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Obituary - Rauchfrei an der Alster

So, da war es also, das erste Konzert des Jahres während dessen in der Veranstaltungslocation nicht geraucht werden durfte. Die Markthalle in Hamburg machte vom ersten Tag des Nichtraucherschutzgesetzes an ernst und es herrschte sowohl im Bistro- und Thekenbereich, wie auch in der Konzerthalle selbst, Rauchverbot.

Witzig war, dass der ausgeschilderte, provisorische Raucherbereich - eine Angestelltentoilette bzw. Dusche - lange nicht alle Raucher aufnehmen konnte und das Ganze dann in ein Treppenhaus ausgedehnt wurde. Ebenfalls interessant war die Tatsache, dass sich zwischen den Bands fast mehr Leute im Provisorium aufhielten als im rauchfreien Bereich. Überlebt haben es aber sicher alle und man wird sich, mehr oder weniger schnell, daran gewöhnen (müssen).

An die Töne des Openers Avatar musste man sich mindestens ebenso gewöhnen wie an die rauchfreie Zone. Der Fünfer aus Schweden kämpfte gegen schlechten Sound und nicht zuletzt gegen sich selbst. Der beschriebene Bezug auf Bands wie In Flames, Children of Bodom oder Dark Tranquility wollte sich jedenfalls an diesem Abend in der Hansestadt nicht einstellen.

 

Was auf Avatar folgte war soundtechnisch leider nicht besser. Auch die Wahlhanseaten Holy Moses wurden in ein derart miserables Soundgewand gekleidet dass es fast weh tat hinzuhören. Außerdem war es dem Techniker erst ab etwa der Hälfte des ersten Songs möglich, Frau Classens Mikrofon dazu zu bringen einen Ton von sich zu geben. Ihre gute Laune ließ sich die blonde Frontröhre dadurch aber keinesfalls vermiesen, sondern ulkte mit Ihren, zugegeben noch recht jungen, Fans der ersten Reihe "Wie du willst mich heiraten? Bist du überhaupt schon 18? Nicht das ich mich strafbar mache!" Von Heiratsanträgen auf der Markhallenbühne wurde dann doch abgesehen, stattdessen sorgte Sabina wie eine Mutter für ihre Kinder und es gab Bier und Wasser direkt von Sängerinnenmund zu Fanmund. Geschmackssache! Musikalisch thrashten sich Holy Moses durch alle Höhen und Tiefen Ihrer langjährigen Schaffensperiode und schafften es sogar, das Publikum zu einer kleinen, aber feinen "Wall of Thrash" zu bewegen.

Nach einer moderat kurzen Umbauphase, folgte mit Obituary der Höhepunkt des, bis dahin noch recht unspektakulären, Konzertabends. Wow, das muss ein Anblick für die Florida Boys gewesen sein, denn bei Songs wie "Insane", "Find the Arise", "Turned Inside Out", "On the Floor" oder "Slow Death" verwandelte sich die kleine Markthalle in einen tobenden Orkan und flippte einmal kollektiv aus. Wie so oft bei den Headlinern, klappte auch das mit dem Sound auf einmal ganz wunderbar. Einen seltenen Anblick bot Sänger John Tardy, als er aufgrund eines defekten Mikroständers, einen Song lang ganz ohne diesen auskommen musste, bis ein Neuer organisiert war. Mit dem war dann auch alles in Ordnung und er konnte wieder mit dem Teil im Anschlag wie gewohnt über die Bühne stampfen.

So ging eines der ersten Konzert-Highlights des noch jungen Jahres zu Ende, rauchfrei und ohne Anzeigen wegen Verführung Minderjähriger, dafür mit einer Menge Metal, Headbangen und Spaß.


 

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Baja
© 01/2008 whiskey-soda.de
 


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