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David Bowie -  The Next Day     Artist:  David Bowie
    Album:  The Next Day
    Label:  Sony
    Release:  08.03.2013
   Medium:  Album
    Genre:  Artrock ausdrucken 
    Autor:  Valentin empfehlen/teilen 
 

'You fly through the night / With tears on your lips / Life has your mind and soul / It spins on your hips' - Boss Of Me

Die mit Abstand geringfügigste Arbeit dürfte David Bowie mit dem Cover-Artwork seines 24. Albums gehabt haben. Denn dies entspricht genau dem von 'Heroes' aus dem Jahr 1977. Pragmatisch in der Mitte überklebt mit einem unspektakulären weißen Zettel, auf dem 'The Next Day' zu lesen ist; der Schriftzug 'Heroes' am oberen rechten Rand ist wie mit schwarzem Filzstift sauber abgedeckt. Derartige Regungen verheißen im Bowie-Kosmos nur scheinbar eine Abrechnung mit Vergangenem, und ebenso scheinbar den Beginn von etwas Neuem. Nicht etwa, weil David Bowies Musik einen abweichenden Auslegungsschlüssel erfordere - was im Übrigen auch der Fall sein dürfte -, sondern schlicht, weil es so etwas wie Verheißungen im Bowie-Kosmos nicht gibt.

Das bewies der Künstler Anfang des Jahres - genauer gesagt: an seinem 66. Geburtstag - auf eindrucksvolle Weise, als er der nicht schlecht staunenden Weltöffentlichkeit ohne jegliche Vorwarnung die Single 'Where Are We Now' mitsamt Videoclip vor die Nase setzte und im Gleichschritt das Erscheinen der Platte ankündigte, die diese Rezension zum Gegenstand hat. Nicht mehr, nicht weniger. Interviews? Liveauftritte? Fehlanzeige. Zehn Jahre waren vergangen seit dem letzten Release, 'Reality'. Zehn Jahre lang schwärmten immer wieder Journalisten aus, um David Bowie ausfindig zu machen, zehn Jahre lang hat es niemand geschafft. Warum nicht? Nun, weil David Bowie nicht gefunden werden wollte.

Nach Jahrzehnten gefeierter Szenenpräsenz und immer wiederkehrender souveräner bis historischer Markthoheit genießt man als Künstler womöglich eine Art ungeschriebene Narrenfreiheit. Diese fordert wiederum ihren Tribut: Eine ins Astronomische gesteigerte mediale Aufmerksamkeit und ein verheerend wachsames Ohr der berufs- und privatkritischen Hörerschaft. Beides bewältigt David Bowie seit einem halben Jahrhundert mit überirdischer Leichtigkeit und liefert auch in den frühen Abendstunden seiner Karriere keinen Anhaltspunkt, nicht mehr zu ihm aufschauen zu müssen.

Das, was sich hinter der demonstrativ lieblos gestalteten optischen Fassade von 'The Next Day' verbirgt, zeigt entgegen dem Omen keinen David Bowie des Überdrusses, der Altbewährtes wieder aufkocht. Allerdings zeigt es auch keinen des Umsturzes. 'The Next Day' ist näher dran an einem Resümee als an Avantgardismus oder Alterswahnsinn. Und das ist ein Glück, denn offenbar ist es Bowie gelungen, das Juwelenhafte, wofür man ihn verehrt und vergöttert, aus sämtlichen Schaffensphasen herauszudestillieren, mit moderner Produktion neu aufzugießen und so jünger zu klingen denn je - und düsterer, als man es je zu hoffen gewagt hätte.

'Where Are We Now?', ein Memorandum an die Berliner Zeit des Künstlers Ende der Siebziger und bei aller Klasse doch recht schläfriger, lakonischer Vorbote, spiegelt nur sehr ungenau wider, was den Hörer erwarten wird. Höchstwahrscheinlich auch dies geplantermaßen. 'The Stars (Are Out Tonight)' lässt freier blicken. Mit seinen extrovertierten Gitarrenhooks, fast ausgelassenem Klatschen und druckvollen Vocals belegt dieses Stück Bowies fortdauerndes Faible für Himmelskörper. Es schlendert, schleicht, flaniert, hüpft, tanzt, läuft oder schlafwandelt der Hörer durch eine Galerie von Kabinettstücken, wie sie bowieësker nicht sein könnten. Mal verbissen, mal ausgelassen, mal angespannt, mal gedankenverloren, mal impulsiv. Alte Meilensteine wie 'Hunky Dory' (1971), 'The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars' (1972), 'Scary Monsters (And Super Creeps)' (1980), aber auch jüngere Vertreter wie 'Heathen' (2002) und das tiefdunkle 'Outside' (1995) - Bowie führt in einem Rutsch mehr als flashbackhaft durch die Schokoladenseiten seiner Expertise, während alle von ihm geschaffenen Kunstfiguren verschmelzen. Mit vollkommen neuen Kompositionen.

'Your country's new, your friends are new / Explains are new / Your house, and even your eyes are new / Your maid is new and your accent, too / But your fear is as old as the world', säuselt er seherisch unter den langatmigen, aber kontrahierten Synthies von 'Love Is Lost', alles durchleuchtend wie Nietzsches Übermensch. 'I'd Rather Be High' lässt er ungestüm in gegensätzliche Sphären abdriften ('I'm seventeen and my looks can prove it / I'm so afraid that I will lose it / I'd rather smoke and phone my ex / Be pleading for some teenage sex'). Auch das Chamäleon von früher ist der Herr, dem Alterungsprozesse weitestgehend fremd zu sein scheinen, geblieben.

In 'You Feel So Lonely You Could Die' schwingt das altehrwürdige 'Five Years' mit; schunkelbare Melodik trifft auf vernichtende lyrische Gespinste: 'Holes have got you cornered / You've got the blues, my friend / And people don't like you / But you will leave without a sound, without an end / Hopefully it'll shine on you / Death alone shall love you / I hope you feel so lonely you could die'. Der nächste Tiefschlag folgt mit 'Heat' auf dem Fuße; todtraurige, verzweifelt flirrende Akkorde blättern kraftlos von den Saiten der Akustikgitarre, der Gesang wirkt paralysiert, orientierungslos. Dann ist es aus. Das Album könnte vorbei sein, eingesponnen im schwarzen Kokon dieses gleichzeitig so sinnträchtigen letzten Schlüsselmoments. Nicht so in der erweiterten Ausgabe, auf der sich David Bowie obendrauf drei mal zwei Minuten betont eingängig, darum aber nicht minder hochwertig gibt. Rausschmeißer mit Luxusproblem, wenn man so will.

Das multidimensionale 'The Next Day' offenbart keine einheitliche Symptomatik, lässt sich anhand einzelner Tracks nicht fassen. Dazu feuert diese Platte in ihrer enormen Spannweite aus viel zu vielen Rohren, und keine Spielart scheint es zu geben, die dem unumstrittenen Meister, wenn nicht gar Erfinder des Artrock über die Jahre abtrünnig geworden ist. Dabei ist es eben nicht als wehmütige Reminiszenz an glorreiche Anfangszeiten ausgestaltet, sondern als selbstbewusstes, überarbeitetes Portfolio eines seit gefühlten Äonen auf 100% rangierenden, aber auf verblüffende Weise immer weiter reifenden, niemals überreifen David Bowie, dessen Zenit sich die Blöße gibt, eine Gerade zu sein.


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