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Ghost - Vorverlegte Geisterstunde auf der Reeperbahn

'Auf der Reeperbahn nachts um halb eins', heißt es in dem alten Seemanslied. Nun, so lange musste niemand auf die Geister warten, denn schon um 19 Uhr ging es los. Samstagabend, bestes Frühlingswetter, ausverkauftes Haus direkt an der Hamburger Amüsier- und Sündenmeile Reeperbahn – was will man mehr? Die schwedischen Rocker Ghost hatten zu einem ihrer wenigen Deutschland-Termine der aktuellen Tour geladen, und die Fans kamen in Strömen. Die Docks waren schon lange vor dem Konzert komplett ausverkauft. Whiskey-Soda hat sich ins geisterhafte Getümmel gestürzt.


Die 2008 gegründete Heavy-Rockband Ghost aus Schweden wurde diesen März als "Hard Rock/Metal Act Of The Year" mit einem "Swedish Grammi Award" ausgezeichnet. Im September 2016 veröffentlichten die Geister ihre letzte EP "Popestar". Für den auf dem Vorgängeralbum enthaltenen Song 'Cirice' wurde die Band in der Kategorie "Best Metal Performance" mit einem Grammy ausgezeichnet. Entsprechend groß ist der Andrang und der traditionelle Hamburger Musikclub "Docks", in dem schon Legenden wie The Ramones oder auch Metallica gespielt haben, platzt mit rund 1500 Besuchern aus allen Nähten. Konzertbeginn ist ungewöhnlicherweise schon für 19.00 Uhr angesetzt, un zum Einlass eine Stunde vorher reicht die Menschenschlange weit über den Spielbudenplatz direkt an der Reeperbahn. Der Altersdurchschnitt der Fans ist relativ jung, aber auch ein paar ältere Herren haben sich zur heutigen Metal- und Rockmesse eingefunden. Von gepiercten Punks über stylische Gothics und jede Menge Metaller bis hin zum alten Mann mit Hut und Vadder-Abraham-Gedächtnis-Bart ist alles vertreten, als 1500 Menschen in den Club mit der hohen Saaldecke strömen. Da wird es dann auch schnell kuschelig eng, und spätestens nach der Vorband vor und seitlich der Bühne teilweise sogar gefährlich voll. Kein Schritt vor oder zurück mehr möglich. Blau-grüner Nebel wabert von der geräumigen Bühne ins Publikum und stimmt auf die heutige Horrorshow ein.

Vor dem Auftritt der maskierten Geister um Frontmann Papa Emeritus III. dürfen aber zunächst die Zombies ran, in diesem Fall das US-amerikanische Synthie-Duo Zombi (ohne e), inspiriert durch die Schreibweise in den alten italienischen Horrorfilmen aus den 70er und 80er Jahren. Passenderweise stammen Steve Moore und Anthony Paterra aus Pittsburgh, der Hochburg der amerikanischen Zombiefilme von George A. Romero. Die Musik der beiden Amerikaner wurde nach eigener Aussage stark durch die italienische Kultgruppe Goblin inspiriert, die wiederum den europäischen Soundtrack zum berühmten Romero-Klassiker "Dawn Of The Dead" beisteuerte. Heute geht es aber nicht zum Zombies, sondern um die Musik der beiden Musiker, und die kommt bei den Hamburgern gut an.

Die rein instrumentalen Songs bewegen sich stilistisch im unmittelbaren "Goblin"-Umfeld und könnten direkt aus dem Soundtrack eines Dario-Argento-Filmes stammen. Das treibende Schlagzeug trifft abwechselnd auf elegische Synthie-Eskapaden und dann wieder wummernde Bassläufe, wobei das Duo auch mit vorprogrammierten Samples aus dem Computer arbeitet. 45 Minuten musikalisches Hommage an die Film-Zombies wissen zu gefallen, wobei sich die Band mit ihren Ansagen zurückhält, die sich auf 2 oder 3 kurze "Thank you!" Ausrufe beschränken. Vielleicht hätten die Amerikaner gut daran getan, ihr Bandkonzept kurz zu erklären, so bleiben nach 45 Minuten auch einige ratlose Gesichter im Publikum zurück. Unterm Strich aber ein gelungener Auftritt und schöner Anheizer für Ghost.

