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Linkin Park -  A Thousand Suns     Artist:  Linkin Park
    Album:  A Thousand Suns
    Label:  Warner
    Release:  10.09.2010
   Medium:  Album
    Genre:  Alternative ausdrucken 
    Autor:  Antal empfehlen/teilen 
 

Eines vorweg, damit wir nicht aneinander vorbei reden: Linkin Park waren schon immer eher eine Popband denn eine Metalband. Das soll auch kein bisschen respektlos klingen, sondern nur auf den musikalischen Kern der Band verweisen. Klar, riesige Gitarrenwände haben sie insbesondere auf ihren ersten beiden Alben aufgebaut - aber Songwriting und Arrangement hatten schon damals recht wenig mit dem großen Metal-Baukasten zu tun - Bands wie U2 und Depeche Mode waren Linkin Park eigentlich immer viel näher als Black Sabbath, Judas Priest oder Slayer.

So gesehen ist das vierte Studioalbum 'A Thousand Suns' keine allzu krasse Kehrtwende im Sound der Band. (Der Titel ist übrigens eine Anspielung auf die Aussagen des Nuklearforschers J. Robert Oppenheimer zur Entwicklung der Atombombe, bei denen er sich wiederum beim hindusitischen Text 'Bhagavad Gita' bediente - Oppenheimers bekanntes 'Now I am become Death, the destroyer of worlds'-Zitat aus dieser Vorlage, mit dem er 1955 den ersten erfolgreichen Atombombentest beschrieb, leitet das Album ein.) Was fehlt sind die aufgetürmten Gitarren; Linkin Park arbeiten 2010 lieber vermehrt mit Keyboards, Loops und Samples. Davon abgesehen hätte ein Song wie 'Burning In The Skies', der das Album gut eröffnet, auch auf jedem anderen Linkin Park-Album stehen können. 'When They Come For Me' hingegen sind fünf Minuten zum Vergessen. HipHop-Fans werden es vielleicht ganz okay finden, aber das bisschen Rap, Background-Melodien und Retortenbeats rechtfertigen nicht, dass mal locker zehn Prozent des Album damit gefüllt werden - zumal ja noch einige andere Interludes zur Laufzeit beitragen.

'Robot Boy', bei dem Chester Bennington wieder das Gesangszepter in die Hand nimmt, ist dann wieder ganz nett anzuhören und durchaus spannend gespaltet, auch wenn der Song irgendwie die ganze Zeit so wirkt, als würde da noch was kommen - nur kommt eben nichts, es fehlt ein richtiger Höhepunkt, so wie sie Linkin Park zu Beginn ihrer Karriere meist sehr gut zu setzen vermochten. Auch 'Waiting For The End' mag einfach nicht zünden und schrammt mit seinen Bono-Gedächtnis-Harmonien im Hintergrund knapp an einer unfreiwilligen Parodie vorbei. Deutlich agressiver (aber auch ohne Metalriffs) tönt dann 'Blackout' aus den Boxen, das wie ein Remix statt ein eigenständiger Song wirkt, aber immerhin gegen Ende ein paar nette Melodien hervorholt. Mit gesampleten Gitarren, viel Scratching und heftigen Beats fährt 'Wretches And Kings' zwar große Kanonen auf, rumpelt aber völlig spannungsarm und höhepunktfrei durch die Gegend. Dann noch ein mit Sprachsamples unterlegtes Ambient-Interlude - und plötzlich ist man schon im letzten Viertel des Albums angekommen, ohne dass viel passiert ist.

Mit 'Iridescent' haben Linkin Park noch eine nette Ballade im Programm, die unüberhörbar mit U2-Anleihen kokettiert und ganz nett, aber auch wieder ziemlich unspektulär daherkommt. Danach nervt gleich das nächste völlig unnötige Zwischenspiel im Klangcollagen-Format. Kann ja gut sein, dass das im Studio total viel Spaß macht, solche Sachen zu gestalten - das Album ziehen diese Interludes aber nur unnötig in die Länge und strapazieren mit ihrer Austauschbarkeit die Geduld des Hörers. Das bereits als Vorab-Single bekannte 'The Catalyst' langweilt dann auch gewaltig. Keine eingängigen Melodien, keine coolen Hooks und Rhythmen, stattdessen setzt bei 1:29 ein furchtbarer Eurodance-Beat ein (der eine Minute später von einem noch viel schlimmeren Beat gleicher Spielart ersetzt wird), wie man sie im Dutzend in den frühen 90ern von Westbam und Marusha hören durfte. In den USA wirkt das vielleicht neu und innovativ - hierzulande klingt es einfach nur lächerlich und hochnotpeinlich. Schade um die Gesangsmelodien, die im letzten Drittel des Songs gar nicht mal so schlecht sind. Nach dieser Dancepop-Folter kommt die abschließende Ballade 'The Messenger' (ohne Electro-Quatsch, stattdessen nur Akustikgitarre, Piano und Chester) noch einmal besser an, verliert sich aber auch schnell in der Belanglosigkeit.

