Pennywise

Yesterdays

  • Artist: Pennywise
  • Album: Pennywise
  • Label: Epitaph
  • Release: 2014-07-11
  • Medium:

Wenn Bands so etwas wie eine Midlife-Crisis erleben können, dann ist das neue Album ‚Yesterdays‘ das zugehörige Equivalent der Band Pennywise. Der Tonträger umfasst elf Titel, die hauptsächlich Bassist Jason Matthew Thirsk in den Anfangsjahren schrieb, lange bevor aus der Spaßband Pennywise ein ernsthafter Arbeitgeber für die vier Bandmitglieder wurde und lange bevor Pennywise irgendwelche Konzerte außerhalb von Hausparties spielten. Elf Titel, welche die Zeit hörbar darstellen, in der Jim Lindberg und seine Rotzgören-Clique nach eigenen Angaben in einer Hölzernen Garage ihren Vorbildern Black Flag, 7 Seconds, Agent Orange und natürlich Bad Religion nacheiferten. Weil sie keinen Bock auf Heavy Metal hatten.

Vergleicht man die Songs nun beispielsweise mit dem letzten Studioalbum ‚All Or Nothing‘, so ist zwar deutlich zu hören, dass die Produktion dem Jahre 2014 entstammt – mit Garage hat der Sound recht wenig zu tun, jedoch lässt das Songwriting im Vergleich keinen Zweifel zu, dass ‚Yesterdays‘ tatsächlich von gestern stammt. Besonders der Song ‚Violence Neverending‘ könnte nicht stärker nach Bad Religion klingen, ohne tatsächlich von Bad Religion zu sein und das Lied ‚She’s A Winner‘ kann nur der Feder eines Jugendlichen Punk Rockers entspringen – pubertäre Suburb-Romantik at its finest.

Sieht man also vom durchaus streitbaren Punkt ab, ob eine Kompilation uralter Kompositionen im Klanggewand des Jahres 2014 Sinn ergibt, oder ob es nicht echter erschiene die Songs im Sound des 90er Jahre- Garagen-Rocks zu veröffentlichen, so darf ‚Yesterdays‘ durchaus als eine gelungene Abwechslung im Strom der veröffentlichten Tonträger dieser Tage gesehen werden. Weder Studioalbum, noch Best Of – aber irgendetwas Cooles irgendwo dazwischen.

Post Scriptum:

…und dann fand der doofe Redakteur den Hidden Track Nummer zwölf – dreizehneinhalb Minuten, die bei iTunes auf den Titel ‚Band Practice 89‘ hören, was durchaus autentisch klingt. Stelle einen Kasettenrekorder in den Proberaum und fang an zu spielen. Heraus kommt dieser wirklich ehrliche, wenn auch streckenweise sehr rohe Neunzigerjahre Demo-Tape Sound, sodass sich der Hörer noch einmal wirklich ins Gestern versetzen lassen und einige der Songs, die auf Yesterdays in Super-2014-Sound vorhanden sind, ganz in echt wie früher erleben kann. Absolut großes Kino, da kann ich gar nicht anders als die Bestnote zu vergeben!

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