Channel Eight heißt diese Combo aus Bielefeld, der Stadt, die es eigentlich gar nicht gibt. Die Bandgeschichte reicht zurück bis in die tiefsten 90er, als alle Mann noch zur Schule gingen und mindestens die Hälfte von ihnen noch gar nicht wußte, dass sie einmal in derselben Band spielen würden. Genauer gesagt ging das damalige Projekt "Channel Four" aus dem Umstand hervor, dass zwei Bands im selben Proberaum probten. Weiterhin hatten Ben und Phil (beide inzwischen an Gitarre und Mikro), die in je einer der Bands spielten, zuviel Kreativität und einen bescheidenen 4-Kanal-Rekorder[sic!]. Als kurz darauf ein 8-Kanal-Rekorder aufgetan wurde, lag der neue Name konsequenterweise auf der Hand. Doch es sollte noch bis ins Jahr 2003 dauern, bis Channel Eight den Projektcharakter ablegten, sich zwei weitere Mitstreiter ins Boot holten, neue Songs schrieben und zur echten Rockband wurden. Soweit zum geschichtlichen Bäumchen-wechsel-dich. Nun ist es also da, das erste Album der vier Freunde. Eigentlich ist es eine, um acht weitere Tracks, aufgebohrte Version der EP "Burn down your house". Wobei aufgebohrt hier den Nagel ziemlich auf den Kopf trifft. Die Scheibe kommt in ordentlich fettem Soundgewand um die Ecke gedonnert, mit breiten Reifen, ordentlich Spoiler und natürlich "eight" Zylindern. Doch wie steht es immer so schön auf den Autoaufklebern: Hubraum statt Spoiler! Und der geht dem guten Stück dann doch etwas ab. Die Songs haben kräftig Power und rocken schön geradeaus, klingen aber auf Dauer alle etwas ähnlich. Was hier fehlt ist etwas Abwechslung und Spannung. Dafür wird die Platte immer energiegelandener je weiter sie sich dem Ende neigt. Auch ein seltenes Phänomen! Absoluter Höhepunkt ist "Cliché", den die Jungs berechtigterweise auch schon auf den Samplern "Soundz of the City 2006" und "Jail Rock" unterbringen konnten. Da der Rest der Platte recht solide daher kommt, ist "You have it all" wohl als Aussetzer zu werten. Die unüberhörbare Nick Kershaw Refraineinlage haben die Jungs weder nötig, noch paßt sie in irgendeiner Weise in die Grunge-Jacke in der Channel Eight zweifelsohne stecken. Was sie sich dabei gedacht haben, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Deswegen sollte hier auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Gewinner von "Bielefeld sucht die Superband 2006" aber eben auch schon auf eine beachtliche Supportgeschichte zurückblicken können. Und das nach nur 35(!) gespielten Konzerten. Sie eröffneten unter anderem als Lokalmatadoren für GEM und We Are Scientists in ihrer Heimatstadt. Die Referenzen und Lorbeeren können sich also allesamt sehen lassen. Alles in allem ein gutes Album, dass sich jedoch auch noch viel Platz nach oben offenhält. Die Richtung, in die die vier Bielefelder da lospreschen, hört sich gut an, und wenn die Jungs da weiter machen, wo sie mit dieser Platte aufgehört haben, werden wir wohl noch einiges von ihnen hören. In diesem Sinne: Der Grunge ist tot! - Es lebe der Grunge!