmen: Testament sind mit „Titans of Creation“ (Nuclear Blast) nicht diejenigen, die nachlassen.

Denn das Quartett galoppiert mit den ersten drei Songs gleich im bandtypischen Thrash Metal los. Dem geneigten Testament-Fan dürfte dabei wohlig warm ums Herz werden. Der Opener „Children Of The Next Level“ samt folgendem „WWIII“ lassen sofort Erinnerungen an Band-Klassiker wie „Practice What You Preach“ aufkommen.

Es gibt aber auch die eher melodischen und ruhigen Momente. Zwar ist auf „Titans of Creation“ keine Ballade im Stil der legendären „The Ballad“ vorhanden, aber „City of Angels“ kommt doch mit gedrosseltem Tempo daher. Dazu ist in einem Lied wie „Dream Deceiver“ der Refrain selbst für Testament-Verhältnisse äußerst eingängig komponiert. Trotz dieser für Thrash-Metaller vielleicht ungewohnten Melodien ist den beiden Songs allerdings eines gemeinsam: Die musikalische Qualität wird keineswegs gemindert.

Neben dieser instrumentalen Klasse muss die Leistung von Sänger Chuck Billy betont werden. Trotz seiner mittlerweile 58 Jahre intoniert er so gut und abwechslungsreich wie schon lange nicht mehr. In „Night Of The Witch“ und „Curse Of Osiris“ wird er dabei von Gitarrist Eric Peterson unterstützt. Dieser liefert vorzügliche Growls ab, die eine unbehagliche Atmosphäre entstehen lassen. Die Growls sind der kleine, aber entscheidende Tick an Innovation, den Testament mit in ihr neuestes Werk einbringen. Auch deswegen gehören die beiden Lieder zu den absoluten Highlights und halten die Spannung bis zum Schluss aufrecht. Denn wer darauf gewartet hat, dass Testament gegen Ende des Albums müde werden, sollte sich nur einmal „Code Of Hammurabi“ anhören. Ein Track wie ein Brett, der vom Songaufbau und der Gitarrenarbeit höchste musikalische Ansprüche erfüllt.

Dennoch könnte man Testament vorhalten, dass sie auf ihrem elften Studioalbum nicht viel Neues zu bieten haben. Möglicherweise ist dies darauf zurückzuführen, dass sie es in derselben Bandbesetzung wie den Vorgänger „Brotherhood of Snake“ aufgenommen haben. Das besitzt in der Bandgeschichte Seltenheitswert. Wieder mit dabei ist übrigens auch Produzent Juan Urteaga.

Die fehlende Veränderung ist allerdings genau das, was „Titans of Creation“ ausmacht. Testament besinnen sich auf ihre Stärken und spielen diese auf einem so hohen Niveau aus, dass keine Fragen offent bleiben und ein äußerst gelungener Longplayer entstanden ist.

Testament bei Facebook
Bandhomepage

FAKE NAMES – Punk-Supergroup kündigen Debüt an

Die Punk-Supergroup Fake Names wird am 08.05.2020 ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichen. Mitglieder der Band sind die bekannten Punkrocker Brian Baker (Minor Threat, Dag Nasty, Bad Religion), Michael Hampton (S.O.A., Embrace, One Last Wish), Dennis Lyxzén (Refused, International Noise Conspiracy, INVSN) und Johnny Temple (Girls Against Boys, Soulside). Als erste Single aus dem Album ist bereits…

Schizotopia

Mit Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Chuck Berry nennen Mit Ohne Strom in ihrem Intro große Meilensteine und Vorbilder der Musikgeschichte. Natürlich zählen sie sich und ihr neues Werk „Schizotopia“ (Bacillus) etwas süffisant ebenfalls dazu. Dabei übersehen sie jedoch Elementares: Hatte nicht Ludwig van Beethoven mit seiner 5. Symphonie den ersten Hard-Rock-Song der Geschichte geschrieben? War es nicht Richard Wagner, der mit seinem Pathos den Power Metal erfand?

Dies soll nur als Randnotiz festgehalten werden, aber Mit Ohne Strom dürfen derart wichtige Ereignisse übersehen. Schließlich leben sie in einer fantasievollen Parallelwelt, die sie direkt im zweiten Track „Würmer im Kopf“ vorstellen. In ihr ist Rauchen gesund, Hipster erzählen nicht von ihrem Veganismus, Verlierer sind die eigentlichen Gewinner und Die Ärzte (aus Berlin!) sind zu viert.

