Makthaverskan

III

Quizfrage: Das wievielte Album der schwedischen Band Makthaverskan liegt uns hier vor?

Wie, das ist intellektuell wenig herausfordernd? Fair enough. ‚III‘ ist es irgendwie auch. Sicher, das ist nicht immer ein ausschlaggebendes Kriterium für gute Musik. Und Einiges machen Makthaverskan ja auch richtig. Mindestens haben sie ein feines Gespür für Trends, deswegen lassen sie ihr neues Werk unter anderem als Shoegaze taggen.

Die Riffs, die man hier zu hören bekommt, wissen dem dann auch zu entsprechen. Mehr aber noch finden die Songs ihren Nährboden im New Wave aus der Teife der achtziger Jahre. Makthaverskan halten sich auffällig nah an Siouxsie and the Banshees, was einige Hörer aus der Elterngeneration der Musiker entzücken dürfte. Das macht das Album atmosfärisch dicht; um richtig begeistert zu sein, muss man den ausholenden Gesang von Frontfrau Maja Miners aber schon echt mögen. In ihm liegt ein Leiden und überhaupt der ganze Weltschmerz, der in Schweden, in Dunkelheit und Kälte vielleicht noch eine Spur härter ist als bei uns im kuscheligen Mitteleuropa. Oder wie anders soll man Zeilen wie

‚Humanity equals misery‘

(‚Eden‘) interpretieren?

Makthaverskan machen also genau das, was gerad derbe angesagt ist. Und das sehr konsequent, zehn Songs lang. Im Ergebnis ist ‚III‘ wenig abwechslungsreich, was die Band mit einem besonders engen Zusammenhang begründet, in dem die einzelnen Songs des Albums stehen. Trotzdem bleibt der Wunsch, die Platte wär so interessant wie der Bandname. Vielmehr fördert sie aber die möglicherweise gerade einsetzende Herbstdepression und lässt den Hörer leicht in Selbstmitleid schwelgen. Manch Einer steht da ja drauf.

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