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Helloween - Eine Bandhistory: Episode 1

In wenigen Wochen ist es soweit - Helloween stehen auf der Pumpkins United-Tour nicht nur mit den fünf Mitgliedern der seit 2004 stabilen aktuellen Besetzung, sondern zum ersten mal seit 1988 wieder mit ihren Ex-Mitgliedern Kai Hansen UND Michael Kiske auf der Bühne. Whiskey-Soda bringt Euch nun einen mehrteiligen Überblick über die Geschichte der Band, der im letzten Teil von einem aktuellen Interview mit Band-Urgestein Michael Weikath beschlossen wird, der uns alles Wissenswerte über die Reunion erzählt hat.


Drei Kandidaten standen für den Helloween-Sängerjob der Folklore nach zur Wahl. Ralf Scheepers von der ebenfalls bei Noise unter Vertrag stehenden Hardrockband Tyran Pace, ein - namentlich nie genannter - Amerikaner und ein gerade mal siebzehnjähriger Jüngling namens Michael Kiske, der zwar mit seiner Band Ill Prophecy bereits ein beeindruckendes Demo aufgenommen hatte, aber vor seiner Helloween-Audition der Legende nach gerade mal einen einzigen Livegig absolviert hatte. Scheepers tauchte zu seiner Audition gar nicht erst auf, der Amerikaner erlitt einen Kulturschock - und Michael Kiske war, wie Weikath ein paar Jahre vorher, alles Andere als beeindruckt von dem, was Helloween da so fabrizierten. "Für mich klang alles gleich." erklärte Kiske später. "Ich stand eher auf Iron Maiden, Judas Priest und Queensryche. Die entsprachen meinem Verständnis von Metal, nicht dieses Speed-Zeug. Darum meldete ich mich nicht bei ihnen." ("Systemstörung - Die Geschichte von Noise Records", Iron Pages Verlag 2017)

Doch Weikath gab sich nicht so einfach geschlagen und überredete Kiske, doch einfach mal zur Probe zu kommen. Und siehe da, Kiske mußte zugeben, daß sich das Ganze ziemlich perfekt fügte. Etwas skeptischer war hingegen Kais Reaktion. Für seinen Geschmack klang der jugendliche Kiske zu sauber, brav und hoch, zu wenig metal-mäßig. Erst, als die Band mit Kiske an neuen Songs zu arbeiten begann, machte es auch bei Hansen Klick - und er begann, bewußt Songs mit Kiskes Stimme im Hinterkopf zu schreiben. In der Tat löste die Begeisterung einen wahren Kreativschub aus, und Helloween verkündeten ihrem Label, daß ihr nächstes Album ein Doppelalbum werden müsse.

Obwohl Helloween eines von Noises besten Pferden im Stall war, sah Label-Boss Walterbach die Notwendigkeit aber nicht gegeben. Von den Songs, die die Band anschleppte, gefiel ihm nämlich maximal die Hälfte - und speziell die Songs von Michael Weikath empfand er als, je nachdem, wen man fragt, nicht gut genug oder zu weit vom bewährten "Walls Of Jericho"-Stil entfernt. Weikath hatte zur damaligen Zeit allerdings durchaus mit eigenen Problemen zu kämpfen: der Gitarrist hatte einen Nervenzusammenbruch erlitten, dessen Konsequenzen ihn noch jahrelang verfolgen sollten. Laut Weikaths Aussage spielte Kai für das Album sämtliche Rhythmusparts alleine ein, während er selbst sich erholte und danach seine Soli darübersetzte. Somit sollte das Doppelalbum auf eine Vinylscheibe reduziert werden und vornehmlich auf Kais Kompositionen fußen und die beiden Michaels jeweils nur einen Song beisteuern.



