whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
Musikmagazin - Home whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin zur Startseite whiskey-soda Musikmagazin zur Story Seite whiskey-soda Musikmagazin zur Rezensionen Seite whiskey-soda Musikmagazin Livekonzerte und -Interviews whiskey-soda Musikmagazin Community und Forum whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin einfach mal suchen whiskey-soda Musikmagazin
News   
Reviews   
Stories   
Live (WS-TV)   
WS Präsentiert   
Forum   
Facebook   
Story-Archiv   
 

      registrieren  

10x10
Montrose
10x10
(Classic-Rock)

Sky Trails
David Crosby
Sky Trails
(Folkrock)

Three Piece Suite
Gentle Giant
Three Piece Suite
(Progressive Rock)

Reap The Storm
Wucan
Reap The Storm
(Stoner Rock)

Children Of The Sounds
Kaipa
Children Of The Sounds
(Progressive Rock)

Light It Up
Hot Water Music
Light It Up
(Emo)

BCCIV
Black Country Communion
BCCIV
(Classic-Rock)

Freedom Machine
Hard Driver
Freedom Machine
(Hardrock)

Two Paths
Ensiferum
Two Paths
(Deathmetal)

Dreaming In The House Of Blues
Ulrich Ellison
Dreaming In The House Of Blues
(Rock)



Marilyn Manson - Tonight, I am fucking German!

Kurz vor dem Beginn des Konzertes von Amerikas Bad Boy Nummer Eins, Marilyn Manson, gab es nur noch wenige Restkarten. Man konnte sich also auf ein gut gefülltes Velodrom freuen, und darauf hoffen, Mister Manson würde seiner Ankündigung entsprechend eine richtig schön dekadente Show bieten.

Zunächst einmal muß allerdings gesagt werden, daß die uhrwerksgleiche Präzision des zuständigen Sicherheitdienstes jegliche Schieberei und Drängelei vor dem Konzerte zunichte machte. Manch andere Veranstaltungsorte sollten vielleicht beim Velodrom mal nachfragen, wie man eine riesige Menge musikhungriger und dem Genre entsprechend hin und wieder drogentechnisch leicht angeknockte Fans perfekt unter Kontrolle bekommt...

Nachdem man sich mal wieder über die horrenden T-Shirtpreise ärgern durfte, und sich danach bei Kaffee oder Burger gut gestärkt sah, konnte man dann entweder bei den etwas angegrauten mittfünfziger AC/DC-Fans im Oberring Platz nehmen, oder sich unter die kreischende Meute am Bühnenrand werfen. Dann allerdings kam Peaches.

Peaches, die Vorband.
Band? Nein. Was genau das war, was uns Peaches da präsentierte, wird wohl alle Zeit ihr Geheimnis bleiben. Eine Mischung aus Derwisch, Furie und Sexbombe raste über die Bühne, ohne Band, ohne Instrumente. Alles, was angeblich die Hintergrundmusik zu Peaches Gesang sein sollte, lärmte undefinierbar aus den Boxen, während Peaches sich nach und nach so gut wie aller Kleidungsstücke entledigte. Dazu wurden dann Weisheiten wie "Shake Your Tits" ins Publikum geblubbert, welchem vor Staunen erst einmal der Mund offen blieb. Elektrisch-metallischer Krach mit pseudoprofessionellem Strip und schlechtem Gekreisch. Nunja, während sich die Mienen der meisten Besucher von Staunen über Lachen, Gleichgültigkeit, Ärgern zu kopfschmerzverzerrtem Protest entwickelten, spulte Peaches ihr vorgesehenes Programm ab. Als Soloentertainerin oder Performancekünstlerin hat die Dame sicher einiges auf dem Kasten, und dekadenztechnisch paßte der Auftritt wunderbar ins Vorprogramm des "Golden Age Of Grotesque". Als gute Musik konnte man den Auftritt allerdings nicht bezeichnen, für die meisten war der Sinn dieser Performance nicht erschließbar und somit wurde gebuht, bis es denn endlich vorbei war.

Dann, nach einer halben Ewigkeit, betrat Marilyn Manson die Bühne, daß heißt er wurde per Thron von der Decke gelassen, um gleich mal als erstes "This Is the New Shit" zum besten zu geben. Mögen andere Bands ihre aktuelle Single eher als Rausschmeißer oder Beginn des Zugabenblocks benutzen, bei MM ging es gleich von der ersten Sekunde in die Vollen. Das Publikum dankte es ihm mit sensationeller Stimmung, während Mr. Manson noch locker von der Hand Hits wie "Disposable Teens"und "Great Big White World" gleich hinterherschob. Alles, was in der Karriere von Marilyn Manson jemals Erfolg gehabt hatte, hat auch den Weg in den Set gefunden. Dazu gab es einen sehr lauten Sound der absoluten Extraklasse.

 

Dann fing man langsam an, zu erkennen, was Mr. Manson unter der Dekadenz des "Golden Age Of Grotesque" versteht. Die Table Dance – Girls, die er mitgebracht hatte, waren auf jeden Fall von erhabener Qualität, und verknoteten sich nach allen Regeln der Kama-Sutra-Kunst, daß es dem nicht komplett biegbaren Durchschnittszuhörer und – seher ganz anders wurde. Höchste Professionalität!