Auf den ersten Blick ist also bereits zu erkennen, dass es den beiden Akustik-Rockern, deren Instrumentierung lediglich aus zwei Gitarren besteht, nur auf den Spaß ankommt. Wie auf ihrem Debüt „Klischee“ entwerfen sie dafür wieder ein Geflecht aus eigenen Liedern und Cover-Versionen. In den eigenen Songs werden unterhaltsame Geschichten über Zauberer, einen Madman oder den uns alle beschützenden Rosti, den Rotschopf, erzählt. Die Coverversionen sind dagegen akustische, aber mit Power versehene Umsetzungen berühmter Rock- und Metal-Werke. Hierzu gehören unter anderem „Drink“ (Alestorm), „Primo Victoria“ (Sabaton), „Spieluhr“ (Rammstein) oder „Only For The Weak“ (In Flames).

Mit Ohne Strom werden auf „Schizotopia“ ihrem Anspruch gerecht, „Heavy Unplugged“ zu spielen. Dieser unterhält zwar besonders beim ersten Hördurchgang, ist aber dann doch nichts für die Dauerrotation. Das Konzept der Band ist allerdings auch nicht auf das Studio ausgelegt. Das aus Schwetzingen stammende Duo ist für das Live-Erlebnis konzipiert. Mit ein paar Kumpels und einigen Bier wird man mit den neuen Songs bei ihnen einen äußerst spaßigen Abend verbringen können. Denn am Ende sind Mit Ohne Strom nichts anderes als ihr Outro: Eine lustige Melodie von Jacques Offenbach.

Mit Ohne Strom bei Facebook
Bandhomepage

KREATOR – Neuer Song „666 – World Divided“

Die deutschen Thrasher Kreator haben mit dem Song „666 – World Divided“ zum ersten Mal seit dem vergangenen Album „God of Violence“ (Nuclear Blast) wieder neue Musik veröffentlicht. Sänger Mille sagt dazu: „Nach über drei langen Jahren freuen wir uns, euch unsere brandneue Single ‚666 – World Divided‘ präsentieren zu dürfen. Mehr als je zuvor ist…

COLD YEARS – Ankündigung des Debütalbums

Die aus Aberdeen stammenden Rockband Cold Years hat ihr Debütalbum angekündigt. „Paradise“ wird am 08. Mai in den Plattenläden erhältlich sein und insgesamt 13 Songs, die zwischen Rock und melodischen Punkrock á la The Gaslight Anthem schwanken, enthalten. Dazu ist nun mit „Night Like This“ bereits die dritte Vorabsingle der Schotten erschienen. Cold Years bei…

DIE ÄRZTE – Album-Versprechen in neuem Corona-Song

Die Berliner Spaß-Punker Die Ärzte haben im „Homeoffice“ einen neuen Song aufgenommen. „Ein Lied für Jetzt“ beleuchtet mit einer kleinen Portion Humor die aktuelle Lage, bis in der letzten Strophe die freudige Nachricht kommt: Die Gerüchte sind wahr. Die Ärzte arbeiten an einem neuen Album! Homepage von Die Ärzte

Set Loose

Am 8. März wird jährlich der internationale Frauentag begangen. An diesem machen Menschen weltweit darauf aufmerksam, dass immer noch keine vollständige Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen existiert. Nicht nur mit ihrem Bandnamen stellen March einen direkten zeitlichen Bezug dazu her, sondern als Vertreter eines intersektionalen Feminismus schreiben sie sich auch die Geschlechtergerechtigkeit auf die Fahnen. Dabei bleibt es auf „Set Loose“ (Uncle M Music) aber nicht.

Das aus zwei Frauen und zwei Männern bestehende Quartett drückt seine allgemeine Unzufriedenheit über die Gesellschaft aus und versucht die Welt ein bisschen besser zu machen. Denn für sie gibt es viele Punkte, die verändert werden müssen. So rechnet „Start Again“ mit der Arbeitswelt und dem jede Pore der Gesellschaft durchdringenden Leistungsdruck ab, während sich „Born A Snake“ gegen alle Menschen, die Andere ohne Schuld- und Schamgefühle ausnutzen, wendet. In „Reapers Delight“ werfen March schließlich einen bitter-ironischen Blick auf das Leben, indem sie es mit einer Geisterbahn vergleichen. Beide wollen Spaß machen und sind vollgepackt mit Schrecken. Sie besitzen jedoch einen gravierenden Unterschied: Aus der Geisterbahn kann man lebend herauskommen, aus dem Leben jedoch nicht, wie Sängerin Fleur van Zuilen herausstellt.

