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Roskilde 2005 - The Tears, Death From Above 1979, Black Sabbath

Freitag bringt mit M83, The Tears und Death From Above 1979 gleich drei interessant Konzerte, trotzdem beginnt der Tag eher unbedarft: Fotograf Peter besteht darauf, dass ich ihn zu dem Konzert einer mir unbekannten schwedischen Band begleite. Name der Band (und Ihr könnt jetzt gerne laut lachen): The Haunted!

Roskilde Freitag:
Nicht ahnend, was nun gleich auf mich zukommt stehe ich ganz vorne, düsteres Intro, neblige Bühne, dann kommt der Gitarrist raus, stellt sich breitbeinig vor das Publikum und macht mit beiden Händen das Teufelszeichen, die Halle tobt! Der Sänger trägt im Gegensatz zu seinen langhaarigen Kollegen die Haare kurze und ein T-Shirt der legendären amerikanischen Hardcore-Band Big Black, er verausgabt sich total, unmöglich zu sagen, in welcher Sprache die Töne sind, die er ausstößt.
Immer wieder Teufelszeichen auf der Bühne und im Publikum.
Was folgt ist ein einstündiger Adrenalinschub, zu Hause würde ich mir sowas wohl kaum anhören, aber das Schöne an den Songs von The Haunted ist, dass sie dynamisch aufgebaut und komplex strukturiert sind, so dass die freigesetzte Energie nie Gefahr läuft zu verpuffen, sondern effektiv kanalisiert wird. Schleppend doomige Passagen wechseln mit Hochgeschwindigkeit ab ... und es war höllisch laut!
Erst hinterher erfahre ich dann, dass ich gerade eine ziemlich bekannte schwedische Trash Metal-Band vor mir hatte, aber in Ordnung, ich lerne gerne dazu.

Danach rüber zum Pavillon, wo demnächst die französischen Space Rocker M83 auftreten, die Band kreiert mit Samplern eine magische Atmosphäre, das Publikum steht wie hypnotisiert vor der Bühne, immer wieder kommen neue Leute rein, die von den wundersamen Klängen die draußen über die Wiese schallen angelockt werden.
Die Überraschung ist Mastermind Anthony Gonzalez, wer einen introvertierten Tüftler erwartete wird bitter enttäuscht, Monsieur Gonzalez ("Hello, we're French!") entspricht eher einem Schönling in modischer Kleidung, was ihn allerdings keineswegs davon abhält, seine Keyboards wie ein Verrückter zu bearbeiten.
Kein Wunder, dass so ein Typ auf die La Boum-Filme steht!
Im Publikum wird die Tricoleur hochgehalten, hinter mir bläst ein Mädchen Seifenblasen, die in Zeitlupe zu den Lichtern aufsteigen, was perfekt passt und dem Auftritt noch mehr außerweltliche Qualität verleiht!
Am nächsten Tag wird der Festival-Globe (die Tageszeitung des Festivals) das Konzert als "langweilig" verreißen, aber - Hey! Was verstehen Dänen schon von Frankreich!
Ein zweites Mal an diesem Tag trete ich benommen ins Tageslicht.

Es bleiben noch zwei Stunden bis The Tears (Ex-Suede) spielen, ich begebe mich jedoch frühzeitig zur "Arena" und mein Instinkt trügt mich nicht, bereits 60 Minuten vorher ist der Andrang enorm, ich verstehe zwar kein Dänisch, aber den Songtiteln entnehme ich, dass man sich um mich herum über die B-Seiten der mittlerweile seltenen, frühen Suede-Singles unterhält, als ob es nichts Normaleres gäbe.
Als dann mehrmals das Wort "Kopenhagen-Suede" fällt, klinke ich mich – auf Englisch – ein und ein Typ erzählt ganz begeistert, dass seine Band jetzt Demos mit frühen Suede-Songs aufnimmt, weil man bei der Plattenfirma mit eigenem Material sowieso nicht landen könne.

