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Nightrage -  Sweet Vengeance     Artist:  Nightrage
    Album:  Sweet Vengeance
    Label:  Fat Wreck Chords
    Release:  30.06.2003
   Medium:  Album
    Genre:  Metal ausdrucken 
    Autor:  {644} empfehlen/teilen 
 

Wie schön ist es, wenn man meint, es würde einem einfach gemacht. Da kommt zum Beispiel ein Allstar Paket des Metals auf einen zugerollt und schon hofft man auf reinhören, gutfinden, Punkt.
Im Falle von Nightrage winken illustre Persönlichkeiten vom Bandfoto, Mastermind und Gründer der Band – der Grieche Marios Iliopoulos – hat sich eine ansehnliche Schar Mitstreiter zusammengesucht, der seit 2000 bestehenden Band zu einem amtlichen Start zu verhelfen. Gus G., bekannt vielleicht durch seine Arbeit bei Dream Evil schwingt die zweite Streitaxt und kein geringerer als Tomas Lindberg (The Great Deciever, ex- At the Gates) wurde als Schreihals ins Boot geholt. Dieser wird unterstützt von Tom Englund (Evergrey), der einige cleane Vocals beisteuert und hinter der Schießbude hat mal eben Per Jensen (The Haunted) Platz genommen. Der eh schon internationale Haufen wird komplettiert durch den Franzosen Brice Leclercq am Bass, der wohl spätestens jetzt auch seinen Namen haben wird.
Diese Truppe also hat sich ins Studio gehockt, um in Zusammenarbeit mit Produzent Fredrik Nordström (In Flames, Opeth, Arch Enemy etc...) ein Album zusammenzuzimmern. Und herausgekommen ist dabei Sweet Vengeance, ein solides Machwerk in Sachen melodiöser Deathmetal.

Der Opener The Tremor besticht durch eingängige Melodien, gut kontrastiert mit druckvollem Riffing – eine Grundessenz, die sich fast auf dem gesamten Album fortsetzt. Tomas Lindbergs rohes Geschrei erinnert deutlicher als alle seine bisherigen Bands an At the Gates und mag so manche Nostalgie heraufbeschwören. Genau hier liegt dann aber auch der Hund begraben, unweigerlichen Vergleichen mit einer unumstrittenen Größe des Death Metals hält Sweet Vengeance nicht stand. Zwar sollte ein Vergleich nicht Mittelpunkt einer Kritik sein, in diesem Fall ist es jedoch schwer, über die deutlichen Einflüsse hinwegzusehen, die die Beteiligten aus ihren weiteren Combos mitbringen. Eine interessante Mischung könnte sich aus dieser Konstellation ergeben, allerdings scheint jeder der Musiker das eigene Können auf ein Basispotential heruntergeschraubt zu haben.
Hübsch sind sie, die Melodiebögen. Aber mit dem Wissen, dass aus besagten Köpfen weit komlexeres Material stammt, wirken die meisten Songs berechenbar. Tom Englund macht seine Sache sicher gut und treibt mit seinen gelungenen cleanen Vocalparts den deutlichen Einfluss der achtziger Jahre auf die Spitze. Wer ein Death Metal Album erwartet, mag jedoch auch finden, dass Songs wie zum Beispiel All the Ends of the Earth durch sie deutlich an Druck verlieren.

Eine gute Produktion und das gewohnt ansehnliche Artwork aus dem Hause Niklas Sundins (Dark Tranquillity), die stabile Qualität aller Songs und natürlich die Fähigkeit aller Beteiligten, Musik zu schreiben, die sich umghend ins Ohr gräbt, machen Sweet Vengeance zu einer Scheibe, die sicher schnell viele Anhänger finden wird. Allerdings wird ein guter Teil von diesen sie vielleicht nach dem 20sten Mal nicht mehr besonders spannend finden.


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Homepage:
- Nightrage

Rezensionen:
- Sweet Vengeance
- Descent Into Chaos
- A New Disease Is Born
- The Puritan
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