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Helloween - Eine Bandhistory: Episode 1

In wenigen Wochen ist es soweit - Helloween stehen auf der Pumpkins United-Tour nicht nur mit den fünf Mitgliedern der seit 2004 stabilen aktuellen Besetzung, sondern zum ersten mal seit 1988 wieder mit ihren Ex-Mitgliedern Kai Hansen UND Michael Kiske auf der Bühne. Whiskey-Soda bringt Euch nun einen mehrteiligen Überblick über die Geschichte der Band, der im letzten Teil von einem aktuellen Interview mit Band-Urgestein Michael Weikath beschlossen wird, der uns alles Wissenswerte über die Reunion erzählt hat.



Andi Deris sollte sich als das Beste entpuppen, was Helloween seit dem Zerbrechen des Keeper-Lineups passiert war. Andi verfügte über eine sofort wiedererkennbare Stimme, die dank der Erfolge von Pink Cream 69 auch den meisten Hörern bereits vertraut war. Dazu kam, das Andi ein sehr gutaussehender Typ war, der mit seinen Bon Jovi-mäßigen Looks auch auf Fotos immer eine gute Figur machte. Am Allerwichtigsten jedoch: Andi war ein erfahrener Songwriter mit einem höchst eigenen Stil und war es durch Pink Cream 69 gewohnt, komplette Alben im Alleingang zu verfassen. Dem relativ fix nach der Trennung von Kiske und Schwichtenberg - der dauerhaft von Ex-Gamma Ray-Drummer Uli Kusch ersetzte wurde - aufgenommenen "Master Of The Rings"-Album drückte Andi bereits kräftig seinen Stempel auf - indem er auf insgesamt fünf der zehn Songs (plus Intro) bereits Songwriting-Credits bekam. Auch Weikath steuerte zu sieben Songs seinen Senf bei (vier davon im Team mit Deris), drei Stücke brachte Roland ein. Es gab auch wieder ein klassisches Intro wie zu "Keeper"-Zeiten, und laut einem Text im Booklet sollte das Album die Story des Protagonisten aus Weikaths Epos "Keeper Of The Seven Keys" weiterführen. Zynischere Zeitgenossen bemerkten sehr wohl, daß kein Song des Albums textlich damit irgendetwas zu tun hatte - und "Master Of The Rings" auch musikalisch nicht viel mehr mit den alten Helloween zu tun hatte als seine beiden Vorgänger. In der Tat war "Master Of The Rings" ein recht straightes Hardrock-Album und stilistisch nicht allzu weit von "Pink Bubbles Go Ape" entfernt - den Fans war aber alles Recht, was nicht allzusehr an "Chameleon" erinnerte. Sympathiepunkte sammelte die Band auch auf der kommenden Tour, die jede Menge lange nicht mehr gespielter Songs in den Vordergrund stellte.



Nur wenig Sympathie verschaffte sich die Band hingegen mit anderen Aktionen. Die erste Single 'Mr. Ego', geschrieben von Roland, widmete die Band Michael Kiske - und auch ansonsten ließen Helloween keine Gelegenheit aus, gegen ihre Ex-Mitglieder Kai, Ingo und Michael zu schießen. Die gaben aber, so gut sie nahmen, wobei Kai dabei immer weit mehr Zurückhaltung erkennen ließ und meist diplomatisch blieb. Das Ganze eskalierte, als sich 1995 Ingo Schwichtenberg das Leben nahm, indem er sich vor einen fahrenden Zug warf. Statt Respekt walten zu lassen, warf man sich nun gegenseitig auch noch die Schuld am Tod des Ex-Kollegen vor - vielen Fans ging das zu weit. Schließlich gab es nicht wenige, die sowohl Helloween als auch Michael Kiske und Gamma Ray weiterhin mochten, auch wenn die Wege sich getrennt hatten.