Ich versuche mir vorzustellen, was eine deutsche Plattenfirma wohl zu einem solchen Demo sagen würde, verwerfe meine Überlegungen dann aber schnell, weil es einfach zu absurd ist: "Hey Universal wir sind Wedding-Suede!" – oder so. Und die in mir brennende Frage, ob es wohl auch Kopenhagen-Blur oder Kopenhagen-Oasis gibt, schlucke ich taktvoll herunter.
Das hier versammelte Publikum liebt Suede wirklich, die Band selbst hat ein inniges Verhältnis zu Roskilde, immerhin war es – laut Brett Anderson – 1995 das Konzert in Roskilde, bei der die Band erstmals nach dem Weggang (naja ... oder Rausschmiss) von Bernard Butler zu einer neuen Einheit wurde, 1999 spielten Suede hier gleich an drei Abenden hintereinander und so ist es kein Wunder, dass die frisch vereinten Herren Anderson und Butler als The Tears als eine ihrer ersten Amtshandlungen nach Roskilde zurückkehren.

Über der Bühne thront das Cover ihres Debut-Albums "Here Come The Tears" und dann kommen sie wirklich. Bereits die Art, wie sie Bühne betreten, sagt alles; Butler ist zuerst draußen, er versteckt seine Unsicherheit hinter Kasperei und Rocker-Attitüde, Anderson dagegen wartet schön ruhig an der Seite, während die Band schon anfängt und geht dann mit aufrechtem Gang und konzentriertem Gesicht zum Mikro. Man sieht, dass er in seinem Element ist, absolut souverän, mehr denn je sieht er aus wie der junge Udo Jürgens, sein Publikum hat er wunderbar im Griff. Das Zusammenspiel wirkt stabil, kein bißchen erzwungen oder aggressiv, selbst als Butler in Richtung Anderson kickt, kommt dies spielerisch. Mitten im Set gehen Brett Anderson und Bernard Butler alleine an die Rampe, stellen sich gegenüber, gehen voreinander in die Knie. In dieser Pose bringen sie ein Song-Intro, ein seltsamer Moment, in dem die extreme Nähe, die die beiden trotz allem verbindet in der Halle fast plastisch spürbar und es wird kurz ganz leise. Und ein Schuß Homo-Erotik schwingt mit, denn Bernard spielt seine Gitarre zwischen den Beinen. Denn Hals richtet er dabei exakt auf Bretts Schritt!

Eine Überraschung auch, als Anderson zur Freude des Publikums sein Hemd auszieht und einen erstaunlich trainierten, strukturierten Oberkörper offenbart, dem man einem langjährig von Heroin und Crack schwerstabhängigen nicht unbedingt zugetraut hätte. Und, Nein, sie haben kein einziges Suede-Lied gespielt. Wozu auch?
Als letztens in England aus dem Publikum wieder mal nach Suede-Songs gebrüllt wurde (in diesem konkreten Fall nach "The Drowners"), stoppte Brett das Konzert und sagte Folgendes: "Did someone ask us to play 'The Drowners'? They are on the wrong concert!"
Brett Anderson hat schließlich nicht Suede aufgelöst und bei fünf aufeinanderfolgenden Konzerten – so geschehen 2003 - jeweils ein komplettes Album gespielt, damit man nun die so aufwendig zu Grabe getragene Band wiederbelebt! Mal sehen, was die Zeit bringt, nach diesem Konzert kann man auf jeden Fall davon ausgehen, dass The Tears eine stabile Gruppe sind!

Und da sie rechtzeitig aufhörten (mehr als Material für 70 Minuten haben sie nämlich nicht, solange sie auf Suede-Songs verzichten!) , bleiben noch genau 13 Minuten, um zum "Orange" zu kommen, wo gleich die Ur-Besetzung von Black Sabbath auftritt.
Ihr seht, dass das Programm in Roskilde vielfältig ist, hier könnt Ihr alles machen, rein etablierte Acts ansehen oder Euch den relativen Underground geben oder einfach beides mischen, so wie ich es hier gerade versuche!

Ein Teil der Leute ist von dem vorangegangenen Audioslave-Konzert einfach stehen geblieben, alkoholisiert und schwer begeistert, denn man spielte "Killing In The Name Of" und eine Akustik-Version von "Black Hole Sun" und so ist der Andrang enorm, die Bereiche direkt vor der Bühne sind längst gesperrt, die Ampeln stehen auf Rot.

