whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
Musikmagazin - Home whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin zur Startseite whiskey-soda Musikmagazin zur Story Seite whiskey-soda Musikmagazin zur Rezensionen Seite whiskey-soda Musikmagazin Livekonzerte und -Interviews whiskey-soda Musikmagazin Community und Forum whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin einfach mal suchen whiskey-soda Musikmagazin
News   
Reviews   
Stories   
Live (WS-TV)   
WS Präsentiert   
Forum   
Facebook   
 

      registrieren  

Hugsja
Ivar Björnson & Einar Selvik
Hugsja
(Neoklassik)

The Deconstruction
Eels
The Deconstruction
(Indie-Rock)

De Doden Hebben Het Goed III
Wiegedood
De Doden Hebben Het Goed III
(Blackmetal)

Godspeed
Crone
Godspeed
(Rock)

Who Came First (Deluxe Edition)
Pete Townshend
Who Came First (Deluxe Edition)
(Rock)

Live At Fillmore East 1968
The Who
Live At Fillmore East 1968
(Rock)

Come Out And Play
Jetbone
Come Out And Play
(Rock)

Evil Spirits
The Damned
Evil Spirits
(Garage-Rock)

Back To Ze Roots
Japanische Kampfhörspiele
Back To Ze Roots
(Grindcore)

Nemesis
Defecto
Nemesis
(Metal)



David Gilmour -   On An Island     Artist:  David Gilmour
    Album:  On An Island
    Label:  EMI
    Release:  03.03.2006
   Medium:  Album
    Genre:  Artrock ausdrucken 
    Autor:  Uraniumstaub empfehlen/teilen 
 

Was kann man hiervon erwarten? Einerseits ist Gilmour nun mal der Gitarrist von Pink Floyd, einer Band, die am liebsten in übergroßen Konzepten agierte, andererseits sind da seine ersten beiden Solo-Alben, welche auf positive Art und Weise unspektakulär und entspannt klingen, komplett frei von jeglicher selbstauferlegten "Wichtigkeit", jenem Faktor, der einem die Platten des Mutterschiffes zunehmend vergällen konnte. Das war allerdings in einer anderen Zeit, denn als jene Werke entstanden, waren Pink Floyd längst zu einer Marionette an den Fäden von Roger Waters geworden, der die Band immer stärker als Vehikel für seine Paranoia mißbrauchte und da auch Gilmour ein Ventil nötig hatte, nutzte er dafür eben seine eigenen LPs. Die Letzte, "About Face" von 1984, ging er gar mit Blick auf eine komplette Solo-Karriere an, denn Pink Floyd waren in eine Leichenstarre gefallen, Mr. Gilmour aber nicht bereit, schon mit 40 in Rente zu gehen! Es kam dann bekanntlich ja anders, Roger Waters verließ die Gruppe, untersagte dem Rest die Nutzung des Namens, verlor vor Gericht und fortan war Gilmour in der Position, das zu tun, was Waters jahrelang gemacht hatte: Solo-Werk unter dem Namen "Pink Floyd" zu veröffentlichen. Jetzt - mit 62 Jahren - fühlt er sich zu alt für die großen Arenen und kehrt freiwillig zu seinem eigenen Namen zurück!

Was kann man also hiervon erwarten? Der Umstand, dass Gilmour die letzten beiden Pink Floyd-Alben im Alleingang verantwortete, hat auf "On An Island" auf jeden Fall tiefe Spuren hinterlassen, dies sind mit Sicherheit keine intimen, am heimischen Ofen zu Akustikgitarre vorgetragene Bekenntnisse, aber der Ton bleibt bei allem Bombast immer minimalistisch und persönlich, David Gilmour ist eben nicht Roger Waters. Der Gegensatz zwischen den beiden wird gerade auch sehr schön auf bundesdeutschen Litfasssäulen deutlich, während Letzterer nämlich seine anstehenden Shows mit "The creative genius of Pink Floyd" bewerben läßt, sitzt Gilmour einfach in romantisch blau verklärter Nacht ím Vollmond auf (s)einer Insel. Das sind wahrscheinlich die Vorteile, wenn man in den späten Sechzigern eine Affäre mit Brigitte Bardot hatte: Man kann die folgenden Jahrzehnte ganz entspannt angehen lassen und muss nicht immer und überall mit Gewalt unter Beweis stellen, wie "genial" und herausragend man doch ist. Das Cover von "On An Island" gibt die Atmosphäre der Musik übrigens perfekt wieder, schön verhangen, leicht romantisch und gelegentlich durchaus auch an die Grenze des Kitschigen stoßend, aber Gilmour will das so, dem alten Weggefährten Storm Thorgerson wird in den Credits zwar gedankt, seine abgeschnittenen Köpfe und anderen bizarren Einfälle bringt er mittlerweile jedoch lieber auf den Covern von The Mars Volta unter. Was die Verpackung allerdings auch nahelegen könnte ist die Idee des Künstlers im Elfenbeinturm, ein Eindruck, der sich glücklicherweise nicht bestätigt, denn auch wenn Gilmour vielleicht noch nie von den Arctic Monkeys gehört haben mag; seine Musik kommuniziert unmittelbar auf emotionaler Ebene, spricht den Hörer an und bezieht daraus ihre Relevanz. Knapp 50 Minuten wird man in eine blaue, maritime Welt entführt in der Gilmour wahlweise singt oder seine spacige Gitarre spielt. Bei letzterer Aktivität hält er zwar den Mund, beherrscht sein Instrument jedoch so souverän, dass es wie Gesang klingt, seine Persönlichkeit ebenso gut rüberbringt, und das schaffen nun wirklich nicht viele Gitarristen, ohne dabei Onanie mit Kommunikation zu verwechseln - beispielsweise der unsägliche und völlig überschätzte Eric Clapton seit knapp 40 Jahren!

