Boxset feiert die frühe Karriere von ISAAC HAYES

Isaac Hayes nur auf die Titelmelodie des legendären „Shaft“-Streifens zu reduzieren wäre ein außerordentlich großer und höchst ignoranter Fehler. Der vor zehn Jahren verstorbene Hayes war nämlich ansonsten nicht nur der Chefkoch in South Park, sondern auch einer der kreativsten, experimentierfreudigsten und prägendsten Köpfe des Rhythm’n’Blues der Sechziger und Siebziger Jahre. Am 27. Oktober 2017 veröffentlicht Craft Recordings das limitierte 4CD-Set „The Spirit of Memphis (1962-1976)“, welches dem Musiker Tribut zollt, indem es die vielen unterschiedlichen Kapitel seiner produktiven Karriere erkundet.

Jede der CDs von „The Spirit of Memphis (1962-1976)“ beleuchtet eine andere Facette von Hayes‘ Karriere. CD1 präsentiert seine frühen Arbeiten als Songwriter und Produzent bei Stax, darunter viele seiner legendären Kollaborationen mit David Porter, wie z. B. ‚B-A-B-Y‘ von Carla Thomas, welches kürzlich erst in dem erfolgreichen Film ‘Baby Driver’ verwendet wurde, und ‚Soul Man‘ von Sam & Dave, welches dieses Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert.

Auf CD2 steht Isaac Hayes als Solokünstler im Mittelpunkt. Sie enthält seine für Volt und Enterprises aufgenommenen Singles – von seinem Durchbruch ‚By The Time I Get To Phoenix‘ vom Album „Hot Buttered Soul“ über diverse Charthits wie z. B. ‚Never Can Say Goodbye‘, ‚Do Your Thing‘ bis zu der legendären und immer noch sehr präsenten Nummer 1, ‚Theme from Shaft‘.

Die dritte CD mit dem passenden Titel „Cover Man“ präsentiert Isaacs verblüffende Fähigkeit, sich Songs von Songwritergrößen wie Burt Bacharach und Hal David vollkommen zueigen zu machen. Auf der CD befindet sich auch bisher unveröffentlichtes Material, wie zum Beispiel eine Studioversion von ‚Windows of The World‘ und Livecover von ‚Stormy Monday‘, ‚I Stand Accused‘ und ‚The Ten Commandments of Love‘ – aufgenommen bei einem Konzert 1972 in Chicago.

Die letzte CD heißt „Jam Master“ und bietet den Fans gewissermaßen einen Zuschauerplatz direkt im Studio mit Hayes, wo man in den Genuss langer Jams von seinen zeitlosen LPs kommt: darunter ein kompletter, improvisierter, psychedelischer Bar-Kays Jam von ‚Do Your Thing‘. Außerdem sind auf der CD unveröffentlichte, unvollendete Versionen von ‚You’ve Made Me So Very Happy‘, dem Bill Withers Klassiker ‚Ain’t No Sunshine‘ sowie eine bisher noch unbekannte Komposition vom Shaft Soundtrack mit dem Titel ‚Black Militant’s Place‘.

Zusätzlich enthält das Set ein Replik von Hayes‘ erster kommerziell veröffentlichter 7″-Single. Die Retrospektive befindet sich in einem 60-seitigen, gebundenen Buch mit Archivfotos, Grafiken und einem Essay von Robert Gordon mit neuen Interviews mit den Stax-Lichtgestalten Deanie Parker und Jim Stewart. Abgerundet wird das Paket mit Beiträgen von Floyd Newman, Mickey Gregory, Sam Moore (Sam & Dave) und Joe McEwen, dem Produzenten dieser Compilation.

The Spirit of Memphis (1962-1976) „ist der Versuch, einer vielschichtigen Karriere einen Rahmen zu geben. Diese Box ist ein bisschen eigensinnig, genauso wie der Künstler“, schreibt Joe McEwen, der Produzent des Boxsets, in seinem Begleittext. „Unser Wunsch war es, seine Geschichte in mehreren Kapiteln zu erzählen und idealerweise einen Kontext herzustellen für diesen visionären Künstler, der in Memphis, Tennessee, zwischen zahlreichen, bahnbrechenden Musikern erwachsen wurde und seinen Platz fand…“

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