Crematory

Monument

  • Artist: Crematory
  • Album: Crematory
  • Label: Spv / Steamhammer
  • Release: 2016-04-15
  • Medium:

Bewegte Zeiten liegen hinter Crematory: Kurz vorm 25-jährigen Bandjubiläum verließ der langjährige Gitarrist Matthias Hechler die Band, der auch für die klaren Gesänge zuständig war. Kurz überlegte die Band, den Betrieb einzustellen, doch glücklicherweise entschied man sich zum weitermachen und so kommen wir in den Genuss des 14. Studioalbums „Monument“, welches überraschenderweise nicht den EBM-Metal des Vorgängers „Antiserum“ weiterführt, sondern sehr klassisch, aber auch modern ausfällt.

Statt einem Gitarristen gibt es nun zwei Sechssaiter, von denen Tosse Basler auch die Klargesänge beisteuert. Mit „Misunderstood“ geht es Bandtypisch los: Elektrointro, effektiv-hartes Riffing, treibender Rhythmus und kräftige Growls sorgen in Verbindung mit Ohrwurmmelodien für Hitalarm.

„Haus mit Garten“ klingt nach Peter Fox, doch hat es weder mit Sonnenschein, Schnaps und Sippe zu tun, dieses Haus ist dunkel, trostlos und beide Bewohner, die die Unterkunft besingen, sorgen für tolle Kontraste. In diese Gruselvilla zieht der Fan gern ein. Eine der größten Überraschungen ist „Die So Soon“, typische Crematory-Keyboardlinien und weinerliche Stimme zu Beginn, großartiger Tosse-Gesang und klassische Dunkel-Gitarren sorgen für einen wohligen Oldschool-Gothic Metal mit emotional berührendem Refrain, der an Grave Flowers erinnert. Großartiges Solo inklusive, aber ohne als Abklatsch von sich selbst durchzugehen. Ähnlich überraschend und Sisters Of Mercy-mäßig folgt „Ravens Calling“, das wie der Vorgänger zu den besten und frischsten Songs gehört, die Crematory in den letzten Jahren veröffentlicht haben. Überragend!

Moderner wird es wieder mit „Eiskalt“, tanzbarer mit „Nothing“, „Before I Die“ setzt Tosse wieder in Szene, der sicher mit seiner Stimme polarisiert, aber dennoch nicht schlechter zu Felix‘ Grunts passt als sein Vorgänger.

Crematory halten den Hitfaktor durchweg oben und vollbringen das Kunststück, die elektronischen Aspekte von „Antiserum“ in abgemilderter Form beizubehalten und mit den teilweise sehr klassischen Kompositionen eine trotzdem homogene Mischung hinzubekommen. Was so entstanden ist, kann man nur als abwechslungsreich und hocklassig bezeichnen.

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