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Van der Graaf Generator -   Present     Artist:  Van der Graaf Generator
    Album:  Present
    Label:  EMI / Virgin
    Release:  25.04.2005
   Medium:  Album
    Genre:  Rock ausdrucken 
    Autor:  Uraniumstaub empfehlen/teilen 
 

Van der Graaf Generator waren immer schon eine absolute Ausnahmeerscheinung unter den progressiven Rockbands der frühen 70er Jahre, denn zu einer Zeit, als selbst King Crimson noch von im Mondlicht badenden Elfen sangen, trugen ihre Songs Titel wie "Necromancer", "Darkness" oder "Killer". Auch die Musik war entsprechend anders: Prog-Rock war sehr schnell an dem Punkt, an welchem ellenlange Songstrukturen zur Zurschaustellung von instrumentalen Fähigkeiten herhalten mussten, welche dann von kulturell interessierten, weißen, meist männlichen Angehörigen der Mittelschicht mit offenem Mund wissend goutiert wurden. Mit anderen Worten: Er war zu einer entsetzlich langweiligen, harmlosen Hintergrundberieselung geworden. Das diametrale Gegenteil von Rock’n’Roll!

Van der Graaf Generator dagegen hatten immer etwas Primitives, Archaisches, im Kern Beunruhigendes und Bedrohliches an sich. Nicht etwa, dass Peter Hammill, Hugh Banton, Guy Evans und David Jackson ihre Instrumente nicht beherrscht hätten – Oh nein! Bei dieser Band war jedoch der Song das Zentrum und nicht Onanie am Instrument, in den besten Momenten funktionieren die vier Mitglieder wie ein einziger Organismus, welcher alles macht, um den Song so entstehen zu lassen, wie der Song es benötigt. Van der Graaf Generator Stücke wirken deshalb oft extrem scharf konturiert, als ob die sie umgebende Atmosphäre mit einem Skalpell gezogen wurde. Und da ist natürlich die Stimme von Peter Hammill, er kann klassisch singen, macht das auch gelegentlich, aber noch viel öfter spuckt er Silben oder ganze Worte heraus und macht Geräusche wie jemand, der Dinge vor seinem inneren Auge sieht, die seinem Seelenleben nicht wirklich gut tun. Als John Lydon (Sex Pistols) 1977 nach Einflüssen gefragt wurde, sagte er nur: "Van der Graaf Generator". Ein größeres Kompliment kann man der Band wohl kaum machen, denn Prog-Rock war auf der Höhe des Punk so ziemlich das Letzte was als hip gelten konnte, zudem lief Lydon bevorzugt mit einem selbstgemachten "I hate Pink Floyd" T-Shirt herum.

Aber wie bereits erwähnt war diese Band eben etwas anders. Sie Prog-Rock zu nennen ist in etwa so, als ob man die frühen Black Sabbath oder Charles Manson als Hippies bezeichnet! Zweimal löste man sich schon auf (1971 und 1978), den Mitgliedern war die angezapfte psychotische Energie oft genug selbst zu unheimlich, zu intensiv geworden, jetzt allerdings beginnt die dritte Phase im Leben von Van der Graaf Generator. Nach einer 28-jährigen Trennung ist die Band wieder angetreten, nicht in der Originalbesetzung, wie vielerorts behauptet wird – wer die hören möchte, muss die verdammt rare "People You Were Going To", welche Polydor im Januar 1969 erst veröffentlichte und dann zurückzog konsultieren. Van der Graaf Generator sind einer der Bands, bei der die legendäre Besetzung nicht synonym mit der Originalbesetzung ist – selbst auf dem Debut Album "The Aerosol Grey Machine" fehlt David Jackson noch!

Innerhalb einer Woche hat dieses klassische Line-Up gleich eine Doppel-CD eingespielt; "Locked In A Room With Van Der Graaf Generator" wie sie selber diesen Prozess nennen. CD Eins konzentriert sich knapp 40 Minuten lang auf Songs, der Opener "Every Bloody Emperor" passt prinzipiell auf jedes Van der Graaf Album, Jacksons Flöte lotet bekanntes Terrain zwischen Folk und Jazz aus, Bantons warme, voluminöse Orgel, hüllt die Stücke ein, funktioniert wie ein Ölteppich, auf dem die Musik vorangleitet.
Wer die Band zum ersten Mal hört, könnte auf Hammills Gesang reinfallen, denn zunächst intoniert er noch recht gediegen, aber das verliert sich schnell und die letzte Textzeile wird dämonisch geflüstert: "As the empire decays!" Bereits den dritten Song – das majestätische, sich in andere Spähren orgelnde "Nutter Alert" - singt er so, als ob er den Zuhörer am liebsten anspringen würde. "Bolea’s Panic" ist ein gleitendes Instrumental, welches zwischen lyrischen, ruhigen und mächtigen Passagen pendelt, während "Abandon Ship!" mit einem verzerrten Gitarrenriff anfängt und in einem jazzigen Saxofon getragenen Groove mündet."In Babelsberg" schließlich bringt Hammills gesammelte Berlin Impressionen; er starrt vom Europa Center und die Zeitebenen verschwimmen, die Stadt wird zu einem seltsamen, fremden Ort, eine bizarre Atmosphäre, die von dem ruhigen, friedlich plätschernden "On The Beach" aufgefangen wird, in dem Hammill tatsächlich "Surf’s Up!" singt und das mit kosmischem Meeresrauschen ausklingt, als ob der Ozean unter bleichen Mondlicht gegen die Küste rauscht!

Diese CD ist ein klassisches Van der Graaf Generator-Album, die Musik pendelt zwischen Folk, Jazz, Avantgarde, klingt ebenso Viktorianisch wie Futuristisch; ebenso aggressiv wie friedlich, ebenso primitiv wie komplex. Zwingt mich (bitte) nicht, diesen völlig originären Stil zu kategorisieren! Allein diese CD wäre eine 1+, aber wie gesagt, "Present" ist eine Doppel-CD und die zweite CD bietet 65 Minuten und zehn Songs lang instrumentale Improvisationen. Unglaubliche Musik, es macht wenig Sinn hier einzelne Stücke vorzuheben, am besten verdunkelt man den Raum und spielt diese CD laut ab, damit der Sound sich mit der Luft, dem Raum verbinden kann und den Hörer wirklich umgeben und durchdringen kann. Das Ganze ist ein einziger, großer Trip und diese 65 Minuten tragen einen durch sämtliche Phasen der Band, es dürfte etwas dauern bis dieser Teil von "Present" verarbeitet ist.

Van der Graaf Generator klingen immer noch so, als ob Du in einer Vorlesung über Physik sitzt und der Professor plötzlich mit irrem Glanz in den Augen anfängt von Tobe Hoopers "The Texas Chainsaw Massacre" zu schwärmen. Die drohende, dunkle Intensität ist geblieben, aber sie ist milder geworden, was vorher ein offener Brunnenschacht im Dunklen war, ist jetzt ein schwarzer Panther, dessen grüne Augen Dich aus dem Dickicht anfunkeln.
Vielleicht darfst Du ihn streicheln, aber nur zu seinen Bedingungen!


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