Musikalisch bewegt sich die belgisch-niederländische Gruppe im Punk ’n’ Roll, bei dem die großen skandinavischen Vorreiter dieses Musikstils wie Turbonegro, The Hellacopters oder die Backyard Babies deutlich erkennbar sind. Aber auch moderne Punkrock-Einflüsse von Bands wie Not On Tour, Munice Girls oder Mobina Galore schimmern hervor. March setzen konstant auf druckvolle Gitarren- sowie Bassarbeit und beweisen des Öfteren Gespür für Melodien oder Eingängigkeit, ohne jedoch große Abwechslung zu bieten.

Dass ausgerechnet der bei der politischen Ausrichtung der Band vielsagende Songtitel „She’s a hurricane“ der ruhigste Song des Albums ist, mag zunächst verwundern. Allerdings bricht auch dieser im letzten Drittel los und entfaltet die Wirkung eines kleinen Wirbelsturms, wodurch er musikalisch einer der spannendsten Tracks des Albums ist. Beachtenswert ist darüber hinaus die raue Stimme von Sängerin Fleur. Diese sorgt in Kombination mit dem immer wieder auftretenden cleaneren Backgroundgesang dafür, dass ein Wiedererkennungseffekt entsteht und die Band nicht in die Beliebigkeit abdriftet.

Mit ihrem Zweitwerk präsentieren March ein gelungenes Album, auf dem sie sich sowohl musikalisch als auch inhaltlich klar positionieren. „Set Loose“ dürfte besonders Fans von rauem Punk ’n’ Roll und Punkrock erfreuen.

March bei Facebook
Bandhomepage

Eleventh Hour

Lange mussten Fans auf das erste Album „Eleventh Hour“ (Frontiers Music) von Novena warten. Die 2013 gegründete Band hat zwar bereits 2016 die EP „Secondary Genesis“ herausgebracht, aber danach war es still um sie geworden. Allerdings sind die sechs Herren schwer beschäftigt. Immerhin handelt es sich um gestandene Musiker, für die Novena lediglich ein weiteres Projekt ist: Am Gesang Ross Jennings (Haken) und Gareth Mason (Slice The Cake), an der Gitarre Harrison White und Dan Thornten (Ex-HAARP Machine, Ex-No Sin Evades His Gaze), am Schlagzeug Cameron Spence (Ravenface) sowie am Bass Moat Low (Slugdge, Ex-No Sin Evades His Gaze).

Nach einem zugegebenermaßen etwas merkwürdigen Intro namens „2258“ mit leisen Froschgeräuschen nehmen die Briten den Zuhörer mit auf eine Reise durch vielfältige musikalische Welten. Diese reichen von Chorgesang über Jazz-Einflüsse wie in „2259“ bis hin zu Flamenco-Rhythmen in „Córazon“. Eingebaut werden diese Stile in Progressive Rock und Metal, der irgendwo zwischen den härteren Alben von Dream Theater und den ruhigeren Sachen von Porcupine Tree schwankt. Novena zeigen jedoch genauso, dass sie wie in „Sail Away“ ganz ruhige Töne anschlagen können, um schließlich mit feinem Gespür wieder zum metallastigen „Lucidity“ zurückzukehren.

Dabei lassen sich die neun Songs (ohne Intro) auf „Eleventh Hour“ grundsätzlich zweiteilen: Fünf von ihnen dauern zwischen 8 und 15 Minuten und haben damit eine typische Länge für Progressive. Die anderen vier Lieder sind mit einer Dauer von vier bis fünf Minuten deutlich kürzer gehalten und bieten wie das entspannte „Sun Dance“ vor allem in den Refrains mehr Eingängigkeit.

Neben der musikalischen Abwechslung setzt die Gruppe ebenfalls auf gesangliche Vielfalt. Denn beide Sänger haben unterschiedliche Aufgaben, durch die das Klangspektrum erweitert wird. Rosin Jenning ist für den cleanen Gesang zuständig und übernimmt damit den größeren Part, während Garath Mason an pointierten Stellen mit Growls aufwartet.

Mit „Eleventh Hour“ legen Novena ein Debüt vor, das vor Ideen strotzt, ohne jedoch die verschiedenen Einflüsse zu übertreiben. So schaffen sie ein mannigfaltiges Werk, das in sich geschlossen und rund bleibt.

Bandhomepage
Novena bei Facebook