Red Apollo

The Laurels Of Serenity

Die Dortmunder Post-Metaller Red Apollo haben die Aufnahmen zu „The Laurels Of Serenity“ in einem Dokumentarfilm festgehalten. Fast drei Jahre haben sie gebraucht, um ihren zweiten Longplayer nach ihren ganz eigenen Vorstellungen umzusetzen. Da auch nach unzähligen Durchläufen kaum ein Manko zu finden ist, kann die Mission als gelungen bezeichnet werden.

„The Laurels Of Serenity“ ist ein vielschichtiges Album, das enorm viel Dynamik und Spannung bietet und so eine große Anzahl von unterschiedlichen Geschmäckern anspricht. Wer auf nicht enden wollende Instrumentalpassagen steht, ist hier richtig. Wer auf schwerfälligen tiefschwarzen Doom steht, ebenso. Wer auf harsche Gitarrenwände á la Meshuggah abfährt, wird ebenso befriedigt. Und wer seine Musik gern auf elf und alleine in einem abgedunkelten Zimmer genießt, der bekommt mit „The Laurels Of Serenity“ den Jackpot frei Haus geliefert. Die acht Songs sind die Vollbedienung an Intensität und Atmosphäre. Auch nur eine Sekunde zu verpassen, wäre eine nicht zu verzeihende Sünde. Aber die Chance, solch einen Fauxpax zu begehen, ist unendlich gering, denn die 48 Minuten sind so fesselnd, dass man vor Ehrfurcht da sitzt, um ja keinen einzigen Ton zu verpassen. Nicht nur, dass jeder Song allein schon Gänsehaut erzeugt, als Gesamtwerk beschleicht einem Kälte und Hitze zugleich und man fühlt, was die Welt für ein extremer Ort ist, mit all seinen Abscheulichkeiten und all seinen wunderschönen Momenten. So treffen herrliche postmetallische Melodiebögen auf wütend kriechenden Doom, der wiederum gegen einen niederdrückenden Groove ankämpfen muss. Und alles ist geschickt und auf ganz natürliche Art und Weise miteinander verwoben. Selbst das Artwork, das auf den ersten Blick ein wenig naiv und klischeehaft wirkt, bekommt mit jeder Minute, die man sich mit „The Laurels Of Serenity“ beschäftigt, einen tieferen Sinn. Organisch, homogen, lebendig, ein Meisterwerk!

„The Laurels Of Serenity“ ist ein mitreißendes und bewegendes Tondokument, dass seinesgleichen hinsichtlich Stimmung und Tiefe sucht. Die Arbeit der vier Dortmunder Jungs hat sich gelohnt, jede Sekunde, jede Note. Die Lorbeeren der Klarheit dürfen sie mit vollen Händen ernten.

(geschrieben von Kristian Habermann)

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