Menschen mit Bier, aber das gehört hier zum guten Ton, denn Menschen mit Bier sieht man in Roskilde bereits ab 8 Uhr morgens. Der wahre Connaisseur trinkt natürlich Wein, der hier im 1-Liter Tetrapack mit Schraubverschluß verkauft wird – Hmmmmm ... lecker!
Anyway, bei keinem Konzert ist das Gedränge so groß und nachdem die Sonne versunken ist und die Schatten aus den Ecken hervorkriechen, kommen sie ... Black Sabbath!
Los geht es mit "N.I.B". (vom Debut) die legendäre Zeile "My name is lucifer" wird von tausenden mitgegröhlt, wieder einmal werden zahlreiche Satanszeichen in den Himmel gestreckt. Tony Iommy wirkt – in schwarzem Leder und mit Brille – wie ein Gitarren-Lehrer, sein Kreuz trägt er allerdings richtig herum, die Rhythmus Mannschaft Geezer Butler und Bill Ward erscheinen alt und grau und da ist doch noch jemand ... Mr. Ozzy Osbourne, weiß geschminkt, die ganze Zeit grinsend und ständig beteuernd, wie sehr er das Publikum liebt: "I love you all!" Das geht hart an die Grenze der Parodie, aber der Gesang ist makellos, schneidend scharf.

 

Und die Band spielt frisch und kraftvoll, kein "The Osbournes"-Kaspertheater, die Auswahl aus dem Backkatalog ist mutig, selten aufgeführte Songs wie "After Forever" und "Into The Void" (vom dritten Album "Master Of Reality") reihen sich an allseits bekannte wie "Iron Man" oder "Paranoid". Neben mir brüllt ein stark alkoholisierter Alt-Rocker ständig sowas wie "Backstreet Boys", was ich überhaupt nicht einordnen kann und was mich ziemlich irritiert; höre ich schlecht? Sieht er Gemeinsamkeiten? Am nächsten Tag klärt mich ein mit Black Sabbath vertrauter Mensch auf, dass der Mann wohl "Backstreet Kids" gerufen hat, was ein Songtitel vom – mir leider unbekannten - 76'er Album "Technical Ecstasy" ist.

Alles in Ordnung also! "Technical Ecstasy" tobt übrigens auch im "Metropol", wo jede Nacht bis in die frühen Morgenstunden Techno aufgelegt wird unter Anderem von namhaften DJs wie Armand van Helden oder Carl Cox!
Aber man kann ja leider, leider nicht überall sein und nachdem ich heute bereits mein erstes Trash Metal-Konzert gesehen habe, beschließe ich auf vertrautem Terrain zu bleiben und begebe erneut zum "Pavillon", wo gleich Death From Above 1979 an der Reihe sind!
Die Seifenblasen vom Nachmittag sind leider weg, dafür kocht die Atmosphäre; nur mit Bass und Schlagzeug legen Death From Above 1979 ein unglaubliches Konzert hin, trotz Security schafft ein Typ aus dem Publikum Stagediving (strengstens untersagt in Roskilde!), er wird daran gehindert, aber auf die nette Art.

 

Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei und das Publikum geht animiert nach draußen. Spontan beschließe ich, nicht über das Festivalgelände zurück zum Medien Camp zu gehen, sondern einen Blick auf die normalen Campingplätze zu werfen. Am Dienstag sah es dort schon relativ chaotisch aus, aber mittlerweile beginnt der Ort sich in eine Müllhalde zu verwandeln, noch der kleinste Freiraum ist zugepackt mit Zelten oder Abfall, die Hitze der letzten Tage tut ihr Übriges, um dem Platz auch mit gewissen olfaktorischen Qualitäten auszustatten! Den Leuten macht das aber gar nichts, sie sitzen in Grüppchen zusammen oder schlafen wahllos dort, wo sie umgekippt sind, aus hunderten Ghettoblastern dröhnen hunderte Songs. Menschen urinieren an Zäune, an Gängen, an Zelten, eine Frau, die sich kaum noch auf den Beinen halten kann, verrichtet ihre große Notdurft mitten auf dem Weg, ohne auch nur einen Gedanken an Sichtschutz zu verschwenden. Eine auf Campingstühlen danebensitzende Männergruppe prostet ihr begeistert zu.

Man hat Spaß und ich trete den Heimweg an, im "Tuborg Camp" scheint eine heftige Party zu laufen, Bloc Party und Franz Ferdinand dröhnen aus dem Disco-Zelt! Begeistert renne ich hin, stelle aber leider schnell fest, dass mein Armband mir hier keinen Zutritt verschafft – Eintritt nur für Tuborg Mitarbeiter. Als ich das "Medien Camp" betrete ist alles friedlich und sauber, lediglich aus einem Zelt donnern Motörhead, aber dazu kann man sehr gut einschlafen!


 

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