 

Filmreif geht es auch nach einer halben Stunde Umbaupause und einstimmender Chormusik aus den Boxen weiter, denn bei der unheimlichen Intromusik, die endlich den Beginn der Geisterstunde verkündet, handelt es sich um Jocelyn Pooks Filmmusik für Kubricks "Eyes Wide Shut". Jetzt sind aber alle Augen im Club weit geöffnet und alle Hände in die Luft gereckt, um die schwedische Kultband angemessen zu begrüßen. In gleißendes Scheinwerferlicht und jede Menge Dampf und Nebel gehüllt betreten Papa Emeritus III. und seine fünf "Namenlosen Ghoule" die Bühne und zelebrieren für die nächsten 90 Minuten eine perfekt inszenierte Geistermesse irgendwo zwischen Metal, Psychedelic Rock und Doom. Sie eröffnen das Konzert mit 'Square Hammer', dessen eingängige Melodie sich sofort im Gehörgang festsetzt.

Immer wieder wabert dicker Dampf über die Bühne, verhüllt die Ghoule in buntem Licht und sorgt für sehr stimmungsvolle Szenen. Die maskierten Musiker mit ihren Teufelshörnern wirken im richtigen Licht in der Tat wie wild musizierende Dämonen oder Teufel. Sie laufen wild auf der Bühne herum, springen elegant in die Luft und liefern sich auch gerne mal kleine Duelle mit ihren Gitarren. Der weiß geschminkte Frontmann Papa Emeritus III. schwenkt den Weihrauch-Kübel oder stellt zwischendurch auch mal fest, dass er offenbar Gewicht verloren hat und die Hosen rutscht: "I`m about to loose my pants!" Das hätte der okkulten Teufelsmesse dann wohl jede Ernsthaftigkeit geraubt. Nun, die Hose bleibt oben, aber ganz un-ironisch ist die Show ja ohnehin nicht. Teuflische Texte und satanische Outfits sind angesagt, tanzen zu Gute-Laune-Rock und schmissigen Melodien. Ghost wissen eben, wie man einen Samstagabend an der Reeperbahn gebührend feiert. Zu 'Body And Blood' dürfen zwei Nonnen vom Fotograben aus die ersten Reihen mit Leckerlies verwöhnen, während Papa Emeritus verkündet, worum es in dem Song geht: "This song is about eating flesh". Menschliches Fleisch, versteht sich, "Not Bratwurst!", wie der sympathische Frontmann sogleich hinzufügt. Überhaupt hat der Papa eine Menge launischer Sprüche für sein Publikum parat. "Was it good for you?" fragt er die Ghost-Jünger und Neulinge nach getaner Arbeit. "It was good for me, too." Und den letzten Song kündigt er als Orgasmus an. Man wüsste ja im Prinzip, was jetzt kommt, aber es sei immer wieder gut. Recht hat der Mann.

Aber der Reihe nach: Zum mit dem Grammy ausgezeichneten Song 'Cirice' entledigt sich der Sänger des langen Umhangs und der charakteristischen Bischofs-Mütze und kommt im schwarzen Frack daher. Artig bedankt er sich mehrfach bei der Hamburger Menge für ihr Erscheinen. Zum packenden Hardrock-Stück 'Mummy Dust' fliegen dann die glitzernden Papierfetzen aus den Konfertti-Kanonen und sorgen für noch mehr Partylaune in den heißen "Docks". Dampfsäulen und eine stimmungsvolle Lightshow zeigen, wie ein packender Rock-Act live inszeniert werden muss. Ghost verstehen ihr Geschäft und lassen ihr Publikum nach 90 Minuten mit glücklichen Gesichtern zurück. Zuvor gibt es natürlich noch eine Zugabe, die mit einem langen choralen Outtro in völliger Dunkelheit endet. Als das Licht wieder angeht, sind die Geister verschwunden, obwohl es doch noch über zwei Stunden bis Mitternacht sind. Der Spuk fand heute zu vorverlegter Uhrzeit statt.

Ein wunderbares und sehr stimmungsvolles Konzert hat die Reeperbahn da erlebt, von dem wir sehr gerne auch mit Bildern der Show berichtet hätten, was uns jedoch leider verwehrt blieb. Ghost haben wieder einmal bewiesen, dass sie zu den spannendsten und vor allen Dingen unterhaltsamsten Live-Acts der Gegenwart gehören.

Setlist Ghost, Docks Hamburg, 08.04.2017:

Square Hammer
From The Pinnacle To The Pit
Secular Haze
Con Clavi Con Dio /Per Aspera ad Inferi
Body And Blood
Cirice
Year Zero
He Is
Absolution
Mummy Dust
Ghuleh / Zombie Queen
Ritual

Monstrance Clock

Fotos: Offizielle Pressefotos / Loma Vista



 

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Michael
© 04/2017 whiskey-soda.de
 


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