Doch auch Kais neue Stücke verlangten nach einer differenzierteren Produktion als auf "Walls Of Jericho", weshalb die Band sich entschied, nicht mehr mit Harris Johns zusammenzuarbeiten. Stattdessen engagierten sie den Dänen Tommy Hansen, der seinen Landsleuten Pretty Maids für ihr Debüt "Red Hot And Heavy" einen der gewaltigsten Gitarrensounds des Genres beschert hatte. Auf Walterbachs Anraten wurde Victory-Gitarrist Tommy Newton als zweites Ohr hinzugezogen, und im Tandem führten sie Helloween zu neuen kreativen Ufern. Schon auf der vorangegangenen Tour hatte die Band mit Jörn Ellerbrock einen (meist hinter einem Vorhang versteckten) Livekeyboarder engagiert, und dieses Mal wurden die Keyboardklänge - im Studio gespielt und arrangiert von Tommy Hansen - integraler Bestandteil der Produktion. Kiskes alter Ill Prophecy-Song 'A Little Time' bekam beispielweise mit Samples aus dem Fairlight-Synthesizer einen psychedelischen Mittelteil verpasst, die Single 'Future World' machte den Tasten mit entschlackten Gitarren Platz, an anderer Stelle fügten die Keyboards eine pseudoklassische Komponente hinzu. Die Gitarrenfraktion gab sich weniger thrashig, die Drums nicht mehr permanent Vollgas und die Basslinien waren so unkonventionell und verspielt wie immer. Mit dem dreizehnminütigen 'Halloween' hatten sie sogar ein komplex arrangiertes Epos am Start, welches den mit 'How Many Tears' begonnenen Weg weiterverfolgte. Mit seiner Mischung aus Speedparts, so eingängigen wie theatralischen Melodien en masse und clever fließenden Rhythmuswechseln und progressiven Breaks ließ 'Halloween' im Direktvergleich Iron Maidens 'Rime Of The Ancient Mariner' - und außer dem gab es ansonsten im Metal noch nichts Vergleichbares - wie ein recht traditionelles Stück Bangerfutter wirken.

Und über allem thronte das majestätische Organ des Neuzugangs Michael Kiske, der vom sonorem Elvis-Timbre bis zu den höchsten Tönen, die eigentlich bislang Geoff Tate und Rob Halford vorbehalten gewesen waren, alle Anforderungen des Materials mit spielerischer Leichtigkeit und trotz seines jugendlichen Alters ungeheuer selbstsicher meisterte. Dazu kam die unverschämt positive Attitude der Band, die mit dem damals vorherrschenden "Satan- und Deibel"-Image der nationalen Konkurrenz rein gar nichts gemeinsam hatte. Eher orientierte man sich am bodenständigeren Auftreten von Bands wie Iron Maiden und fügte dem noch eine gewaltige Dosis schrägen Humors hinzu. Die den Innnenteil des aufwändigen Gatefold-Covers kapernden, albernen Kürbiskopf-Comics des belgischen Grafikers Frederick Moulaert wurden sofort zum Kult und gaben natürlich auch exzellente T-Shirt-Motive ab. Die Verbindung von zeitgemäßen Metal-Sounds, eingängigen Mitsing-Melodien und dem Humor der Band griff so perfekt ineinander, wie es sich kein Plattenfirmenmensch am Reißbrett hätte erträumen können.



"Keeper Of The Seven Keys Part 1" wurde sofort zum Erfolg und setzte alleine in Deutschland relativ schnell 125000 Exemplare ab. Die Band bekam von Noise allerdings nach wie vor ein Pauschalgehalt von knapp 2500 DM, während Walterbach sich zum Ärger vieler größtenteils noch schlechter entlohnter Noise-Künstler einen nagelneuen weißen Ferrari leistete. Nach einer künstlerisch erfolgreichen, aber kräftezehrenden Tour durch die USA, die dazu führte, daß Kai Hansen Weihnachten 1987 im Krankenhaus verbringen durfte, und einem Auftritt auf den britischen Monsters Of Rock-Festival bezeugte das Iron Maiden-Management Sanctuary Interesse an Helloween, die nach wie vor von ihrem loyalen, aber wenig aggressiven Kumpel Limb Schnoor betreut wurden. Noise stellte sich zwar sofort dazwischen, aber es wurde recht deutlich, daß Helloween Mainstream-Potenzial hatten - nicht wenige trauten der Band gar zu, dauerhaft die Nachfolge von Größen wie eben Iron Maiden anzutreten. Also mußte schnellstmöglich der Nachfolger her. Als "Keeper Of The Seven Keys Part II" erschien, hatte die Band zwei verschiedene Manager - Limb Schnoor und das Sanctuary-Unternehmen, vertreten durch Harry Mohan.