Dann gab es diverse sexuelle Anspielungen in der fast theatralischen Performance von MM; ein angedeuteter Blowjob hinter der Gaze-Wand, diverses Pobackenkneten und Zwischen-den-Beinen-Gefingere. Der Höhepunkt der Dekadenz war dann bei "Sweet Dreams" erreicht, als Manson dem blonden Girl das Mikrofon in den Allerwertesten schob, um dann genußvoll "Sweet Dreams are made of this..." hineinzuschreien....Selbstverständlich war auch dies ein Teil der Show, daß heißt außer der Totenkopfschminke bei "mObscene" und SEHR wenig Kleidung trug die Dame auch eine zusätzliche Analattrappe mit sich herum.

Gelungener Gag allemal, aber was in Amerika die komplette Armada an Keuscheitshütern, Kirchen, Fernsehsendern und Pressefuzzis auf den Plan rufen dürfte, wurde in Berlin eher mit freudigem Gejohle entgegengenommen. Um in Deutschland zu schocken, muß Kollege Manson noch ein paar mehr Schritte in die extreme Richtung machen. Neben den Highlights der neuen Platte, insbesondere dem genialen "Doll Dagga Buzz-Buzz Ziggety Zag" und dem Titelsong gab es danach natürlich auch "The Dope Show", "Rock Is Dead" und vieles mehr.

Bei "The Beautiful People" und "Fight Song" predigte der Meister von einer faschistoid anmutenden Kanzel herab - mit einer Micky Maus-Kappe auf dem Kopf. The Beautiful People mit Mickymausohren. Herrlich!

Die Inszenierung war perfekt und zeugte einmal mehr vom hohen künstlerischen Intellekt von Marilyn Manson. Das Publikum stand voll auf seiner Seite, rastete stellenweise völlig aus, und wurde belohnt mit Sprüchen wie "You know I’m a fucking american.But tonight, I’m german!!!"
Die Anspielungen auf die Dekadenz der deutschen zwanziger Jahre war insgesamt ganz gut gelungen, die Show war klasse, und es gab nichts, wirklich nichts an der musikalischen Darbietung zu kritisieren. Nach dem letzten Song war Schluß (Das ist zwar auf jedem Konzert so, aber hier wurde es besonders deutlich...), denn es wurde mit dem letzten, kaum verklungenen Ton die Lichtanlage voll aufgedreht und die Hintergrundmusik hochgefahren. Zugabe gab es nicht, der Set wurde so geplant und inszeniert, wie er vorgetragen wurde, kein endlosen Geklatsche, kein endlosen Warten auf Zugaben, die dann doch nicht kommen. Richtig so.

Ein alles in allem fast perfekter Abend mit einer höchstens etwas zu kurzen Spielzeit von 1 Stunde und 40 Minuten. Das ist zwar gängiger Durchschnitt, aber von solcher Qualität hätte man gerne immer noch etwas mehr. Für die vielen American-Style Gruftis jedenfalls hatte sich das 4stündige Auftakeln vor dem heimischen Spiegel mächtig gelohnt, und auch die Mittfünziger aus dem Oberring kamen aus dem "Ick gloobs ja nich"-Geschrei nicht mehr raus. Vollbedienung für alle, so muß es sein!


 

auf Facebook empfehlen/teilen       Artikel drucken

The Wendigo
© 11/2003 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Marilyn Manson

Homepage:
- Marilyn Manson

Artikel:
- Marilyn Manson - Tonight, I am fucking German!
- Marilyn Manson - Doitschlääänd mit Griff ans Gemächt

Rezensionen:
- Guns, God and Government World Tour
- The Golden Age Of Grotesque
- Eat Me Drink Me
- The High End Of Low
- Born Villain
- The Pale Emperor

Mediathek:
- This Is The New Shit


whiskey-soda RSS Feed

FACEBOOK

YOUTUBE

CD des Monats 09/17
Walter Trout - We're All In This Together

Walter Trout - We're All In This Together


alle Reviews hier



   
Seite/ Inhalt gefällt mir
whiskey-soda als Bookmark bei: Mr. Wong whiskey-soda als Bookmark bei: Webnews whiskey-soda als Bookmark bei: Facebook whiskey-soda als Bookmark bei: Icio whiskey-soda als Bookmark bei: Linkarena whiskey-soda als Bookmark bei: Favoriten whiskey-soda als Bookmark bei: BoniTrust whiskey-soda als Bookmark bei: Favit whiskey-soda als Bookmark bei: Linksilo whiskey-soda als Bookmark bei: Readster whiskey-soda als Bookmark bei: Folkd whiskey-soda als Bookmark bei: Yigg whiskey-soda als Bookmark bei: Digg whiskey-soda als Bookmark bei: Del.icio.us whiskey-soda als Bookmark bei: Reddit whiskey-soda als Bookmark bei: StumbleUpon whiskey-soda als Bookmark bei: Blinklist whiskey-soda als Bookmark bei: Technorati whiskey-soda als Bookmark bei: Newsvine Information

Home | News | Stories | Reviews | Live | Forum | Community | Impressum | B2B | Newsarchiv | Storyarchiv | Reviewarchiv | 1995-2016 © whiskey-soda.de