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Broilers -  Noir     Artist:  Broilers
    Album:  Noir
    Label:  People Like You Records
    Release:  07.02.2014
   Medium:  Album
    Genre:  Punk ausdrucken 
    Autor:  Malarija empfehlen/teilen 
 

Gerade erschien das neue Album der Düsseldorfer. Der Titel 'Noir' ist dabei Programm. Das Album liegt beim ersten Hören streckenweise schwer im Magen; teils düster, melancholisch, eben wie der letzte schlechte Tag, an den du dich erinnern kannst. Es gibt keine Hallenknaller zum Arme schwenken, wie auf 'Santa Muerte', und nur wenige Fanchorvorlagen. Beim zweiten und dritten Hören erhellte sich mein erster Eindruck aber deutlich.

Der vorab veröffentlichte Opener des Albums heißt 'Ist da jemand'. Nach dem ersten Hören werde ich das Gefühl nicht los, dass die Broilers im Februar den Soundtrack für jene September-Wochen veröffentlicht haben, wenn der Post-Festivalblues einsetzt. Dabei ist 'Ist da jemand' noch mit Abstand eine der rockigeren Nummern der Platte. Zusammen mit dem zweiten Track 'Zurück in Schwarz' starten die Broilers in das Album mit Tracks, die jeder/m Broilers-Hörer/in eingängig vorkommen sollten. Meine Stadt, meine Freunde, mein Gefühl. 'Zurück zum Beton' aus den Augen des Rückkehrers. 'Wo es hingeht' liefert auf Platz drei die Ska-Einflüsse, wenn auch bedächtig, weniger von dem fröhlich freien Hauch, den Ska-Bläser sonst liefern. Alle drei Songs sind großartig arrangiert und gemischt.

Danach kommt eine Wendung - kein Bruch -, die die Hörer weiter in die dunklen Gedanken der Nacht mitnimmt. Im Roman Noir haben alle Charaktere zwei Gesichter, eine dunkle und eine helle Seite, gut und böse. Man könnte ein blütenreines Konzeptalbum hinter 'Noir' erwarten. Denn in den folgenden Tracks findet sich thematisch ein Tauziehen zwischen zwei Menschen, Ich und Du; was ich will, was du brauchst. Aber auch musikalisch schwankt 'Noir' zwischen althergebrachten und ganz unerwarteten Einflüssen. Die Wendung geht los mit 'Nur nach vorne gehen', das sich nach und nach aufbaut - angefangen von Sammys Stimme, die wie ein Monolog daher kommt, über ein rohes und eintöniges Hintergrundriff mit Bassstrecke, hin zu schlichten Begleitakkorden, bis endlich, irgendwann das Schlagzeug nach fast zwei Minuten den Song komplettiert. Textlich ist der Song nicht rund, sondern eklektisch. Es geht wieder um Einen, der auszog, das Glück zu finden; ein wiederkehrendes Motiv in Sammys Texten. Für den einen oder anderen Fan wird es jetzt auch zu experimentell. 'Ich hole dich da raus' erinnert an schlichten Hippi-Pop, mit tingelnden Gitarren und rhythmischen Klatschen. Meine Assoziationen gehen von den Red Hot Chili Peppers bis hin zu namenlosen Indiebands. Thematisch bleiben wir bei der Aussteigerromantik. Allerdings habe ich bei den Broilers schon mal kräftiger das Gefühl verspürt, meine Taschen zu packen, als mit diesen beiden Songs.

Dann sind die Broilers zurück. Eine gepflegte Spätsommer-Uptempo-Nummer ist 'Die Hoffnung stirbt nie'. Einer dieser Songs, wo man auch mal vereinzelt ein publikumtaugliches 'Wohoho' findet. Um es vorweg zu nehmen, ich finde den Song völlig deplaziert, denn es geht weiter mit einer Akkustikgitarrenbalade. Eventuell entspringt das einer höheren Organisationslogik, Chronologie etwa? 'Wo bist du, du fehlst' ist eine eher leise Nummer. Nahtlos schließt sich 'Ich brenn' an, bei dem ich Ines’ Bass hervorheben möchte, der dem Track die schwere und düstere Stimmung gibt, fast Postpunkt und definitiv hörenswert.