Diesmal waren die Vorzeichen umgekehrt. Weikath war hochmotiviert und hatte den beim Vorgänger noch abgelehnten 'Keeper Of The Seven Keys' umgeschrieben und fertiggestellt. Der Song war nun ebenso lang wie Hansens Meisterwerk 'Halloween' und hatte Weikath zufolge während seiner Erholungsphase einen therapeutischen Effekt auf ihn gehabt. Neu hingegen waren das rasend schnelle 'Eagle Fly Free' und die poppige Spaßnummer 'Dr. Stein'. Dazu steuerte Michael Kiske mit 'We Got The Right' und 'You Always Walk Alone' zwei ebenfalls eher progressiv angehauchte Tracks bei, und Kai Hansen brachte mit dem traditionellen Helloween-Speedie 'March Of Time' und dem an 'Future World' anknüpfenden 'I Want Out' noch zwei weitere Hits mit. Doch die Aufnahmen gestalteten sich nicht mehr so einfach. Weikath und Kiske waren sich relativ einig, daß Helloweens Zukunft nicht unbedingt im Speed Metal lag, Hansen, unterstützt von Label-Boss Walterbach, empfand das Material hingegen als zu riskant und zu weit von den Wurzeln der Band entfernt. Speziell die Spaßnummern 'Rise And Fall', die Weikath bereits für Part 1 geschrieben hatte, und 'Dr. Stein' standen im Zentrum der Diskussionen. Kompliziert wurde das Ganze dadurch, daß ausgerechnet 'Dr. Stein' auch noch die erste Single werden sollte. Im Nachinein genau die richtige Entscheidung: 'Dr. Stein' schaffte es als eine der ganz wenigen Metal-Singles der Achtziger nämlich in die deutschen Single-Top Ten, etwas, das ansonsten maximal Bands wie Europe und Bon Jovi vorenthalten blieb.



Im Fahrwasser von 'Dr. Stein' erklommen Helloween 1988 die Erfolgsleiter somit im Eiltempo. Ein Auftritt in der damals einzigen Pop-Musiksendung "Formel Eins" half "Keeper Of The Seven Keys Part II" dabei, bis auf Platz 5 der deutschen LP-Verkaufscharts zu klettern. Auch Metallica schafften es mit dem eine Woche später veröffentlichten "...And Justice For All", welches ebenfalls den kommerziellen Durchbruch der Band signalisierte, nicht höher. Das zweite Keeper-Album blieb satte sechzehn Wochen in den LP-Charts, während der auch wenig Metal-kompatible Medien wie die Bravo auf die Band aufmerksam wurden. Das rief natürlich eine Menge Nachahmer auf den Plan. Von 1987 bis 1990 konnte man sich in Deutschland gar nicht retten vor Bands, die "melodischen Speed Metal" spielten und die natürlich alle betonten, ÜBERHAUPT NICHTS mit Helloween am Hut zu haben. Ob Mania, Scanner, Chroming Rose oder Blind Guardian (wobei letztere eher im Fahrwasser der thrashigen "Walls Of Jericho"-Phase schwammen), der neue Metal-Sound schmeckte ganz klar nach Kürbis und fand eine ganze Menge Fans.



Fortsetzung Helloween - Eine Bandhistory: Episode 1 Seiten 1 2 3 4

 

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SaschaG
© 09/2017 whiskey-soda.de
 


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