Kategorie: artistint

Lonely Robot – Prog küsst Pop

Ende der 1980er Jahre wurden in England die Vorzüge der klassischen Progressive-Rock-Bands Genesis, Yes und King Crimson wiederentdeckt und von Musikern mit einer Vorliebe für Theatralik und starke Melodien als Neo-Prog widerbelebt. Bands wie Marillion, IQ, Pendragon und Pallas waren die Vorreiter dieser sogenannten zweiten Welle des Prog-Rock. In den 90ern folgte eine dritte Welle mit Spock’s Beard, Arena und Chant – und die Entwicklung geht bis heute weiter. Der Gitarrist und Produzent John Mitchell, unter anderem Mitglied bei Arena, trägt dazu mit seinem neuen Projekt Lonely Robot bei. Mit einem Ensemble hervorragender Gastmusiker hat der bodenständige Engländer ein wundervolles Album geschaffen, das die besten Elemente von Progressive Rock und Popmusik auf einzigartige Weise verknüpft. Zur Veröffentlichung hat John mit uns über Außerirdische, Gott und darüber geplaudert, was einen guten Progressive-Rock-Musiker ausmacht.

Hideous Divinity – Death-Metal jenseits von Schablonen

Metal ist eine Aufreihung von Klischees. True Metal ist Manowar. Lederkostüme und behaarte männliche Oberkörper. Steel and Honor. Black Metal ist Behemoth. Satanische Symbolik und hinter Masken und Corpsepaint versteckte, mysteriöse Musiker. Power Metal ist Helloween. Epische Fantasy-Geschichten, simple, eingängige Gitarren und hoher Gesang. Death Metal ist Cannibal Corpse. Blut, Totenköpfe, Gedärme und Tod. Metal ist Klischee. Ist Metal tatsächlich Klischee? Ist Metal nicht auch die Freiheit, alles tun zu können, was man möchte? Widerstand durch Andersartigkeit? Es klingt wie eine abgedroschene Binsenweisheit, aber sollte nicht nur die Musik zählen? Solange verzerrte Gitarren, ein knackiger Bass und eine deftiges Schlagzeug dabei sind, sollte das nicht jedem Rockmusik-Fan Metal genug sein? Man könnte vermutlich stundenlang über dieses Thema streiten. Über den Identifikationsgehalt einer bestimmten Optik in einer Subkultur. Orientierung durch Klischees. Es gibt immer wieder Musiker, die auf Klischees pfeifen! Lange Haare, grimmige Mienen, Blut und Gedärme? Nicht bei Hideous Divinity aus Rom. Den fünf Jungs um Bandleader Enrico Schettino ist das schlicht zu langweilig.

Soen – Musik ist nicht nur einfach Entertainment

Ende des letzten Jahres veröffentlichten die schwedischen Progressive-Rocker Soen ihr zweites Album ‚Tellurian‘. Unser Metal-Chef Daniel griff die Gelegenheit beim Schopf und stellte der Band einige Fragen – Heraus kam ein Dialog über Ziegenmilch, das Musikverständnis einer Progressive-Rock Band und Kinder, die wegen ihrer Musikalität aus dem Klassenraum geschmissen werden…

And The Golden Choir – Das muss jetzt alles ich sein

Fast schien es, als hätte sich Tobias Siebert ein ganz normales Solo-Projekt zugelegt. In Wirklichkeit aber hat der aus den Bands Klez.E und Delbo bekannte Musiker mit And The Golden Choir eine Zusammenkunft einberufen. Wir stellten die volle Bandbesetzung in Köln und es kam, wie es kommen musste: Alle Musiker reden wild durcheinander, als wir sie zu ihrem LP-Debüt ‚Another Half Life‘ befragen.

The August – Allrounder im Endstadium

Gleich einem alten Laster haben sie ihm abgeschworen, dem Metalcore. The August aus Aschaffenburg schafften es noch vor ihrem Debütalbum, den beengenden Genre-Pferch zu schleifen – und galoppieren seither ohne Rücksicht auf Weidezäune munter durch die Alternative-Prärie. Der Bitte nach einer stilistischen Einordnung aus erster Hand kommen sie nicht nach. Wie wahrscheinlich es ist, auf Tour noch einmal die alten The August aufblitzen zu sehen, welche Rolle das Bauchgefühl in der Band spielt und was sie von den ganzen windigen Vergleichen hält, die man ihnen dieser Tage entgegengepfeffert, erfuhren wir im Interview mit Martin Zabel.

