Die Symphonic Black Metaller Limbonic Art hatte schon einmal von 2003 bis 2006 eine kreative Pause eingelegt, in welcher die Band formal nicht existierte. Als nun letztes Jahr Morfeus (Krister Dreyer) das Zwei-Mann-Projekt verließ, dachte man schon, dass dies nun das endgültige Ende der Sample/Drumcomputer-Symphoniker wäre. Doch Daemon (Vidar Jensen) entschied sich, alleine weiterzumachen, und wuchtet nun mit 'Phantasmagoria' das siebte Limbonic Art-Studioalbum in die Läden. Hat sich irgendwas verändert? Nein, kein bisschen! Auch 14 Jahre nach dem Debüt 'Moon In Scorpio' klingen Limbonic Art wie Limbonic Art: Rasend schneller Black Metal auf einem Drumcomputer-Fundament, austaffiert mit kaltem Keyboard-Bombast. So weit also nichts neues. Fans der Band wird aber genau das freuen, denn Limbonic Art haben sich mit ihrem bombastischen jedoch auch immer sehr agressiven Black Metal eine eigene Nische geschaffen, die sie seit jeher auch gut zu füllen vermögen. Auch mit 'Phantasmagoria' erliegen Limbonic Art zu keiner Sekunde der Versuchung, ihren Keyboard-lastigen Black Metal in Richtung warmen Wohlklangs und Gefälligkeit zu steuern. Kalt und fies klingen die 71 Minuten, die uns Daemon hier kredenzt, und wie immer tragen die Synthies eher zum beklemmenden Soundgewand bei als es zu verwässern. Einziger Kritikpunkt - wie bei fast allen Limbonic Art-Alben - ist das Fehlen echter Highlights. Nein, nicht veritabler Szenehits (die wollen Limbonic Art auch gar nicht schreiben), sondern Songs oder Momente, die auf Dauer im Kopf des Hörers hängen bleiben. Songs wie 'Curse Of The Necromancer' mit seinen durchaus einprägsamen Riffs und gediegener Düsterkitsch-Atmosphäre kann man als Anspieltipps nennen, doch als Ausbrüche nach oben kann man sie auch nicht wirklich bezeichnen. Lediglich 'Prophetic Dreams' und 'The Burning Vortex' im letzten Albumdrittel stellen sich ein klein wenig auf Zehenspitzen, um über ihre Companions hinwegzulugen. Jedoch - und das macht 'Phantasmagoria' letztlich zu einer guten Black-Metal-Scheibe - gibt es aber auch keine Durchhänger zu vermelden, nur das sehr doomige 'Dark Winds' hätte etwas gestrafft werden können. Daemon schafft es auch im Alleingang, ein Werk zu kreieren, das atmosphärisch zu überzeugen weiß, ein gleichbleibend hohes Level an Agressivität und Tiefkühlfach-Stimmung aufrecht erhalten kann, und (trotz des Projektcharakters und des Einsatzes technischer Hilfsmittel) auch authentisch schwarzmetallisch daherkommt. Mit räudigen Kellerproduktionen hatten Limbonic Art noch nie etwas zu tun - dennoch können sich viele Oldschool-Pandas auch anno 2010 ein paar Ecken von Limbonic Art abschneiden, was das Erschaffen finsterer Klanglandschaften angeht.