'We were not making an album. For months, we'd been destroying and rebuilding our band.' Wenn die Liner Notes im Booklet mit solchen Worten beginnen, kann einem Angst und Bange werden. Innovation ist wichtig, aber krasses, uferloses Experimentieren ist in der Musik oft viel eher ein Ausdruck von Ideen- und Perspektivlosigkeit denn echter Kreativität. Leider bestätigt 'A Thousand Suns' diese Befürchtungen. Und das liegt nicht daran, dass Linkin Park diesmal komplett auf Riffgewitter verzichtet haben - siehe auch den ersten Absatz dieser Rezension, der deutlich machen sollte, dass man sich Linkin Park sehr wohl auch ohne Metal-oder Rock-Gitarren vorstellen kann. Siehe als guten Vergleich auch 'Host' von Paradise Lost, welches damals (1999) viele Fans irritierte - heute aber von sehr vielen Paradise Lost-Fans als verstecktes Highlight der Banddiskographie geschätzt wird. Der Unterschied zwischen 'Host' und 'A Thousand Suns'? 'Host' hat eine Wagenladung voller brillanter Songs. 'A Thousand Suns' bietet zwei, drei nette Nummern und ansonsten sehr viel Leerlauf, der mit pseudo-kreativen Soundspielereien zugekleistert ist.

Linkin Park haben es diesmal einfach nicht verstanden, gute Songs zu schreiben. Weil sie das nicht wahrhaben wollten oder weil die Plattenfirma unbedingt ein Album sehen wollte, haben sich die sechs Herren einfach entschieden, völlig plan- und ziellos herumzuexperimentieren. Das kann man dann als super-kreativ und mächtig innovativ verkaufen. Ist es aber nicht. 'A Thousand Suns' ist weder das 'Host' noch das 'Kid A' von Linkin Park. Eher schon deren 'St. Anger' - ein vielleicht bitter nötiges Album für den inneren Zustand der Band, das aber den Fans wenig Freude machen wird und das auch (wenn kein Wunder geschieht) in wenigen Jahren definitiv nicht als verkanntes Meisterwerk gelten wird.

Linkin Park sind kreativ am Ende. Dass das bei einer Band, die sich in recht simplen Popmusik-Mustern bewegt, früher oder später passieren wird, war zu befürchten. Dass es so schnell geht (nach gerade einmal drei Studioalben mit insgesamt 140 Minuten Musik) überrascht dann aber schon.


  WS-Bewertung: 4- User-Bewertung: 0 Deine Bewertung:
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Ein mehr als zutreffendes Review, vielen Dank dafür. Ich dachte schon, ich wäre mit zu großen Erwartungen ans Anhören dieses Albums herangegangen. Ich kann von mir guten Gewissens behaupten, dass ich wirklich offen für neues bin, auch was Musik betrifft. So konnte ich z.B. nicht nachvollziehen, dass unheimlich viele eingefleischte LP-Fans, wie ich auch eine war, "Minutes to Midnight" überhaupt nicht mochten und sagten, LP wären scheiße geworden. Damals dachte ich mir noch: "Hey, die machen halt einfach mal was neues und es klingt doch größtenteils trotzdem super!" Spätestens jetzt bin aber auch ich wirklich enttäuscht. Ich bin da wirklich ganz unvoreingenommen rangegangen und habe mir gesagt, ignorier einfach erstmal von wem die Musik stammt, achte nur auf die Qualität. Bei "The Requiem" hat das auch gut geklappt, das hat mir wirklich gefallen und ich dachte, Mann, das hört sich echt interessant an. Danach gings dann allerdings abwärts. Das nächste Lied, das ich mir gut anhören konnte, ohne nach der Hälfte Ohrenkrebs zu bekommen, war "Iridescent". Naja, das war's dann aber auch wieder. Am Schlimmsten fand ich "The Catalyst"... was haben die sich denn DABEI gedacht?? Ich habe heute gelesen, dass Chester dem "Konzept" anfangs eher misstrauisch gegenüberstand und ich kann wirklich gut nachvollziehen, wieso. "The Messenger" ist ohne diesen ganzen, Verzeihung, Synthie- Scheiß, den die Jungs da fabriziert haben, bestimmt auch ein ganz netter Song, aber nach dem, was davor schon so alles kam, geht er im Grunde einfach nur zum einen Ohr rein und zum Anderen augenblicklich wieder raus. Es gibt bestimmt Leute, die das Album ganz toll finden. Deswegen will ich nicht sagen "Es ist scheiße". Das wäre unangemessen. Ich sage lediglich: "Ich find's scheiße" Thx for reading and a happy new year, Effi

von Effi (01.01 | 19:33)
 
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Linkin Park - A Thousand Suns
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