Währenddessen hatte Kai Hansen nach zwei - wie bei seiner Ex-Band auch - erfolglosen Versuchen, sich vom Helloween-Sound zu emanzipieren, ein neues Lineup für Gamma Ray zusammengestellt. Ohne Ralf Scheepers, der Hoffnungen hatte, bei Judas Priest die Nachfolge von Rob Halford anzutreten, dafür wieder mit Kai selbst am Mikro. Der hatte Gesangsunterricht genommen und beeindruckte auf dem 1995er Album "Land Of The Free" mit erstaunlich selbstsicherem und druckvollem Gesang - und durchweg großartigen Songs, die denen der "Keeper"-Ära in nichts nachstanden. Ob Speed-Monster wie 'Man On A Mission', Epen wie 'Rebellion In Dreamland' oder Bombastheuler wie die erste Single 'Land Of The Free' - das war der Stoff, hinter dem Helloween-Fans her waren. Speziell das erwähnte 'Land Of The Free' war ein denkwürdiger Song: im Refrain sang nämlich, zum ersten Mal seit "Chameleon", niemand geringeres als Michael Kiske mit - darüber hinaus übernahm er auch noch auf dem Albumtrack 'Time To Break Free' den Leadgesang.



Helloween machten das einzig Richtige: nicht reden, Musik spielen. Das 1996 erschienene "The Time Of The Oath" hatte zwar den Keeper auf dem Cover, trug aber diesmal deutlich die Handschrift von Andi Deris. Selbst Drummer Uli Kusch hatte an drei Songs mitgeschrieben. Deris selbst hatte mittlerweile selbst den Spaß an härterem Material gefunden, denn neben einer Handvoll Hardrocksongs im Stil des Vorgängers steuerte er diesmal auch mit dem Drei-Minuten-Auf-Die-Fresse-Opener 'We Burn' und dem thrashigen 'Before The War' die beiden härtesten Songs der Scheibe bei, die beide durchaus an selige "Walls Of Jericho"-Tage erinnerten. Michael Weikath trug mit der Single 'Power' und dem hymnenhaften 'Kings Will Be Kings' auch zwei Höhepunkte bei, und alles in Allem war "The Time Of The Oath" ein deutlich stimmigeres Album als der Vorgänger, auch wenn es nicht komplett ohne Füller auskam. Das nachfolgende Livealbum "High Live" zeigte die Band in guter Form, auch wenn Andis Interpretationen der in Original von Kiske gesungenen Songs nicht jedermanns Geschmack trafen. Der veröffentlichte indes sein erstes Soloalbum "Instant Clarity", auf dem Kai Hansen und damals-Ex-und-heute-wieder Iron Maiden-Gitarrist Adrian Smith Gitarrenparts beisteuerten und auch an ein paar Songs mitschrieben. Musikalisch folgte "Instant Clarity" wenig überraschend der Linie von "Chameleon", hatte mit 'New Horizons' und 'The Calling' aber auch zwei knackige Metal-Songs zu bieten. Obwohl Kiske, der zum christlichen Glauben gefunden hatte, eigentlich dem Metal aufgrund dessen Tendenz zu, wie er es empfand, dunklen und menschenfeindlichen Themen mittlerweile eher ablehnend gegenüberstand und dies auch in seinem Buch "Kunst und Materialismus" sowie auf seiner Webseite www.geisteskind.de freimütig kommunizierte. Das wurde damals zwar sehr hämisch kommentiert, unter Anderem von Grapow und Weikath, ansichts der zu dieser Zeit stattfindenden Exzesse in der nordischen Black Metal-Szene konnten aber auch viele Fans Kiskes Einstellung durchaus nachvollziehen. Die Presse nahm aber Kiskes - mit Sicherheit auch überzogen formulierte - Aussagen gerne aus ihrem Kontext, und so wurde der einstige Wunderknabe der Metal-Szene plötzlich zum "Verräter" und "Nestbeschmutzer" deklariert - womit sich in realsatirischer Weise seine Vorwürfe bestätigten.