Fünf Fragen an Hide The Knives

Wenn es Glen Gilbert nicht gäbe, dann hätten wir die Platte ‚Silence The Youth‘ vermutlich nie zu hören bekommen. Doch der Frontmann hat es nach einer Auflösung der Band im Jahr 2009 geschafft, eine neue Truppe um sich zu scharen. Uns hat der sympathische Bandleader einige Fragen beantwortet.

Of Mice & Men mit Linkin Park in Berlin – ‚Wir haben noch nie in einer so großen Arena gerockt!‘

Man mag über die letzten drei, sagen wir Experimente von Linkin Park seit ‚Minutes To Midnight‘ halten, was man möchte – auf der Bühne sind sie einfach immer noch die Legende, als die sie mit ‚Hybrid Theory‘ und ‚Meteora‘ geboren wurden. Wer beim ausverkauften Konzert am 19.11.2014 in der Berliner O2-World Arena nicht dabei sein konnte, hatte sogar einmalig die Chance, es dennoch gemütlich vor dem heimischen Fernseher über den Sender Astra in ultrahoher Auflösung mit zu verfolgen – ein 4K-Fernsehgerät mit Sat-Anschluss und passendem 4K-Empfänger vorausgesetzt. Bei einem so großen Act werden automatisch auch hohe Erwartungen an den Support gestellt. Immerhin ist der für das Warm-Up zuständig. Welche Band wäre da besser geeignet, als eine, die letztes Jahr den ‚Kerrang! Award‘ für die beste Live Band gewann: Of Mice & Men. Für eine Metalcore/Post-Hardcore-Band, die es erst seit fünf Jahren gibt, haben sie einen enormen Aufstieg geschafft und der Auftritt an diesem Abend vor etwa 16.000 Leuten ist ein weiterer Meilenstein. Obwohl davon gefühlt gerade einmal ein Prozent die Band wirklich kannten, hat das Quintett um Austin Carlile (ehemaliger Sänger von Attack Attack!) es nach sieben Songs, hauptsächlich vom neuen Album ‚Restoring Force‘, und der Anweisung ‚Alle hinhocken – aufspringen!‘ tatsächlich geschafft, die Menge im Innenraum zum Tanzen und Mitrocken zu bewegen. Zuvor durften wir mit der Band sprechen: Ein Interview mit Phil Manansala (Leadgitarrist) für die Fans, aber insbesondere auch alle, die zuvor noch nie von Of Mice & Men gehört hatten, aber positiv überrascht waren.

Opeth – Von Gott, Alkohol und der Last, ein netter Schwede zu sein

Sie waren eine der respektiertesten Progressive-Death-Metal-Bands der letzten zehn Jahre. Bis sie 2011 mit „Heritage“ einen überraschenden und krassen Stilwechsel in Richtung Progressive Rock vollzogen. Massenhaft waren langjährige Fans vor den Kopf gestossen, nicht zuletzt, weil bei der letzten Tour nicht ein einziger Growl über Mastermind Mikael Åkerfeldts Lippen kam. Nicht ein Death Metal Song wurde gespielt und viele Metalheads fühlten sich verraten. Rückblickend ein Fehler, denn die Band liebe die alten Songs nach wie vor, räumte Åkerfeldt in unserem Interview ein. Dieser Fehler der letzten Tour wurde ausgebügelt im gefüllten LKA Longhorn in der schwäbischen Metropole. Aber zuvor plauderten wir mit dem Skandinavier über alkolholische und musikalische Vorlieben, den Blick auf die eigene Band und natürlich das neue Album.

Sound Storm – Sänger Philippe D’Orange exklusiv zum Abgang von Bord der Band

Die italienischen Symphonic Metaller Sound Storm ließen 2012 mit ihrem zweiten Album „Immortalia“ aufhören, es folgten Konzerte und für Herbst 2014 wurde ein neues Album angekündigt. Zwar gab es einen neuen Drummer und Keyboarderin, die große Überraschung war aber der Abgang von Sänger Philippe D’Orange, der auf den neuen Promo-Bildern für 2015 noch dabei ist und dessen Nachfolger recht schnell präsentiert wurde. Bei Whiskey-Soda äußert sich der Turiner exklusiv zum Aus bei Sound Storm.