'Nanana - Ich krieg das hin' ist ein solider Broilers-Song, gutes Uptempo, mit Gitarren, die an die gute alte Punkzeit erinnern, einem etwas rotzigeren Sammy und eben 'nanana'. Das Up und Down der Tracks geht weiter. 'Ich will hier nicht sein', ebenfalls Uptempo, ist ein netter Song, aber geht mir nur angestrengt ins Ohr. Ein Beispiel von Texten auf dem Album, denen der Schliff fehlt, ähnlich wie 'Die Hoffnung stirbt nie' und 'Wo bist du, du fehlst'.

Dann kommt wieder ein musikalischer Schock für den geneigten Broilers-Fan. 'Die Letzten (An der Bar)' denkt musikalisch einfach an Bruce Springsteen's 'Street Of Philadephia'. Wer darüber hinwegsehen kann, ist gut beraten. Die Broilers altern mit Würde - Sauflieder klingen mit Mitte 30 eben so. Saufen fühlt sich mit Mitte 30 vermutlich auch so an.

Neutralisiert wird der Schock mit einem schnellen Broilers-Titel, 'Grau, Grau, Grau'. Ein etwas verunglimpftes Liebeslied? Entscheidet selbst. Dann bleibt es rhythmisch und schnell. In 'Der Rest und ich' kommen wir wieder zum allseits beliebten Thema 'Man wird ja wohl noch sagen dürfen...'. Irgendwie hat es mir der Song mit seinem Refrain aber angetan. Zum Ende hin schließt sich der Broilers-Kreis dann nicht nur thematisch, sondern auch musikalisch. Das Gefühl, deplatziert zu sein, Aussteigerwunsch und die deutsche Angst, woanders könnte es ja anders sein, ist in Sammys Texten nicht neu, aber durchaus nett mit Bläsern aufgearbeitet in 'Irgendwo dazwischen'. Denkbar platt allerdings finde ich dann aber Zeilen wie 'Manchmal schwer zu glauben / dass da Jemand ist /der über uns wacht und Kinder sterben lässt' in 'Das da oben (Nur in dir)'. Resümierend und eingängig kommen die Düsseldorfer dann mit 'Gutes Leben' auch zum Ende der Platte.

Wenn ich jetzt resümieren soll, finde ich die Platte solide und durchaus dem 20-jährigen Broilers-Jubiläum würdig. Ich habe mich bezogen auf 'Noir' häufiger kritisch zu Sammys Texten geäußert, davon bleibt aber unberührt, dass sich die Platte extrem persönlich getextet anhört. Ja, streckenweise ist 'Noir' textlich angestrengt und nicht immer ambitioniert in den musikalischen Arrangements, aber durchweg mutig und experimentell. Ich vermute, dass nicht mehr viele Die Hards übrig sind, die sich davon noch abschrecken lassen - wer Broilers-Fan ist, lebt schon länger mit Überraschungen. Für Broilers-Neulinge gibt es viele (16) überzeugende Argumente, ein Ticket für die anstehende Tour zu kaufen und sich vielleicht etwas nähr mit den Düsseldorfern zu beschäftigen.


Assoziationsgewitter:
'Ist da jemand?' - Broilers!
'Zurück in Schwarz' - Rons Lidstrich.
'Ich hol dich da raus' - Hände klatschen.
'Die Hoffnung stirbt nie' - Woohohoho.
'Wo bist du, du fehlst' - Singer/Songwriter.
'Ich brenn' - Postpunk fickt U2.
'Nanana (Ich krieg das hin)' - Ein Funke von allem, was ich an den Broilers mag.
'Die Letzten (An Der Bar)' - Streets of Düsseldorf by Broilers Springsteen.
'Der Rest und ich' - Das schönste 'Wir müssen reden', das ich je gehört habe.
'Irgendwo dazwischen' - Erinnert mich an einen nicht zu verachtenden Teil der Broilers-Fans - immer Jene, die die Abkehr von Oi und Punk besonders bejammern, weil sie so 'riot' sind. No offense, natürlich.
'Das da oben (Nur in dir)' - Ich unterschreibe die Prämisse, aber ehrlich?
'Gutes Leben' - Zu früh.


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