Nach einer kurzen Verschnaufpause, in der sowohl Andi Deris als auch Roland Grapow eher rockige Soloalben aufgenommen hatten (und Roland noch dazu mit tollem Leadgesang beeindrucken konnte), ging es zurück ins Studio für die Aufnahmen zum nächsten Helloween-Werk. Von außen gab es Druck, sich moderner zu präsentieren - speziell der Name Rammstein fiel ein paar Mal, und so klang Einiges auf dem 1997er Album "Better Than Raw" ein wenig moderner, als das der geneigte Helloween-Fan gerne gehabt hätte. Der Opener 'Push' beispielsweise spielte mit Pantera-Riffing und extrem hohem (und nicht immer angenehm klingendem) Shouting von Andi und war klar von Judas Priests Nu Metal-Experiment "Jugulator" beeinflusst, das düstere 'Time' klang wie eine Mixtur aus Pink Floyd, Nine Inch Nails und David Bowie. Vornehmlich Weikath hielt die Fahne des melodischen Helloween-Sounds hoch - auffällig war, das Roland Grapow diesmal überhaupt keinen Songwriting-Credit erhalten hatte und Uli Kusch dafür wieder drei Songs beigesteuert hatte. "Better Than Raw" sollte auch das letzte Album sein, daß die Band mit Tommy Hansen aufnahm.



Zwei ehemalige Weggefährten von Michael Weikath und Markus Grosskopf machten zur selben Zeit einmal mehr von sich reden. Gentry-Gründer Piet Sielck hatte mit Blind Guardian-Drummer Thomen Stauch und - natürlich - Kai Hansen eine Band namens Iron Savior gegründet, deren Debütalbum fast zeitgleich mit "Better Than Raw" erschien - auf dem alten Helloween-Label Noise, wo auch immer noch Gamma Ray unter Vertrag standen. Musikalisch gab's schnörkellosen Heavy Metal mit Judas Priest-Schlagseite, und Piet Sielck überraschte trotz langer Pause als kraftvoller und charismatischer Leadsänger. Auf der kommenden Tour boten Iron Savior neben sämtlichen Songs ihres Debütalbums auch eine Handvoll alter Helloween-Stücke aus der Frühphase. 'Heavy Metal (Is The Law)', 'Gorgar' und 'Metal Invaders' hatten die Fans teilweise seit über zehn Jahren von Helloween nicht mehr live gehört, und entsprechend begeistert war die Reaktion. Um nicht als Helloween-Folgeprojekt abgetan zu werden, gab es in Zukunft bei Iron Savior somit nur noch eigene Songs - auch wenn für's zweite Album "hochoffiziell" noch Studioversionen von 'Metal Invaders' und 'Gorgar' eingespielt wurden.

Um aus dem Vertrag mit Castle Communications, bei denen die Band seit "Master Of The Rings" unter Vertrag stand, herauszukommen, schoben Helloween im Anschluss an die Tour als Support von Iron Maiden (die damals mit "Virtual XI" ebenfalls in einem kommerziellen Tief steckten), das Coveralbum "Metal Jukebox" nach. Nach dem verhalten aufgenommenen "Better Than Raw" rissen die Fans auch "Metal Jukebox" nicht unbedingt in Millionen aus den Plattenregalen. Die Band unterschrieb einen neuen Plattenvertrag bei Nuclear Blast und überlegte, was wohl als Nächstes kommen könnte. Auf Anraten des Labels beschloß man, es mit dem südamerikanischen Produzenten Roy Z zu versuchen, der auch die Solokarrieren von Ex-Iron Maiden-Stimme Bruce Dickinson und Rob Halford (Judas Priest) mit behutsamer Modernisierung auf Trab gebracht hatte. Das Experiment sollte Helloween einmal mehr fast zum Zerbrechen bringen.

Keine Angst, liebe Fans, wir wissen ja heute, daß Helloween sich auch trotz wiedriger Umstände wieder aufrappeln konnten - aber es geht eben nichts über einen Cliffhanger! Den Rest der Helloween-History gibt's nächste Woche GENAU HIER bei Whiskey-Soda!

Fotos: Franz Schepers


Fortsetzung Helloween - Eine Bandhistory: Episode 1 Seiten 1 2 3 4

 

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SaschaG
© 09/2017 whiskey-soda.de
 


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