Was kann man gegen "On An Island" sagen? Nicht viel, den bombastischen Minimalismus dieses Albums sollte man am besten bei voller Lautstärke in der Dämmerung hören, dann entfaltet das Werk fast schon magische Vibes, kommen die orchestralen Arrangements des polnischen Soundtrack-Komponisten Zbigniew Preisner (unter Anderem verantwortlich für die "Drei Farben"-Filme) erst richtig zur Geltung und gleiten Gilmours Gitarrenschwärme noch sublimer und majestätischer durch die Luft, erzeugen eine alles durchdringende Atmosphäre, der man sich schwer entziehen kann! Leider hört man dann auch die ganz wenigen schlimmen Momente noch deutlicher, beispielsweise die Gesangsbeiträge der Herren David Crosby und Graham Nash, die den Titelsong mit dem "veredeln", womit sie seit Jahrzehnten nerven und was sie für die größte Erfindung seit der Glühbirne halten, aber durch dieses zahnlose Gegreine muss man eben durch. Aber wenn man dabei im Hinterkopf hat, wie Ex-Kollege Neil Young diesen Gesangsstil schon vor Ewigkeiten lapidar als "antiquiertes Konzept" abkanzelte, kann man beim Zuhören zumindest Schadenfreude entwickeln. "On An Island" ist gerade in England auf Platz Eins der CD-Charts geschossen, eine reife Leistung inmitten der ganzen neuen, jungen Bands, aber wie gesagt: Das Album hat es auf jeden Fall verdient, so kann Gilmour ruhig noch ein paar Jahre weitermachen! Wenn jetzt nur noch jemand Clapton, Crosby und Nash abstellen würde, aber dieses Problem dürfte sich demnächst nach und nach auf "biologischem" Wege regeln.

PS: Der einizge Kritikpunkt geht an die Plattenfirma (Hallo EMI!), denn wer "On An Island" lieber von Vinyl hören möchte, muss die unglaubliche Summe von 30 Euro hinlegen. Aber vielleicht ist in diesem Preis ja ein Trip nach London inbegriffen, wo man das Werk auf dem Hausboot des Künstlers vorgespielt und persönlich kommentiert bekommt.


  WS-Bewertung: 2+ User-Bewertung: 0 Deine Bewertung:
0 Kommentare vorhanden Anmelden und mitmachen!
 
Deine Kritik oder dein Kommentar zu
David Gilmour - On An Island
Meinungsbox
Du bist eingelogged als Anonymous
hier deinen Eintrag abschicken


Kurzinfos: David Gilmour

Interesse?



Rezensionen:
- On An Island
- Live At Pompeii

Kurzinfos: The Mars Volta

Homepage:
- The Mars Volta
- Deutsche Seite

Rezensionen:
- De-Loused In The Comatorium
- Frances The Mute
- Scabdates
- Amputechture
- The Bedlam In Goliath
- Octahedron

Kurzinfos: Roger Waters

Kurzinfos: Pink Floyd

Homepage:
- Pink Floyd

Rezensionen:
- The Dark Side Of The Moon
- The Story Of Wish You Were Here
- The Endless River
- The Final Cut (Vinyl Remaster Reissue)
- A Momentary Lapse Of Reason (Vinyl Remaster Reissue)
- Pink Floyd - Die definitive Biographie
- A Collection Of Great Dance Songs - 2017 Vinyl Remaster
- Delicate Sound Of Thunder

Kurzinfos: Neil Young

Rezensionen:
- Greatest Hits


whiskey-soda RSS Feed

FACEBOOK

YOUTUBE

CD des Monats 02/18
Painted Doll - Painted Doll

Painted Doll - Painted Doll


alle Reviews hier



   
Seite/ Inhalt gefällt mir
whiskey-soda als Bookmark bei: Mr. Wong whiskey-soda als Bookmark bei: Webnews whiskey-soda als Bookmark bei: Facebook whiskey-soda als Bookmark bei: Icio whiskey-soda als Bookmark bei: Linkarena whiskey-soda als Bookmark bei: Favoriten whiskey-soda als Bookmark bei: BoniTrust whiskey-soda als Bookmark bei: Favit whiskey-soda als Bookmark bei: Linksilo whiskey-soda als Bookmark bei: Readster whiskey-soda als Bookmark bei: Folkd whiskey-soda als Bookmark bei: Yigg whiskey-soda als Bookmark bei: Digg whiskey-soda als Bookmark bei: Del.icio.us whiskey-soda als Bookmark bei: Reddit whiskey-soda als Bookmark bei: StumbleUpon whiskey-soda als Bookmark bei: Blinklist whiskey-soda als Bookmark bei: Technorati whiskey-soda als Bookmark bei: Newsvine Information

Home | News | Stories | Reviews | Live | Forum | Community | Impressum | B2B | Newsarchiv | Storyarchiv | Reviewarchiv | 1995-2016 © whiskey-soda.de